Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 9

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Zusammengerufen habend aber die Zwölf, gab er ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und Krankheiten zu heilen,

2und er sandte sie aus, zu verkünden das Reich Gottes und zu heilen,

3und er sprach zu ihnen: Nichts nehmt auf den Weg, weder Stab noch Tasche noch Brot noch Geld, noch je zwei Hemden zu haben.

4Und in welches Haus ihr eintretet, dort bleibt und von dort geht hinaus.

5Und alle, die euch nicht aufnehmen — herausgehend aus jener Stadt, schüttelt auch den Staub von euren Füßen ab zum Zeugnis gegen sie.

6Hinausgehend aber durchzogen sie die Dörfer, das Evangelium verkündend und heilend überall.

7Es hörte aber Herodes, der Vierfürst, alles, was geschah, und er war ratlos, weil von einigen gesagt wurde, dass Johannes auferweckt worden sei aus den Toten,

8von einigen aber, dass Elija erschienen sei, von anderen aber, dass ein Prophet, einer der Alten, auferstanden sei.

9Es sprach aber Herodes: Johannes habe ich enthauptet; wer aber ist dieser, über den ich solches höre? Und er suchte ihn zu sehen.

10Und zurückgekehrt erzählten die Apostel ihm, was alles sie getan hatten. Und sie mitnehmend zog er sich zurück für sich allein in eine Stadt, genannt Betsaida.

11Die Mengen aber, es erkannt habend, folgten ihm; und sie aufnehmend redete er zu ihnen über das Reich Gottes, und die Bedarf an Heilung hatten, machte er gesund.

12Der Tag aber begann sich zu neigen; herzugetreten aber sagten die Zwölf zu ihm: Entlass die Menge, damit sie, gehend in die umliegenden Dörfer und Höfe, einkehren und Verpflegung finden, denn hier sind wir an einem öden Ort.

13Er sprach aber zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie aber sagten: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, wir gehen und kaufen Speisen für dieses ganze Volk.

14Es waren aber etwa fünftausend Männer. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Lasst sie sich lagern in Gruppen zu je fünfzig.

15Und sie taten so und ließen alle sich lagern.

16Genommen habend aber die fünf Brote und die zwei Fische, aufblickend zum Himmel, segnete er sie und brach sie und gab sie den Jüngern, vorzulegen der Menge.

17Und sie aßen und wurden satt, alle, und es wurde aufgehoben das von ihnen Übriggebliebene an Brocken: zwölf Körbe.

18Und es geschah, während er allein betete, waren bei ihm die Jünger, und er befragte sie, sagend: Wer sagen die Mengen, dass ich sei?

19Sie aber antwortend sagten: Johannes den Täufer, andere aber Elija, andere aber, dass ein Prophet, einer der Alten, auferstanden sei.

20Er sprach aber zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, dass ich sei? Petrus aber antwortend sprach: Den Christus Gottes.

21Er aber, sie scharf ermahnt habend, gebot, dies niemandem zu sagen,

22sagend, dass der Sohn des Menschen vieles leiden müsse und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden.

23Er sprach aber zu allen: Wenn jemand hinter mir herkommen will, verleugne er sich selbst und nehme auf sein Kreuz Tag für Tag und folge mir nach.

24Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, dieser wird es retten.

25Denn was nützt es einem Menschen, der die ganze Welt gewonnen hat, sich selbst aber verloren oder Schaden genommen hat?

26Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommt in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel.

27Ich sage euch aber wahrhaftig: Es sind einige von denen, die hier stehen, die den Tod gewiss nicht kosten werden, bis sie das Reich Gottes sehen.

28Es geschah aber nach diesen Worten, etwa acht Tage, und mitgenommen habend Petrus und Johannes und Jakobus, stieg er auf den Berg, um zu beten.

29Und es geschah, während er betete, dass das Aussehen seines Angesichts ein anderes wurde und seine Kleidung weiß, hell aufstrahlend.

30Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm, welche waren Mose und Elija,

31die, erschienen in Herrlichkeit, sprachen von seinem Ausgang, den er in Jerusalem erfüllen sollte.

32Petrus aber und die mit ihm waren von Schlaf beschwert; aufgewacht aber sahen sie seine Herrlichkeit und die zwei Männer, die bei ihm standen.

33Und es geschah, als sie sich von ihm trennten, sprach Petrus zu Jesus: Meister, gut ist es, dass wir hier sind, und lass uns drei Hütten machen, eine dir und eine Mose und eine Elija — nicht wissend, was er sagt.

34Während er aber dies sagte, geschah eine Wolke und überschattete sie; sie fürchteten sich aber, als sie in die Wolke hineingingen.

35Und eine Stimme geschah aus der Wolke, sagend: Dieser ist mein Sohn, der Auserwählte; ihn hört.

36Und während die Stimme geschah, wurde Jesus allein gefunden. Und sie schwiegen und berichteten niemandem in jenen Tagen etwas von dem, was sie gesehen hatten.

37Es geschah aber am folgenden Tag, als sie vom Berg herabgestiegen waren, kam ihm eine große Menge entgegen.

38Und siehe, ein Mann aus der Menge schrie, sagend: Lehrer, ich bitte dich, sieh nach meinem Sohn, denn er ist mir ein einziger,

39und siehe, ein Geist ergreift ihn, und plötzlich schreit er, und er reißt ihn hin und her mit Schaum, und kaum weicht er von ihm, ihn zerschlagend.

40Und ich bat deine Jünger, dass sie ihn austrieben, und sie konnten nicht.

41Antwortend aber sprach Jesus: O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, bis wann werde ich bei euch sein und euch ertragen? Bring deinen Sohn hierher.

42Während er aber noch herzukam, riss ihn der Dämon hin und zerrte ihn; es bedrohte aber Jesus den unreinen Geist und heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater zurück.

43Es waren aber alle erstaunt über die Größe Gottes. Während aber alle sich wunderten über alles, was er tat, sprach er zu seinen Jüngern:

44Legt ihr in eure Ohren diese Worte; denn der Sohn des Menschen wird ausgeliefert werden in die Hände von Menschen.

45Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verhüllt, damit sie es nicht begriffen, und sie fürchteten sich, ihn nach diesem Wort zu fragen.

46Es kam aber ein Gedanke auf unter ihnen, wer von ihnen wohl der Größte sei.

47Jesus aber, wissend den Gedanken ihres Herzens, ergriff ein Kind und stellte es neben sich,

48und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen, nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat; denn wer der Geringste unter euch allen ist, dieser ist groß.

49Antwortend aber sprach Johannes: Meister, wir sahen einen, der in deinem Namen Dämonen austreibt, und wir hinderten ihn, weil er nicht mit uns nachfolgt.

50Es sprach aber zu ihm Jesus: Hindert nicht; denn wer nicht gegen euch ist, ist für euch.

51Es geschah aber, als sich die Tage seiner Aufnahme erfüllten, da richtete er sein Angesicht fest darauf, nach Jerusalem zu gehen,

52und er sandte Boten vor seinem Angesicht her. Und gehend kamen sie in ein Dorf der Samariter, um für ihn alles vorzubereiten;

53und sie nahmen ihn nicht auf, weil sein Angesicht nach Jerusalem ging.

54Es gesehen habend aber, sprachen die Jünger Jakobus und Johannes: Herr, willst du, dass wir sagen, Feuer solle herabfallen vom Himmel und sie verzehren?

55Sich umgewandt habend aber, ermahnte er sie scharf.

56Und sie gingen in ein anderes Dorf.

57Und während sie auf dem Weg gingen, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst.

58Und es sprach zu ihm Jesus: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, der Sohn des Menschen aber hat nicht, wohin er das Haupt legen kann.

59Er sprach aber zu einem anderen: Folge mir. Der aber sagte: Erlaube mir, zuerst wegzugehen und meinen Vater zu begraben.

60Er sprach aber zu ihm: Lass die Toten ihre eigenen Toten begraben; du aber geh hin und verkünde das Reich Gottes.

61Es sprach aber auch ein anderer: Ich will dir folgen, Herr; zuerst aber erlaube mir, Abschied zu nehmen von denen in meinem Haus.

62Es sprach aber zu ihm Jesus: Niemand, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und nach hinten blickt, ist tauglich für das Reich Gottes.