Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Johannes 12

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Jesus nun kam sechs Tage vor dem Passa nach Betanien, wo Lazarus war, den Jesus aus den Toten auferweckt hatte.

2Sie machten ihm nun dort ein Mahl, und Marta diente, Lazarus aber war einer von denen, die mit ihm zu Tisch lagen.

3Maria nun, ein Pfund Salböl von echter, kostbarer Narde nehmend, salbte die Füße Jesu und wischte mit ihren Haaren seine Füße ab; das Haus aber wurde erfüllt von dem Duft des Salböls.

4Es sagt aber Judas, der Iskariot, einer von seinen Jüngern, der ihn ausliefern sollte:

5Warum wurde dieses Salböl nicht verkauft für dreihundert Denare und gegeben den Armen?

6Er sagte dies aber nicht, weil ihm an den Armen lag, sondern weil er ein Dieb war und, die Kasse habend, das Hineingelegte wegtrug.

7Es sagte nun Jesus: Lass sie, damit sie es auf den Tag meines Begräbnisses aufbewahre;

8Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit.

9Es erfuhr nun eine große Menge von den Juden, dass er dort ist, und sie kamen nicht allein wegen Jesus, sondern damit sie auch den Lazarus sähen, den er aus den Toten auferweckt hatte.

10Es beschlossen aber die Hohenpriester, dass sie auch den Lazarus töteten,

11weil viele wegen ihm hingingen von den Juden und an Jesus glaubten.

12Am folgenden Tag, die große Menge, die zum Fest gekommen war, als sie hörten, dass Jesus nach Jerusalem kommt,

13sie nahmen die Zweige der Palmen und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: Hosanna! Gesegnet, der kommt im Namen des Herrn, und der König Israels!

14Jesus aber, einen jungen Esel findend, setzte sich auf ihn, so wie geschrieben steht:

15Fürchte dich nicht, Tochter Zion! Siehe, dein König kommt, sitzend auf dem Fohlen eines Esels.

16Dies erkannten seine Jünger nicht zuerst, aber als Jesus verherrlicht wurde, dann erinnerten sie sich, dass dies über ihn geschrieben war und sie ihm dies getan hatten.

17Es bezeugte nun die Menge, die mit ihm war, dass er den Lazarus aus dem Grab gerufen und ihn aus den Toten auferweckt hatte.

18Deswegen ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie gehört hatten, dass er dieses Zeichen getan hatte.

19Die Pharisäer nun sagten zueinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, die Welt ist hinter ihm hergelaufen.

20Es waren aber einige Griechen unter denen, die hinaufzogen, um anzubeten am Fest;

21diese nun traten zu Philippus, dem von Betsaida in Galiläa, und baten ihn, sagend: Herr, wir wollen Jesus sehen.

22Es kommt Philippus und sagt es dem Andreas, es kommt Andreas und Philippus und sie sagen es Jesus.

23Jesus aber antwortet ihnen, sagend: Es ist gekommen die Stunde, dass verherrlicht werde der Sohn des Menschen.

24Amen, amen, ich sage euch: Wenn nicht das Weizenkorn, in die Erde gefallen, stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.

25Der sein Leben liebt, verliert es, und der sein Leben hasst in dieser Welt, wird es bewahren zum ewigen Leben.

26Wenn mir jemand dient, folge er mir nach, und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein; wenn jemand mir dient, wird ihn der Vater ehren.

27Jetzt ist meine Seele erschüttert, und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deswegen bin ich in diese Stunde gekommen.

28Vater, verherrliche deinen Namen. Es kam nun eine Stimme aus dem Himmel: Und ich habe verherrlicht und werde wiederum verherrlichen.

29Die Menge nun, die dastand und es hörte, sagte, ein Donner sei geschehen; andere sagten: Ein Engel hat zu ihm geredet.

30Es antwortete Jesus und sprach: Nicht wegen mir ist diese Stimme geschehen, sondern wegen euch.

31Jetzt ist Gericht über diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden;

32und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, werde alle zu mir ziehen.

33Dies aber sagte er, andeutend, durch welchen Tod er sterben sollte.

34Es antwortete ihm nun die Menge: Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass der Christus bleibt in Ewigkeit, und wie sagst du, dass der Sohn des Menschen erhöht werden muss? Wer ist dieser Sohn des Menschen?

35Es sagte nun ihnen Jesus: Noch eine kleine Zeit ist das Licht unter euch. Wandelt, solange ihr das Licht habt, damit nicht die Finsternis euch ergreife; und der in der Finsternis wandelt, weiß nicht, wohin er geht.

36Solange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Söhne des Lichtes werdet. Dies redete Jesus, und weggehend verbarg er sich vor ihnen.

37So viele Zeichen aber hatte er getan vor ihnen, und doch glaubten sie nicht an ihn,

38damit das Wort des Propheten Jesaja erfüllt würde, das er sagte: Herr, wer hat unserer Botschaft geglaubt? Und der Arm des Herrn, wem ist er offenbart worden?

39Deswegen konnten sie nicht glauben, weil Jesaja wiederum sagte:

40Er hat ihre Augen geblendet und ihr Herz verhärtet, damit sie nicht sehen mit den Augen und verstehen mit dem Herzen und sich umkehren, und ich sie heile.

41Dies sagte Jesaja, weil er seine Herrlichkeit sah und über ihn redete.

42Dennoch aber glaubten auch von den Oberen viele an ihn, aber wegen der Pharisäer bekannten sie es nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen würden;

43denn sie liebten die Herrlichkeit der Menschen mehr als die Herrlichkeit Gottes.

44Jesus aber rief und sprach: Der an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat,

45und der mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.

46Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.

47Und wenn jemand meine Worte hört und nicht bewahrt, ich richte ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, damit ich die Welt richte, sondern damit ich die Welt rette.

48Der mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: Das Wort, das ich geredet habe, jenes wird ihn richten am letzten Tag.

49Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der mich gesandt hat, der Vater selbst, hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll.

50Und ich weiß, dass sein Gebot ewiges Leben ist. Was ich nun rede, so wie der Vater mir gesagt hat, so rede ich.