Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Sprüche 6

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Mein Sohn, wenn du für deinen Nächsten Bürge geworden bist, für den Fremden deine Hände eingeschlagen hast,

2bist du verstrickt durch die Worte deines Mundes, gefangen durch die Worte deines Mundes.

3Tu doch dies, mein Sohn, und rette dich, denn du bist in die Hand deines Nächsten gekommen: Geh hin, wirf dich nieder und bestürme deinen Nächsten.

4Gib deinen Augen keinen Schlaf und deinen Wimpern keinen Schlummer.

5Rette dich wie eine Gazelle aus der Hand und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers.

6Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege und werde weise!

7Sie, die keinen Anführer, Aufseher und Herrscher hat,

8bereitet im Sommer ihr Brot, sammelt in der Ernte ihre Speise.

9Bis wann, du Fauler, willst du liegen? Wann wirst du aufstehen von deinem Schlaf?

10Ein wenig Schlaf, ein wenig Schlummer, ein wenig Händefalten zum Liegen —

11so kommt wie ein Landstreicher deine Armut und dein Mangel wie ein Mann mit dem Schild.

12Ein nichtsnutziger Mensch, ein Mann des Unheils, geht mit Falschheit des Mundes umher,

13zwinkert mit seinen Augen, scharrt mit seinen Füssen, deutet mit seinen Fingern.

14Verkehrtheiten sind in seinem Herzen, er schmiedet Böses allezeit, Streit lässt er los.

15Darum kommt plötzlich sein Verderben, jäh wird er zerbrochen, und es gibt keine Heilung.

16Sechs sind es, die der HERR hasst, und sieben sind ein Gräuel seiner Seele:

17hochmütige Augen, eine Zunge der Lüge und Hände, die unschuldiges Blut vergiessen,

18ein Herz, das Pläne des Unheils schmiedet, Füsse, die eilig zum Bösen laufen,

19ein falscher Zeuge, der Lügen aushaucht, und einer, der Streit los lässt zwischen Brüdern.

20Bewahre, mein Sohn, das Gebot deines Vaters und verwirf nicht die Weisung deiner Mutter.

21Binde sie beständig auf dein Herz, hänge sie um deinen Hals.

22Wenn du gehst, wird es dich leiten; wenn du dich niederlegst, wird es über dich wachen; und wenn du erwachst, wird es zu dir reden.

23Denn eine Leuchte ist das Gebot und die Weisung ein Licht, und ein Weg des Lebens sind die Zurechtweisungen der Zucht,

24um dich zu bewahren vor der bösen Frau, vor der glatten Zunge der Fremden.

25Begehre nicht ihre Schönheit in deinem Herzen, und sie fange dich nicht mit ihren Wimpern.

26Denn wegen einer Hure kommt man bis auf einen Laib Brot, doch die Frau eines Mannes jagt nach dem kostbaren Leben.

27Kann ein Mann Feuer in seinen Schoss nehmen, ohne dass seine Kleider verbrennen?

28Oder kann ein Mann auf glühenden Kohlen gehen, ohne dass seine Füsse versengt werden?

29So ist, wer zur Frau seines Nächsten geht: keiner bleibt ungestraft, der sie berührt.

30Man verachtet den Dieb nicht, wenn er stiehlt, um seine Seele zu füllen, weil er hungert;

31und wird er ertappt, so erstattet er siebenfach, alles Gut seines Hauses gibt er hin.

32Wer mit einer Frau die Ehe bricht, dem fehlt das Herz; wer seine Seele zugrunde richtet, der tut es.

33Schlag und Schande wird er finden, und seine Schmach wird nicht ausgelöscht.

34Denn Eifersucht ist die Wut eines Mannes, und er schont nicht am Tag der Rache.

35Er nimmt keine Rücksicht auf irgendein Lösegeld und willigt nicht ein, magst du auch das Bestechungsgeld mehren.