Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 10

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Nach diesem aber bestimmte der Herr auch andere siebzig und sandte sie aus, je zwei vor seinem Angesicht her, in jede Stadt und jeden Ort, wohin er selbst zu gehen im Begriff war.

2Er sagte aber zu ihnen: Die Ernte zwar ist groß, die Arbeiter aber sind wenige; bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte.

3Geht hin; siehe, ich sende euch wie Lämmer mitten unter Wölfe.

4Tragt nicht Geldbeutel, nicht Tasche, nicht Schuhe; und grüßt niemanden auf dem Weg.

5In welches Haus ihr aber hineingeht, sagt zuerst: Friede diesem Haus.

6Und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, wird euer Friede auf ihm ruhen; wenn aber nicht, wird er zu euch zurückkehren.

7In demselben Haus aber bleibt, essend und trinkend, was sie haben; denn würdig ist der Arbeiter seines Lohnes. Zieht nicht von Haus zu Haus.

8Und in welche Stadt ihr hineingeht und sie euch aufnehmen, esst, was euch vorgesetzt wird,

9und heilt die Kranken in ihr und sagt ihnen: Nahe gekommen ist zu euch das Reich Gottes.

10In welche Stadt ihr aber hineingeht und sie euch nicht aufnehmen, geht hinaus auf ihre Straßen und sagt:

11Auch den Staub, der uns aus eurer Stadt an die Füße geheftet hat, wischen wir gegen euch ab; doch dies erkennt, dass nahe gekommen ist das Reich Gottes.

12Ich sage euch aber, dass es Sodom an jenem Tag erträglicher ergehen wird als jener Stadt.

13Wehe dir, Chorazin, wehe dir, Betsaida; denn wenn in Tyrus und Sidon die Machttaten geschehen wären, die in euch geschehen sind, längst hätten sie, in Sack und Asche sitzend, Buße getan.

14Doch Tyrus und Sidon wird es im Gericht erträglicher ergehen als euch.

15Und du, Kafarnaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhöht werden? Bis zum Hades wirst du hinabgestoßen werden.

16Wer euch hört, hört mich, und wer euch verwirft, verwirft mich; wer aber mich verwirft, verwirft den, der mich gesandt hat.

17Es kehrten aber die siebzig mit Freude zurück, sagend: Herr, auch die Dämonen unterwerfen sich uns in deinem Namen.

18Er sagte aber zu ihnen: Ich schaute den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen.

19Siehe, ich habe euch die Vollmacht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione und über die ganze Macht des Feindes, und nichts wird euch in keiner Weise Schaden tun.

20Doch darüber freut euch nicht, dass sich euch die Geister unterwerfen; freut euch aber, dass eure Namen in den Himmeln eingeschrieben sind.

21In derselben Stunde jubelte er im Heiligen Geist und sagte: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies vor Weisen und Verständigen verborgen und es Unmündigen offenbart hast; ja, der Vater, denn so war es Wohlgefallen vor dir.

22Und sich umwendend zu den Jüngern sagte er: Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater, und niemand erkennt, wer der Sohn ist, außer der Vater, und wer der Vater ist, außer der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.

23Und sich umwendend zu den Jüngern für sich allein sagte er: Selig die Augen, die sehen, was ihr seht.

24Denn ich sage euch, dass viele Propheten und Könige sehen wollten, was ihr seht, und sahen es nicht, und hören, was ihr hört, und hörten es nicht.

25Und siehe, ein gewisser Gesetzeskundiger stand auf, ihn versuchend, und sagte: Lehrer, was tuend werde ich ewiges Leben erben?

26Er aber sagte zu ihm: Im Gesetz, was steht geschrieben? Wie liest du?

27Er aber antwortend sprach: Du sollst lieben den Herrn, deinen Gott, aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand, und deinen Nächsten wie dich selbst.

28Er aber sagte zu ihm: Richtig hast du geantwortet; dies tu, und du wirst leben.

29Er aber, sich rechtfertigen wollend, sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?

30Jesus aufgreifend sagte: Ein gewisser Mensch ging hinab von Jerusalem nach Jericho und fiel unter Räuber, die ihn auch auszogen und ihm Schläge versetzten und weggingen, ihn halbtot zurücklassend.

31Durch Zufall aber ging ein gewisser Priester auf jenem Weg hinab, und ihn sehend ging er auf der anderen Seite vorüber.

32Ebenso aber auch ein Levit, an den Ort gekommen, hinzukommend und ihn sehend, ging auf der anderen Seite vorüber.

33Ein gewisser Samaritaner aber, der reiste, kam zu ihm und ihn sehend wurde er von Mitleid bewegt,

34und hinzutretend verband er seine Wunden, Öl und Wein daraufgießend, und nachdem er ihn auf das eigene Lasttier gesetzt hatte, brachte er ihn in eine Herberge und sorgte für ihn.

35Und am folgenden Tag, zwei Denare herausnehmend, gab er sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und was du auch immer darüber hinaus aufwenden wirst, ich werde es dir bei meiner Rückkehr erstatten.

36Wer von diesen dreien scheint dir der Nächste geworden zu sein dem, der unter die Räuber gefallen ist?

37Er aber sagte: Der die Barmherzigkeit an ihm getan hat. Es sagte aber zu ihm Jesus: Geh hin und tu auch du ebenso.

38Es geschah aber, als sie hinzogen, da ging er selbst hinein in ein gewisses Dorf; eine Frau aber mit Namen Marta nahm ihn auf in das Haus.

39Und dieser gehörte eine Schwester, genannt Maria, die sich auch zu den Füßen des Herrn setzte und sein Wort hörte;

40Marta aber war abgelenkt durch viel Bedienung; sie aber trat hinzu und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester mich allein bedienen lässt? Sag ihr nun, dass sie mit mir anpacke.

41Antwortend aber sagte zu ihr der Herr: Marta, Marta, du sorgst und beunruhigst dich um vieles,

42eines aber ist nötig; Maria nämlich hat das gute Teil erwählt, das nicht von ihr weggenommen werden wird.