Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 23

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Und aufstehend führte ihre ganze Menge ihn vor Pilatus.

2Sie begannen aber ihn anzuklagen, sagend: Diesen fanden wir, wie er unser Volk aufwiegelt und verbietet, dem Kaiser Steuern zu geben, und sagt, er selbst sei Christus, ein König.

3Pilatus aber fragte ihn, sagend: Bist du der König der Juden? Er aber, antwortend, sprach zu ihm: Du sagst es.

4Pilatus aber sprach zu den Hohenpriestern und den Mengen: Nichts finde ich an Schuld an diesem Menschen.

5Sie aber bestanden darauf, sagend: Er wiegelt das Volk auf, lehrend durch ganz Judäa, und begonnen habend von Galiläa bis hierher.

6Pilatus aber, gehört habend, fragte, ob der Mensch ein Galiläer sei,

7und erkannt habend, dass er aus dem Machtbereich des Herodes ist, sandte er ihn hinauf zu Herodes, der auch selbst in Jerusalem war in diesen Tagen.

8Herodes aber, gesehen habend Jesus, freute sich sehr; denn er wollte ihn seit langer Zeit schon sehen, weil er über ihn hörte, und er hoffte, irgendein Zeichen von ihm geschehen zu sehen.

9Er fragte ihn aber mit vielen Worten; er aber antwortete ihm nichts.

10Es standen aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und klagten ihn heftig an.

11Verachtet habend ihn aber, auch Herodes mit seinen Soldaten, und verspottet habend, ihm umgelegt habend ein glänzendes Gewand, sandte er ihn hinauf zu Pilatus.

12Es wurden aber Freunde sowohl Herodes als auch Pilatus an eben diesem Tage miteinander; denn zuvor waren sie in Feindschaft gegeneinander.

13Pilatus aber, zusammengerufen habend die Hohenpriester und die Obersten und das Volk,

14sprach zu ihnen: Ihr habt mir diesen Menschen gebracht als einen, der das Volk abwendig macht, und siehe, ich, vor euch verhört habend, fand keine Schuld an diesem Menschen von dem, was ihr gegen ihn anklagt,

15aber auch nicht Herodes; denn er sandte ihn zu uns zurück; und siehe, nichts des Todes Würdiges ist von ihm getan.

16Nachdem ich ihn also gezüchtigt habe, werde ich ihn freilassen.

17[ausgelassen] Vers 17 („Er musste ihnen aber einen zum Fest freigeben“) fehlt in wichtigen Handschriften; aus Matthäus 27,15 / Markus 15,6 angeglichen.

18Sie aber schrien auf in voller Menge, sagend: Weg mit diesem, gib uns aber den Barabbas frei!

19welcher wegen eines Aufruhrs, der in der Stadt geschehen war, und wegen Mordes ins Gefängnis geworfen war.

20Wiederum aber rief Pilatus ihnen zu, wollend Jesus freilassen.

21Sie aber riefen dagegen, sagend: Kreuzige, kreuzige ihn!

22Er aber sprach zum dritten Mal zu ihnen: Was denn Böses hat dieser getan? Nichts des Todes Würdiges fand ich an ihm; nachdem ich ihn also gezüchtigt habe, werde ich ihn freilassen.

23Sie aber drangen mit großen Stimmen darauf, fordernd, dass er gekreuzigt werde, und ihre Stimmen gewannen die Oberhand.

24Und Pilatus entschied, dass ihre Forderung geschehe;

25er ließ aber den frei, der wegen Aufruhr und Mord ins Gefängnis geworfen war, den sie forderten; den Jesus aber übergab er ihrem Willen.

26Und wie sie ihn abführten, ergriffen sie einen gewissen Simon, einen Kyrenäer, der vom Feld kam, und legten ihm das Kreuz auf, es hinter Jesus her zu tragen.

27Es folgte ihm aber eine große Menge des Volkes und von Frauen, welche sich schlugen und ihn beklagten.

28Sich umgewandt habend aber zu ihnen sprach Jesus: Töchter Jerusalems, weint nicht über mich; vielmehr über euch selbst weint und über eure Kinder,

29denn siehe, es kommen Tage, in denen sie sagen werden: Selig die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht genährt haben.

30Dann werden sie beginnen, zu den Bergen zu sagen: Fallt auf uns!, und zu den Hügeln: Bedeckt uns!

31Denn wenn am grünen Holz sie dies tun, was wird am dürren geschehen?

32Es wurden aber auch andere, zwei Übeltäter, mit ihm geführt, um getötet zu werden.

33Und als sie an den Ort kamen, der Schädel genannt wird, dort kreuzigten sie ihn und die Übeltäter, den einen zur Rechten, den anderen zur Linken.

34Jesus aber sagte: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Verteilend aber seine Kleider, warfen sie das Los.

35Und es stand das Volk, zuschauend. Es verhöhnten aber die Obersten, sagend: Andere hat er gerettet, er rette sich selbst, wenn dieser der Christus Gottes ist, der Auserwählte.

36Es verspotteten ihn aber auch die Soldaten, herzutretend, ihm Essig darreichend

37und sagend: Wenn du der König der Juden bist, rette dich selbst!

38Es war aber auch eine Aufschrift über ihm: Dieser ist der König der Juden.

39Einer aber der aufgehängten Übeltäter lästerte ihn: Bist nicht du der Christus? Rette dich selbst und uns!

40Antwortend aber wies der andere ihn zurecht und sprach: Fürchtest auch du Gott nicht, da du im selben Gericht bist?

41Und wir zwar mit Recht; denn wir empfangen Würdiges für das, was wir getan haben; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.

42Und er sagte: Jesus, gedenke meiner, wenn du kommst in dein Reich.

43Und er sprach zu ihm: Amen, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein.

44Und es war schon etwa die sechste Stunde, und Finsternis geschah über das ganze Land bis zur neunten Stunde,

45da die Sonne sich verfinsterte; es zerriss aber der Vorhang des Tempels in der Mitte.

46Und rufend mit großer Stimme sprach Jesus: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Dies aber gesagt habend, verschied er.

47Gesehen habend aber der Hauptmann das Geschehene, pries er Gott, sagend: Wahrhaftig, dieser Mensch war gerecht.

48Und alle die Mengen, die zusammengekommen waren zu diesem Schauspiel, gesehen habend das Geschehene, schlugen sich an die Brust und kehrten zurück.

49Es standen aber alle seine Bekannten von ferne, und Frauen, die ihm aus Galiläa nachgefolgt waren, dies sehend.

50Und siehe, ein Mann mit Namen Josef, ein Ratsherr seiend, und ein guter und gerechter Mann –

51dieser war nicht einverstanden gewesen mit ihrem Beschluss und ihrem Vorgehen – aus Arimathäa, einer Stadt der Juden, der das Reich Gottes erwartete;

52dieser, hingegangen zu Pilatus, erbat den Leib Jesu,

53und herabgenommen habend, wickelte er ihn in Leinwand und legte ihn in ein in Fels gehauenes Grab, wo noch niemand gelegen hatte.

54Und es war Rüsttag, und der Sabbat brach an.

55Nachgefolgt aber die Frauen, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren, schauten das Grab und wie sein Leib hineingelegt wurde,

56zurückgekehrt aber bereiteten sie wohlriechende Stoffe und Salböle; und den Sabbat zwar ruhten sie nach dem Gebot.