Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 22

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Es nahte aber das Fest der ungesäuerten Brote, das Passa genannt wird,

2und es suchten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten, wie sie ihn umbrächten; denn sie fürchteten das Volk.

3Es fuhr aber der Satan in Judas, den genannten Iskariot, der aus der Zahl der Zwölf war;

4und weggegangen besprach er sich mit den Hohenpriestern und Hauptleuten, wie er ihn ihnen überliefere.

5Und sie freuten sich und vereinbarten, ihm Geld zu geben;

6und er sagte zu, und er suchte eine günstige Gelegenheit, ihn ihnen abseits der Menge zu überliefern.

7Es kam aber der Tag der ungesäuerten Brote, an dem das Passa geschlachtet werden musste,

8und er sandte Petrus und Johannes, sagend: Geht hin und bereitet uns das Passa, damit wir essen.

9Sie aber sagten zu ihm: Wo willst du, dass wir bereiten?

10Er aber sagte zu ihnen: Siehe, wenn ihr in die Stadt hineingeht, wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug Wasser trägt; folgt ihm in das Haus, in das er hineingeht.

11Und ihr sollt zu dem Hausherrn des Hauses sagen: Der Lehrer sagt dir: Wo ist die Herberge, wo ich das Passa mit meinen Jüngern essen kann?

12Und jener wird euch einen großen, mit Polstern ausgelegten Obersaal zeigen; dort bereitet.

13Weggegangen aber fanden sie es so, wie er ihnen gesagt hatte, und sie bereiteten das Passa.

14Und als die Stunde geschah, legte er sich zu Tisch, und die Apostel mit ihm.

15Und er sagte zu ihnen: Mit Verlangen habe ich verlangt, dieses Passa mit euch zu essen, bevor ich leide;

16denn ich sage euch, dass ich es nicht mehr essen werde, bis es erfüllt ist im Reich Gottes.

17Und einen Becher nehmend, dankte er und sagte: Nehmt diesen und teilt ihn unter euch;

18denn ich sage euch: Ich werde von nun an nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks, bis das Reich Gottes kommt.

19Und Brot nehmend, dankte er, brach es und gab es ihnen, sagend: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird; dies tut zu meinem Gedächtnis.

20Und ebenso den Becher nach dem Mahl, sagend: Dieser Becher ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.

21Doch siehe, die Hand dessen, der mich überliefert, ist mit mir auf dem Tisch;

22denn der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie es bestimmt ist, doch wehe jenem Menschen, durch den er überliefert wird!

23Und sie begannen, untereinander zu fragen, wer denn von ihnen es wohl sei, der dies tun werde.

24Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen für den Größeren gelte.

25Er aber sagte zu ihnen: Die Könige der Völker herrschen über sie, und die Macht über sie ausüben, werden Wohltäter genannt.

26Ihr aber nicht so, sondern der Größere unter euch werde wie der Jüngere, und der Anführende wie der Dienende.

27Denn wer ist größer: der zu Tisch Liegende oder der Dienende? Nicht der zu Tisch Liegende? Ich aber bin in eurer Mitte wie der Dienende.

28Ihr aber seid die, die mit mir ausgeharrt haben in meinen Versuchungen;

29und ich bestimme euch ein Reich, wie mein Vater mir eines bestimmt hat,

30damit ihr esst und trinkt an meinem Tisch in meinem Reich, und ihr werdet auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

31Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch für sich verlangt, um euch zu sieben wie den Weizen;

32ich aber habe für dich gebeten, damit dein Glaube nicht aufhöre. Und du, wenn du einst umgekehrt bist, stärke deine Brüder.

33Er aber sagte zu ihm: Herr, mit dir bin ich bereit, auch ins Gefängnis und in den Tod zu gehen.

34Er aber sagte: Ich sage dir, Petrus, nicht wird heute der Hahn krähen, bis du dreimal geleugnet hast, mich zu kennen.

35Und er sagte zu ihnen: Als ich euch sandte ohne Geldbeutel und Tasche und Schuhe, hat euch da an etwas gefehlt? Sie aber sagten: An nichts.

36Er aber sagte zu ihnen: Aber jetzt, wer einen Geldbeutel hat, nehme ihn, ebenso auch eine Tasche, und wer keinen hat, verkaufe sein Gewand und kaufe ein Schwert.

37Denn ich sage euch, dass dieses Geschriebene an mir erfüllt werden muss, das: Und unter Gesetzlose wurde er gerechnet; denn auch das, was mich betrifft, kommt zur Vollendung.

38Sie aber sagten: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sagte zu ihnen: Es ist genug.

39Und hinausgegangen ging er nach seiner Gewohnheit zum Ölberg; es folgten ihm aber auch die Jünger.

40Geworden aber an dem Ort, sagte er zu ihnen: Betet, dass ihr nicht in Versuchung kommt.

41Und er selbst entfernte sich von ihnen etwa einen Steinwurf weit, und die Knie beugend betete er,

42sagend: Vater, wenn du willst, nimm diesen Becher von mir weg; doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe.

43Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, der ihn stärkte.

44Und in Angst geraten, betete er noch inständiger; und sein Schweiß wurde wie Blutstropfen, die auf die Erde herabfielen.

45Und aufgestanden vom Gebet, kam er zu den Jüngern und fand sie schlafend vor Traurigkeit,

46und er sagte zu ihnen: Was schlaft ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt.

47Während er noch redete, siehe, eine Menge, und der Judas Genannte, einer der Zwölf, ging ihnen voran; und er näherte sich Jesus, um ihn zu küssen.

48Jesus aber sagte zu ihm: Judas, mit einem Kuss überlieferst du den Sohn des Menschen?

49Als aber die um ihn das Kommende sahen, sagten sie: Herr, sollen wir mit dem Schwert dreinschlagen?

50Und einer von ihnen schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab.

51Antwortend aber sagte Jesus: Lasst es bis hierhin. Und das Ohr berührend, heilte er ihn.

52Jesus aber sagte zu den gegen ihn herangekommenen Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und Ältesten: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Knüppeln?

53Als ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr die Hände nicht gegen mich ausgestreckt. Doch dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.

54Nachdem sie ihn aber ergriffen hatten, führten sie ihn fort und brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters; Petrus aber folgte von weitem.

55Als sie aber in der Mitte des Hofes ein Feuer angezündet und sich zusammengesetzt hatten, saß Petrus mitten unter ihnen.

56Als ihn aber eine Magd am Licht sitzen sah und ihn fest ansah, sagte sie: Auch dieser war mit ihm.

57Er aber leugnete ihn, sagend: Ich kenne ihn nicht, Frau.

58Und nach kurzer Zeit sah ihn ein anderer und sagte: Auch du bist einer von ihnen. Petrus aber sagte: Mensch, ich bin es nicht.

59Und als etwa eine Stunde vergangen war, behauptete ein anderer mit Nachdruck, sagend: In Wahrheit, auch dieser war mit ihm; denn er ist auch ein Galiläer.

60Petrus aber sagte: Mensch, ich weiß nicht, was du sagst. Und sogleich, während er noch redete, krähte ein Hahn.

61Und der Herr wandte sich um und blickte Petrus an, und Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn, wie er ihm gesagt hatte: Bevor heute ein Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

62Und hinausgegangen nach draußen, weinte er bitterlich.

63Und die Männer, die ihn festhielten, verspotteten ihn und schlugen ihn,

64und nachdem sie ihn verhüllt hatten, fragten sie ihn und sagten: Weissage: Wer ist es, der dich geschlagen hat?

65Und vieles andere sagten sie lästernd gegen ihn.

66Und als es Tag wurde, versammelte sich die Ältestenschaft des Volkes, sowohl Hohepriester als auch Schriftgelehrte, und sie führten ihn ab in ihren Hohen Rat, sagend: Wenn du der Christus bist, sage es uns.

67Er aber sagte zu ihnen: Wenn ich es euch sage, werdet ihr nicht glauben;

68wenn ich aber frage, werdet ihr nicht antworten.

69Von nun an aber wird der Sohn des Menschen sitzen zur Rechten der Macht Gottes.

70Sie aber sagten alle: Du bist also der Sohn Gottes? Er aber sagte zu ihnen: Ihr sagt es, dass ich es bin.

71Sie aber sagten: Was brauchen wir noch ein Zeugnis? Denn wir selbst haben es aus seinem Mund gehört.