Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Johannes 9

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Und im Vorübergehen sah er einen Menschen, blind von Geburt an.

2Und es fragten ihn seine Jünger, sagend: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?

3Es antwortete Jesus: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern damit offenbar werden die Werke Gottes an ihm.

4Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange Tag ist; es kommt Nacht, wenn niemand wirken kann.

5Solange ich in der Welt bin, bin ich Licht der Welt.

6Dies gesagt habend, spie er auf den Boden und machte einen Brei aus dem Speichel, und er strich ihm den Brei auf die Augen

7und sagte ihm: Geh hin, wasche dich im Teich Siloah, das wird übersetzt: Gesandter. Er ging nun fort und wusch sich, und er kam sehend.

8Die Nachbarn nun und die ihn vorher als Bettler sahen, sagten: Ist nicht dieser es, der dasaß und bettelte?

9Andere sagten: Dieser ist es. Andere sagten: Nein, sondern er ist ihm ähnlich. Jener sagte: Ich bin es.

10Sie sagten nun zu ihm: Wie wurden dir denn die Augen geöffnet?

11Es antwortete jener: Der Mensch, der Jesus genannt wird, machte einen Brei und bestrich meine Augen und sagte mir: Geh hin zum Siloah und wasche dich. Fortgegangen nun und gewaschen, sah ich wieder.

12Und sie sagten ihm: Wo ist jener? Er sagt: Ich weiß es nicht.

13Sie führen ihn zu den Pharisäern, den einst Blinden.

14Es war aber Sabbat an dem Tag, da Jesus den Brei machte und ihm die Augen öffnete.

15Wieder nun fragten ihn auch die Pharisäer, wie er wieder sah. Er aber sagte ihnen: Brei legte er mir auf die Augen, und ich wusch mich, und ich sehe.

16Es sagten nun einige von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es war eine Spaltung unter ihnen.

17Sie sagen nun wieder zu dem Blinden: Du, was sagst du über ihn, weil er dir die Augen geöffnet hat? Er aber sagte: Er ist ein Prophet.

18Es glaubten nun nicht die Juden über ihn, dass er blind war und wieder sah, bis sie die Eltern dessen riefen, der wieder sah,

19und sie fragten sie, sagend: Ist dieser euer Sohn, von dem ihr sagt, dass er blind geboren wurde? Wie sieht er nun jetzt?

20Es antworteten nun seine Eltern und sagten: Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde;

21wie er aber jetzt sieht, wissen wir nicht, oder wer ihm die Augen geöffnet hat, wir wissen es nicht. Fragt ihn, er hat das Alter, er wird über sich selbst reden.

22Dies sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn schon hatten die Juden vereinbart, dass, wenn jemand ihn als Christus bekennen würde, er aus der Synagoge ausgeschlossen werden solle.

23Deswegen sagten seine Eltern: Er hat das Alter, fragt ihn.

24Sie riefen nun den Menschen zum zweiten Mal, der blind war, und sagten ihm: Gib Gott die Ehre; wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.

25Es antwortete nun jener: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht; eines weiß ich, dass ich, blind seiend, jetzt sehe.

26Sie sagten nun zu ihm: Was tat er dir? Wie öffnete er dir die Augen?

27Er antwortete ihnen: Ich sagte es euch schon, und ihr habt nicht gehört; was wollt ihr wieder hören? Wollt etwa auch ihr seine Jünger werden?

28Sie schmähten ihn und sagten: Du bist Jünger jenes, wir aber sind Jünger des Mose;

29wir wissen, dass zu Mose Gott geredet hat, von diesem aber wissen wir nicht, woher er ist.

30Es antwortete der Mensch und sagte ihnen: Denn darin ist das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er ist, und doch hat er mir die Augen geöffnet.

31Wir wissen, dass Gott Sünder nicht hört, sondern wenn jemand gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den hört er.

32Von Ewigkeit her wurde nicht gehört, dass jemand die Augen eines blind Geborenen geöffnet hat.

33Wäre dieser nicht von Gott, könnte er nichts tun.

34Sie antworteten und sagten ihm: In Sünden wurdest du ganz geboren, und du lehrst uns? Und sie warfen ihn hinaus.

35Es hörte Jesus, dass sie ihn hinausgeworfen hatten, und ihn gefunden habend, sagte er: Glaubst du an den Sohn des Menschen?

36Es antwortete jener und sagte: Und wer ist es, Herr, dass ich an ihn glaube?

37Es sagte ihm Jesus: Und du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, jener ist es.

38Er aber sagte: Ich glaube, Herr; und er warf sich vor ihm nieder.

39Und es sagte Jesus: Zum Gericht bin ich in diese Welt gekommen, damit die Nichtsehenden sehen und die Sehenden blind werden.

40Es hörten dies einige von den Pharisäern, die bei ihm waren, und sagten ihm: Sind etwa auch wir blind?

41Es sagte ihnen Jesus: Wenn ihr blind wäret, hättet ihr keine Sünde; nun aber sagt ihr: Wir sehen; eure Sünde bleibt.