Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Johannes 11

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Es war aber einer krank, Lazarus von Betanien, aus dem Dorf der Maria und ihrer Schwester Marta.

2Es war aber Maria, die den Herrn mit Salböl salbte und seine Füße mit ihren Haaren abtrocknete, deren Bruder Lazarus krank war.

3Es sandten nun die Schwestern zu ihm und sagten: Herr, siehe, den du liebhast, ist krank.

4Als aber Jesus es hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern für die Herrlichkeit Gottes, damit der Sohn Gottes durch sie verherrlicht werde.

5Es liebte aber Jesus die Marta und ihre Schwester und den Lazarus.

6Als er nun hörte, dass er krank ist, da blieb er zwar an dem Ort, wo er war, zwei Tage;

7darauf, danach sagt er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen.

8Es sagen ihm die Jünger: Rabbi, eben suchten dich die Juden zu steinigen, und wieder gehst du dorthin?

9Es antwortete Jesus: Sind nicht zwölf Stunden des Tages? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht;

10wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist.

11Dieses sagte er, und danach sagt er ihnen: Lazarus, unser Freund, ist eingeschlafen; aber ich gehe, damit ich ihn aufwecke.

12Es sagten ihm nun die Jünger: Herr, wenn er eingeschlafen ist, wird er gerettet werden.

13Es hatte aber Jesus von seinem Tod gesprochen. Jene aber meinten, dass er vom Schlafen des Schlummers spreche.

14Da nun sagte ihnen Jesus offen: Lazarus ist gestorben,

15und ich freue mich euretwegen — damit ihr glaubt —, dass ich nicht dort war; aber lasst uns zu ihm gehen.

16Es sagte nun Thomas, der Didymus genannt wird, zu den Mitjüngern: Lasst auch uns gehen, damit wir mit ihm sterben.

17Als nun Jesus kam, fand er ihn schon vier Tage habend im Grab.

18Es war aber Betanien nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt.

19Viele aber von den Juden waren zu denen um Marta und Maria gekommen, damit sie sie trösteten wegen des Bruders.

20Marta nun, als sie hörte, dass Jesus kommt, ging ihm entgegen; Maria aber saß im Haus.

21Es sagte nun Marta zu Jesus: Herr, wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben;

22und jetzt weiß ich, dass, was auch immer du von Gott erbittest, Gott dir geben wird.

23Es sagt ihr Jesus: Dein Bruder wird auferstehen.

24Es sagt ihm Marta: Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag.

25Es sagte ihr Jesus: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,

26und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit; glaubst du das?

27Sie sagt ihm: Ja, Herr; ich habe geglaubt, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommt.

28Und dies gesagt habend, ging sie weg und rief Maria, ihre Schwester, heimlich und sagte: Der Lehrer ist da und ruft dich.

29Jene, als sie es hörte, steht schnell auf und kommt zu ihm.

30Noch nicht aber war Jesus in das Dorf gekommen, sondern war an dem Ort, wo Marta ihm entgegengegangen war.

31Die Juden nun, die mit ihr im Haus waren und sie trösteten, als sie Maria sahen, dass sie schnell aufstand und hinausging, folgten ihr, meinend, dass sie zum Grab geht, um dort zu weinen.

32Maria nun, als sie kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel ihm zu Füßen und sagte ihm: Herr, wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben.

33Jesus nun, als er sie weinen sah und die Juden, die mit ihr gekommen waren, weinend, ergrimmte im Geist und erschütterte sich selbst,

34und sagte: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sagen ihm: Herr, komm und sieh.

35Es weinte Jesus.

36Es sagten nun die Juden: Sieh, wie er ihn liebhatte.

37Einige aber von ihnen sagten: Konnte dieser, der die Augen des Blinden öffnete, nicht machen, dass auch dieser nicht stürbe?

38Jesus nun, wieder ergrimmend in sich selbst, kommt zum Grab; es war aber eine Höhle, und ein Stein lag darauf.

39Es sagt Jesus: Hebt den Stein weg. Es sagt ihm die Schwester des Verstorbenen, Marta: Herr, schon riecht er, denn er ist vier Tage tot.

40Es sagt ihr Jesus: Habe ich dir nicht gesagt, dass, wenn du glaubst, du die Herrlichkeit Gottes sehen wirst?

41Sie hoben nun den Stein weg. Jesus aber hob die Augen nach oben und sagte: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast.

42Ich aber wusste, dass du mich allezeit hörst; aber wegen der Menge, die umhersteht, sagte ich es, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.

43Und dies gesagt habend, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus!

44Es kam heraus der Verstorbene, gebunden an Füßen und Händen mit Binden, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch umbunden. Es sagt ihnen Jesus: Bindet ihn los und lasst ihn gehen.

45Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was er tat, glaubten an ihn;

46einige aber von ihnen gingen weg zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte.

47Es versammelten nun die Hohenpriester und die Pharisäer den Hohen Rat und sagten: Was tun wir, weil dieser Mensch viele Zeichen tut?

48Wenn wir ihn so lassen, werden alle an ihn glauben, und es werden die Römer kommen und uns sowohl den Ort als auch das Volk wegnehmen.

49Einer aber von ihnen, Kajaphas, der Hoherpriester jenes Jahres war, sagte ihnen: Ihr wisst nichts,

50und ihr bedenkt nicht, dass es euch nützt, dass ein Mensch für das Volk stirbt und nicht das ganze Volk zugrunde geht.

51Dieses aber sagte er nicht von sich selbst, sondern als Hoherpriester jenes Jahres weissagte er, dass Jesus für das Volk sterben sollte,

52und nicht für das Volk allein, sondern damit er auch die zerstreuten Kinder Gottes in eins zusammenbringe.

53Von jenem Tag an nun beratschlagten sie, dass sie ihn töteten.

54Jesus nun ging nicht mehr offen unter den Juden umher, sondern ging weg von dort in das Gebiet nahe der Wüste, in eine Stadt namens Ephraim, und dort hielt er sich auf mit den Jüngern.

55Es war aber nahe das Passa der Juden, und es gingen viele hinauf nach Jerusalem aus dem Land vor dem Passa, damit sie sich reinigten.

56Sie suchten nun Jesus und sagten zueinander, im Tempel stehend: Was meint ihr? Dass er gewiss nicht zum Fest kommt?

57Es hatten aber die Hohenpriester und die Pharisäer Befehle gegeben, dass, wenn jemand erfährt, wo er ist, er es anzeige, damit sie ihn ergriffen.