Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Matthäus 21

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Und als sie sich Jerusalem näherten und nach Betfage an den Ölberg kamen, da sandte Jesus zwei Jünger,

2sagend zu ihnen: Geht in das Dorf, das euch gegenüberliegt, und sogleich werdet ihr eine angebundene Eselin finden und ein Fohlen bei ihr; bindet sie los und führt sie mir.

3Und wenn euch jemand etwas sagt, sollt ihr sagen: Der Herr hat sie nötig; sogleich aber wird er sie senden.

4Dies aber ist geschehen, damit erfüllt würde das durch den Propheten Gesagte, der spricht:

5Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir, sanftmütig und sitzend auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers.

6Hingegangen aber und getan habend, wie ihnen Jesus aufgetragen hatte, die Jünger,

7führten sie die Eselin und das Fohlen und legten auf sie die Kleider, und er setzte sich darauf.

8Die sehr große Menge aber breitete ihre eigenen Kleider auf dem Weg aus, andere aber schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.

9Die Mengen aber, die vor ihm hergingen und die nachfolgten, schrien, sagend: Hosanna dem Sohn Davids! Gepriesen, der da kommt im Namen des Herrn! Hosanna in den Höhen!

10Und als er nach Jerusalem hineinkam, geriet die ganze Stadt in Bewegung, sagend: Wer ist dieser?

11Die Mengen aber sagten: Dieser ist der Prophet Jesus, der von Nazaret in Galiläa.

12Und Jesus ging in den Tempel Gottes hinein und trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und die Tische der Geldwechsler stieß er um und die Stühle derer, die die Tauben verkauften,

13und er sagt zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus wird ein Haus des Gebets genannt werden, ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle.

14Und es traten zu ihm Blinde und Lahme im Tempel, und er heilte sie.

15Als aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrien und sagten: Hosanna dem Sohn Davids!, wurden sie unwillig

16und sagten zu ihm: Hörst du, was diese sagen? Jesus aber sagt zu ihnen: Ja; habt ihr nie gelesen, dass du aus dem Mund von Unmündigen und Säuglingen dir Lob bereitet hast?

17Und sie zurücklassend, ging er hinaus aus der Stadt nach Betanien und übernachtete dort.

18Frühmorgens aber, als er in die Stadt zurückkehrte, hungerte ihn.

19Und einen einzelnen Feigenbaum am Weg sehend, ging er auf ihn zu und fand nichts an ihm außer nur Blätter, und er sagt zu ihm: Nie mehr soll aus dir Frucht kommen in Ewigkeit! Und sogleich verdorrte der Feigenbaum.

20Und als die Jünger es sahen, wunderten sie sich, sagend: Wie verdorrte der Feigenbaum so sogleich?

21Antwortend aber sprach Jesus zu ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, werdet ihr nicht nur das mit dem Feigenbaum tun, sondern auch wenn ihr zu diesem Berg sagt: Hebe dich empor und wirf dich ins Meer!, wird es geschehen;

22und alles, was ihr im Gebet erbittet, glaubend, werdet ihr empfangen.

23Und als er in den Tempel kam, traten zu ihm, während er lehrte, die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes, sagend: In welcher Vollmacht tust du dies? Und wer hat dir diese Vollmacht gegeben?

24Antwortend aber sprach Jesus zu ihnen: Auch ich werde euch eine Sache fragen; wenn ihr sie mir sagt, werde auch ich euch sagen, in welcher Vollmacht ich dies tue:

25Die Taufe des Johannes, woher war sie? Aus dem Himmel oder aus den Menschen? Sie aber überlegten bei sich selbst, sagend:

26Wenn wir sagen: Aus dem Himmel, wird er uns sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt? Wenn wir aber sagen: Aus den Menschen, fürchten wir die Menge; denn alle halten Johannes für einen Propheten.

27Und antwortend dem Jesus sagten sie: Wir wissen es nicht. Da sagte auch er zu ihnen: So sage auch ich euch nicht, in welcher Vollmacht ich dies tue.

28Was aber meint ihr? Ein Mensch hatte zwei Kinder; und hingehend zum ersten sprach er: Kind, geh heute hin, arbeite im Weinberg.

29Der aber antwortend sprach: Ich will nicht; später aber, es bereuend, ging er hin.

30Und hingehend zum anderen sprach er ebenso. Der aber antwortend sprach: Ich gehe, Herr; und er ging nicht hin.

31Wer von den zweien tat den Willen des Vaters? Sie sagen: Der erste. Jesus sagt zu ihnen: Amen, ich sage euch: Die Zöllner und die Huren gehen euch voran in das Reich Gottes.

32Denn Johannes kam zu euch auf dem Weg der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht; die Zöllner aber und die Huren glaubten ihm; ihr aber, als ihr es saht, bereutet auch später nicht, sodass ihr ihm geglaubt hättet.

33Hört ein anderes Gleichnis: Es war ein Mensch, ein Hausherr, der einen Weinberg pflanzte und einen Zaun um ihn herum setzte und in ihm eine Kelter grub und einen Turm baute, und er verpachtete ihn an Weingärtner und reiste außer Landes.

34Als aber die Zeit der Früchte nahte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, um seine Früchte zu empfangen.

35Und die Weingärtner nahmen seine Knechte, den einen schlugen sie, den anderen töteten sie, den anderen steinigten sie.

36Wieder sandte er andere Knechte, mehr als die ersten, und sie taten ihnen ebenso.

37Später aber sandte er zu ihnen seinen Sohn, sagend: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen.

38Die Weingärtner aber, als sie den Sohn sahen, sprachen untereinander: Dieser ist der Erbe; kommt, lasst uns ihn töten und sein Erbe in Besitz nehmen.

39Und sie nahmen ihn, warfen ihn hinaus aus dem Weinberg und töteten ihn.

40Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt, was wird er jenen Weingärtnern tun?

41Sie sagen zu ihm: Die Bösen wird er übel umbringen, und den Weinberg wird er an andere Weingärtner verpachten, die ihm die Früchte zu ihren Zeiten abgeben werden.

42Jesus sagt zu ihnen: Habt ihr nie in den Schriften gelesen: Der Stein, den die Bauenden verworfen haben, dieser ist zum Eckstein geworden; vom Herrn ist dies geschehen, und es ist wunderbar in unseren Augen?

43Deshalb sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte bringt.

44[ausgelassen] Vers 44 („Und wer auf diesen Stein fällt …“) fehlt in wichtigen frühen Handschriften und wird im Tischendorf-Text ausgelassen.

45Und als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, erkannten sie, dass er über sie redet;

46und obwohl sie ihn zu ergreifen suchten, fürchteten sie die Mengen, weil diese ihn für einen Propheten hielten.