Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Johannes 10

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Amen, amen, ich sage euch: Wer nicht durch die Tür hineingeht in den Hof der Schafe, sondern anderswo hinaufsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber;

2Wer aber durch die Tür hineingeht, ist Hirte der Schafe.

3Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören seine Stimme, und die eigenen Schafe ruft er mit Namen und führt sie hinaus.

4Wenn er die eigenen alle hinausgetrieben hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen;

5Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.

6Diese Bildrede sagte ihnen Jesus; jene aber erkannten nicht, was es war, das er zu ihnen redete.

7Es sprach also Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür der Schafe.

8Alle, so viele kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe hörten nicht auf sie.

9Ich bin die Tür; durch mich, wenn jemand hineingeht, wird er gerettet werden und wird hineingehen und wird hinausgehen und wird Weide finden.

10Der Dieb kommt nur, damit er stehle und schlachte und verderbe; ich kam, damit sie Leben haben und Überfluss haben.

11Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte gibt sein Leben hin für die Schafe;

12Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und lässt die Schafe und flieht, und der Wolf raubt sie und zerstreut sie;

13Weil er ein Mietling ist, und ihm liegt nichts an den Schafen.

14Ich bin der gute Hirte, und ich erkenne die Meinen, und es erkennen mich die Meinen,

15so wie mich der Vater erkennt und ich den Vater erkenne, und mein Leben gebe ich hin für die Schafe.

16Und andere Schafe habe ich, die nicht aus diesem Hof sind; auch jene muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird werden eine Herde, ein Hirte.

17Deswegen liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, damit ich es wieder nehme.

18Niemand nimmt es von mir, sondern ich gebe es hin von mir selbst. Vollmacht habe ich, es hinzugeben, und Vollmacht habe ich, es wieder zu nehmen; dieses Gebot empfing ich von meinem Vater.

19Eine Spaltung entstand wieder unter den Juden wegen dieser Worte.

20Es sagten nun viele von ihnen: Einen Dämon hat er und ist von Sinnen; was hört ihr auf ihn?

21Andere sagten: Diese Worte sind nicht die eines Besessenen; kann etwa ein Dämon Augen von Blinden öffnen?

22Es geschah aber das Fest der Tempelweihe in Jerusalem; Winter war es;

23Und es ging Jesus umher im Tempel, in der Halle Salomos.

24Es umringten ihn nun die Juden und sagten zu ihm: Bis wann hältst du unsere Seele hin? Wenn du der Christus bist, sag es uns offen.

25Es antwortete Jesus: Ich sagte es euch, und ihr glaubt nicht; die Werke, die ich tue im Namen meines Vaters, die zeugen über mich;

26Aber ihr glaubt nicht, weil ihr nicht aus meinen Schafen seid.

27Meine Schafe hören meine Stimme, und ich erkenne sie, und sie folgen mir,

28Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden nicht verloren gehen in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.

29Der Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie reißen aus der Hand des Vaters.

30Ich und der Vater sind eins.

31Es trugen wieder Steine herbei die Juden, damit sie ihn steinigten.

32Es antwortete ihnen Jesus: Viele gute Werke zeigte ich euch vom Vater; um welches Werk von ihnen steinigt ihr mich?

33Es antworteten ihm die Juden: Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht, sondern wegen Gotteslästerung, und weil du, ein Mensch seiend, dich selbst zu Gott machst.

34Es antwortete ihnen Jesus: Ist nicht geschrieben in eurem Gesetz: Ich sagte: Götter seid ihr?

35Wenn er jene Götter nannte, an die das Wort Gottes erging, und die Schrift kann nicht aufgelöst werden,

36Den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, von dem sagt ihr: Du lästerst, weil ich sagte: Sohn Gottes bin ich?

37Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, glaubt mir nicht;

38Wenn ich sie aber tue, auch wenn ihr mir nicht glaubt, glaubt den Werken, damit ihr erkennt und erkennen lernt, dass in mir der Vater ist und ich im Vater.

39Sie suchten ihn nun zu ergreifen, und er ging hinaus aus ihrer Hand.

40Und er ging wieder weg jenseits des Jordan an den Ort, wo Johannes zuerst taufte, und er blieb dort.

41Und viele kamen zu ihm und sagten: Johannes tat zwar kein Zeichen, alles aber, was Johannes über diesen sagte, war wahr.

42Und viele glaubten dort an ihn.