Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 11

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Und es geschah, als er an einem gewissen Ort betend war — als er aufhörte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte.

2Er sprach aber zu ihnen: Wenn ihr betet, sagt: Vater, geheiligt werde dein Name; es komme dein Reich;

3unser Brot, das für den kommenden Tag nötige, gib uns Tag für Tag;

4und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns schuldig ist; und führe uns nicht hinein in Versuchung.

5Und er sprach zu ihnen: Wer von euch wird einen Freund haben und wird zu ihm gehen um Mitternacht und wird zu ihm sagen: Freund, leih mir drei Brote,

6weil ein Freund von mir auf dem Weg zu mir gekommen ist, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen werde.

7Und jener wird von drinnen antwortend sagen: Mach mir keine Mühe; schon ist die Tür verschlossen, und meine Kinder sind mit mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und dir geben.

8Ich sage euch: Wenn er auch nicht aufstehen und ihm geben wird, weil er sein Freund ist, so wird er doch wegen seiner Unverschämtheit sich erheben und ihm geben, soviel er braucht.

9Und ich sage euch: Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch aufgetan werden.

10Denn jeder, der bittet, empfängt, und der sucht, findet, und dem, der anklopft, wird aufgetan werden.

11Welchen Vater aber von euch wird der Sohn um Brot bitten, und er wird ihm einen Stein geben? Oder auch um einen Fisch, wird er ihm statt eines Fisches eine Schlange geben?

12Oder auch, wenn er um ein Ei bitten wird, wird er ihm einen Skorpion geben?

13Wenn nun ihr, die ihr böse seid, wisst, euren Kindern gute Gaben zu geben, wie viel mehr wird der Vater aus dem Himmel Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.

14Und er war einen Dämon austreibend, und dieser war stumm; es geschah aber, als der Dämon hinausgegangen war, redete der Stumme. Und die Mengen verwunderten sich.

15Einige aber von ihnen sprachen: Durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.

16Andere aber, ihn versuchend, forderten von ihm ein Zeichen aus dem Himmel.

17Er aber, ihre Gedanken kennend, sprach zu ihnen: Jedes Reich, das gegen sich selbst entzweit ist, wird verwüstet, und Haus fällt auf Haus.

18Wenn aber auch der Satan gegen sich selbst entzweit ist, wie wird sein Reich bestehen? Denn ihr sagt, dass ich durch Beelzebul die Dämonen austreibe.

19Wenn aber ich durch Beelzebul die Dämonen austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein.

20Wenn aber ich durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist also das Reich Gottes zu euch gekommen.

21Wenn der Starke, gut bewaffnet, seinen eigenen Hof bewacht, ist sein Besitz in Frieden;

22Wenn aber ein Stärkerer als er über ihn kommt und ihn besiegt, nimmt er ihm seine ganze Waffenrüstung, auf die er vertraut hatte, und verteilt seine Beute.

23Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut.

24Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausgegangen ist, durchzieht er wasserlose Orte, Ruhe suchend, und da er sie nicht findet, sagt er: Ich will zurückkehren in mein Haus, von wo ich ausgegangen bin.

25Und gekommen, findet er es gefegt und geschmückt.

26Dann geht er und nimmt sieben andere Geister, böser als er selbst, mit, und sie gehen hinein und wohnen dort; und das Letzte jenes Menschen wird schlimmer als das Erste.

27Es geschah aber, als er dies sagte, erhob eine Frau aus der Menge die Stimme und sprach zu ihm: Selig der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast.

28Er aber sprach: Ja vielmehr, selig die, die das Wort Gottes hören und bewahren.

29Als aber die Mengen sich zusammendrängten, begann er zu sagen: Dieses Geschlecht ist ein böses Geschlecht; es sucht ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden außer dem Zeichen des Jona.

30Denn wie Jona den Niniviten ein Zeichen wurde, so wird auch der Sohn des Menschen diesem Geschlecht sein.

31Die Königin des Südens wird im Gericht auferstehen mit den Männern dieses Geschlechts und wird sie verurteilen; denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, und siehe, mehr als Salomo ist hier.

32Männer von Ninive werden im Gericht auferstehen mit diesem Geschlecht und werden es verurteilen; denn sie taten Buße auf die Predigt des Jona hin, und siehe, mehr als Jona ist hier.

33Niemand zündet eine Lampe an und stellt sie ins Verborgene noch unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit die Hereinkommenden den Schein sehen.

34Die Lampe des Leibes ist dein Auge. Wenn dein Auge lauter ist, ist auch dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, ist auch dein Leib finster.

35Sieh also zu, dass nicht das Licht, das in dir ist, Finsternis ist.

36Wenn nun dein ganzer Leib licht ist und keinen Teil hat, der finster ist, wird er ganz licht sein, wie wenn die Lampe dich mit ihrem Strahl erleuchtet.

37Während er aber redete, bittet ihn ein Pharisäer, dass er bei ihm das Mahl einnehme; und er ging hinein und legte sich zu Tisch.

38Der Pharisäer aber, als er es sah, wunderte sich, dass er sich nicht zuerst vor dem Mahl gewaschen hatte.

39Der Herr aber sprach zu ihm: Jetzt reinigt ihr Pharisäer das Äußere des Bechers und der Schüssel, euer Inneres aber ist voll von Raub und Bosheit.

40Ihr Unverständigen, hat nicht der, der das Äußere machte, auch das Innere gemacht?

41Doch gebt das, was darin ist, als Almosen, und siehe, alles ist euch rein.

42Aber wehe euch Pharisäern! Denn ihr verzehntet die Minze und die Raute und jedes Gartenkraut und übergeht das Gericht und die Liebe Gottes; dies aber hätte man tun und jenes nicht lassen sollen.

43Wehe euch Pharisäern! Denn ihr liebt den ersten Sitz in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten.

44Wehe euch! Denn ihr seid wie die unkenntlichen Gräber, und die Menschen, die darüber gehen, wissen es nicht.

45Antwortend aber sagt einer der Gesetzeslehrer zu ihm: Lehrer, indem du dies sagst, beschimpfst du auch uns.

46Er aber sprach: Auch euch Gesetzeslehrern wehe! Denn ihr beladet die Menschen mit schwer zu tragenden Lasten, und selbst rührt ihr die Lasten nicht mit einem eurer Finger an.

47Wehe euch! Denn ihr baut die Grabmäler der Propheten, eure Väter aber töteten sie.

48Also seid ihr Zeugen und stimmt den Werken eurer Väter zu, denn sie töteten sie, ihr aber baut.

49Deshalb sprach auch die Weisheit Gottes: Ich werde zu ihnen Propheten und Apostel senden, und einige von ihnen werden sie töten und verfolgen,

50damit das Blut aller Propheten, das vergossen wurde von Grundlegung der Welt an, von diesem Geschlecht gefordert werde,

51vom Blut Abels bis zum Blut Zacharias', der zwischen dem Altar und dem Haus umkam; ja, ich sage euch: Es wird gefordert werden von diesem Geschlecht.

52Wehe euch Gesetzeslehrern! Denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen; selbst seid ihr nicht hineingegangen, und die hineingehen wollten, habt ihr gehindert.

53Und als er von dort hinausging, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer, ihm heftig zuzusetzen und ihn über vieles auszufragen,

54indem sie ihm auflauerten, um etwas aus seinem Mund zu erjagen.