Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Johannes 8

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Jesus aber ging hin zum Ölberg.

2In der Frühe aber kam er wieder in den Tempel, und das ganze Volk kam zu ihm, und sich setzend lehrte er sie.

3Es führen aber die Schriftgelehrten und die Pharisäer zu ihm eine Frau, beim Ehebruch ergriffen, und sie in die Mitte stellend

4sagen sie zu ihm: Lehrer, diese Frau ist auf frischer Tat ertappt worden, Ehebruch treibend.

5Im Gesetz aber hat uns Mose geboten, solche zu steinigen. Du nun, was sagst du?

6Dies aber sagten sie, ihn versuchend, damit sie etwas hätten, ihn anzuklagen. Jesus aber, sich hinabbeugend, schrieb mit dem Finger auf die Erde.

7Wie sie aber dabei blieben, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Der Sündlose unter euch werfe als Erster den Stein auf sie.

8Und wieder sich hinabbeugend, schrieb er auf die Erde.

9Die aber, es gehört habend und vom Gewissen überführt, gingen hinaus, einer nach dem andern, angefangen von den Ältesten bis zu den Letzten, und es blieb allein Jesus zurück und die Frau, in der Mitte stehend.

10Sich aufrichtend aber und niemand erblickend außer der Frau, sprach Jesus zu ihr: Frau, wo sind jene, deine Ankläger? Hat keiner dich verurteilt?

11Sie aber sprach: Keiner, Herr. Es sprach aber zu ihr Jesus: Auch ich verurteile dich nicht. Geh hin und sündige von jetzt an nicht mehr.

12Wieder nun redete Jesus zu ihnen, sagend: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird keinesfalls in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben.

13Es sprachen nun zu ihm die Pharisäer: Du zeugst von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr.

14Es antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr, weil ich weiß, woher ich kam und wohin ich gehe; ihr aber wisst nicht, woher ich komme oder wohin ich gehe.

15Ihr richtet nach dem Fleisch; ich richte niemand.

16Und wenn ich aber richte, ist mein Gericht wahrhaftig, weil ich nicht allein bin, sondern ich und der mich gesandt hat.

17Und auch in eurem Gesetz steht geschrieben, dass das Zeugnis zweier Menschen wahr ist.

18Ich bin es, der von mir selbst zeugt, und es zeugt von mir der Vater, der mich gesandt hat.

19Sie sprachen nun zu ihm: Wo ist dein Vater? Es antwortete Jesus: Weder mich kennt ihr noch meinen Vater; wenn ihr mich kenntet, würdet ihr auch meinen Vater kennen.

20Diese Worte redete er bei der Schatzkammer, lehrend im Tempel; und niemand ergriff ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war.

21Er sprach nun wieder zu ihnen: Ich gehe hin, und ihr werdet mich suchen, und in eurer Sünde werdet ihr sterben; wohin ich gehe, könnt ihr nicht kommen.

22Es sprachen nun die Juden: Will er sich etwa selbst töten, dass er sagt: Wohin ich gehe, könnt ihr nicht kommen?

23Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt.

24Ich sprach nun zu euch, dass ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben.

25Sie sprachen nun zu ihm: Du, wer bist du? Es sprach zu ihnen Jesus: Von Anfang an das, was ich auch zu euch rede.

26Vieles habe ich über euch zu reden und zu richten; aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und ich, was ich von ihm gehört habe, dies rede ich in die Welt.

27Sie erkannten nicht, dass er von dem Vater zu ihnen sprach.

28Es sprach nun Jesus: Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin, und von mir selbst tue ich nichts, sondern wie der Vater mich gelehrt hat, dies rede ich.

29Und der mich gesandt hat, ist mit mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich allezeit das ihm Wohlgefällige tue.

30Als er dies redete, glaubten viele an ihn.

31Es sprach nun Jesus zu den Juden, die ihm gläubig geworden waren: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wahrhaftig meine Jünger,

32und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

33Sie antworteten ihm: Same Abrahams sind wir und haben niemals jemandem als Sklaven gedient; wie sagst du: Ihr werdet frei werden?

34Es antwortete ihnen Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist ein Sklave der Sünde.

35Der Sklave aber bleibt nicht im Haus in Ewigkeit; der Sohn bleibt in Ewigkeit.

36Wenn nun der Sohn euch frei macht, werdet ihr wirklich frei sein.

37Ich weiß, dass ihr Same Abrahams seid; aber ihr sucht mich zu töten, weil mein Wort keinen Raum in euch hat.

38Ich rede, was ich bei dem Vater gesehen habe; und ihr nun tut, was ihr von dem Vater gehört habt.

39Sie antworteten und sprachen zu ihm: Unser Vater ist Abraham. Es sagt zu ihnen Jesus: Wenn ihr Kinder Abrahams wäret, würdet ihr die Werke Abrahams tun;

40nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, die ich von Gott gehört habe; dies hat Abraham nicht getan.

41Ihr tut die Werke eures Vaters. Sie sagten zu ihm: Wir sind nicht aus Unzucht geboren; einen Vater haben wir, Gott.

42Es sprach zu ihnen Jesus: Wenn Gott euer Vater wäre, würdet ihr mich lieben; denn ich bin von Gott ausgegangen und komme; denn ich bin auch nicht von mir selbst gekommen, sondern jener hat mich gesandt.

43Warum erkennt ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt.

44Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und ist nicht in der Wahrheit gestanden, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, redet er aus dem Eigenen, weil er ein Lügner ist und sein Vater.

45Ich aber, weil ich die Wahrheit sage, ihr glaubt mir nicht.

46Wer von euch überführt mich einer Sünde? Wenn ich Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?

47Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes; deswegen hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.

48Es antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samariter bist und einen Dämon hast?

49Es antwortete Jesus: Ich habe keinen Dämon, sondern ich ehre meinen Vater, und ihr verunehrt mich.

50Ich aber suche nicht meine Herrlichkeit; es ist einer, der sucht und richtet.

51Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand mein Wort bewahrt, wird er den Tod keinesfalls schauen in Ewigkeit.

52Es sprachen zu ihm die Juden: Jetzt haben wir erkannt, dass du einen Dämon hast. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sagst: Wenn jemand mein Wort bewahrt, wird er den Tod keinesfalls schmecken in Ewigkeit.

53Bist du etwa größer als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Wozu machst du dich selbst?

54Es antwortete Jesus: Wenn ich mich selbst verherrliche, ist meine Herrlichkeit nichts; es ist mein Vater, der mich verherrlicht, von dem ihr sagt, dass er euer Gott ist,

55und ihr habt ihn nicht erkannt, ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagte, dass ich ihn nicht kenne, würde ich euch gleich sein, ein Lügner; aber ich kenne ihn und bewahre sein Wort.

56Abraham, euer Vater, jubelte, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich.

57Es sprachen nun die Juden zu ihm: Fünfzig Jahre hast du noch nicht, und Abraham hast du gesehen?

58Es sprach zu ihnen Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich.

59Sie hoben nun Steine auf, damit sie auf ihn würfen; Jesus aber verbarg sich und ging hinaus aus dem Tempel.