Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Psalmen 89

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Ein Maskil. Von Etan, dem Esrachiter.

2Die Gütigkeiten des HERRN will ich ewig besingen, von Geschlecht zu Geschlecht mache ich deine Treue kund mit meinem Mund.

3Denn ich sagte: Auf ewig wird Güte gebaut, in den Himmeln gründest du deine Treue fest.

4Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten, ich habe David, meinem Knecht, geschworen:

5Bis in Ewigkeit gründe ich deinen Samen fest, und ich baue von Geschlecht zu Geschlecht deinen Thron. Sela

6Und die Himmel preisen dein Wunder, HERR, ja, deine Treue in der Versammlung der Heiligen.

7Denn wer in den Wolken ist dem HERRN gleich, gleicht dem HERRN unter den Söhnen der Götter?

8Gott ist gefürchtet im großen Rat der Heiligen, und furchtbar über alle rings um ihn.

9HERR, Gott der Heerscharen, wer ist wie du, mächtig, HERR, und deine Treue ist rings um dich.

10Du herrschst über das Toben des Meeres; wenn sich seine Wogen erheben, du stillst sie.

11Du hast Rahab zerschlagen wie einen Erschlagenen, mit dem Arm deiner Macht hast du deine Feinde zerstreut.

12Dein sind die Himmel, ja, dein die Erde; den Erdkreis und seine Fülle, du hast sie gegründet.

13Norden und Süden, du hast sie erschaffen; Tabor und Hermon jubeln über deinen Namen.

14Dein ist ein Arm mit Stärke; stark ist deine Hand, hoch ist deine Rechte.

15Gerechtigkeit und Recht sind die Grundfeste deines Thrones; Güte und Treue gehen vor deinem Angesicht her.

16Glücklich das Volk, das den Jubelschall kennt; HERR, im Licht deines Angesichts gehen sie einher.

17In deinem Namen jubeln sie den ganzen Tag, und durch deine Gerechtigkeit werden sie erhöht.

18Denn die Zierde ihrer Stärke bist du, und durch dein Wohlgefallen erhöhst du unser Horn.

19Denn dem HERRN gehört unser Schild, und dem Heiligen Israels unser König.

20Damals redetest du in einer Vision zu deinen Getreuen und sprachst: Ich habe Hilfe auf einen Helden gelegt, ich habe einen jungen Mann aus dem Volk erhöht.

21Ich habe David, meinen Knecht, gefunden, mit meinem heiligen Öl habe ich ihn gesalbt;

22mit dem meine Hand fest sein wird, ja, mein Arm wird ihn stark machen.

23Kein Feind soll ihn übervorteilen, und kein Sohn der Bosheit soll ihn bedrücken.

24Und ich zerschmettere vor seinem Angesicht seine Bedränger und schlage nieder, die ihn hassen.

25Und meine Treue und meine Güte sind mit ihm, und in meinem Namen wird sein Horn erhöht.

26Und ich lege seine Hand auf das Meer und seine Rechte auf die Ströme.

27Er wird mich rufen: Mein Vater bist du, mein Gott und der Fels meines Heils.

28Ja, ich mache ihn zum Erstgeborenen, zum Höchsten unter den Königen der Erde.

29Auf ewig bewahre ich ihm meine Güte, und mein Bund bleibt ihm treu.

30Und ich setze für immer seinen Samen ein und seinen Thron wie die Tage der Himmel.

31Wenn seine Söhne meine Weisung verlassen und in meinen Rechten nicht wandeln,

32wenn sie meine Satzungen entweihen und meine Gebote nicht halten,

33dann suche ich mit der Rute ihr Vergehen heim und mit Plagen ihre Schuld.

34Aber meine Güte nehme ich nicht von ihm weg, und ich verleugne meine Treue nicht.

35Ich entweihe meinen Bund nicht, und was über meine Lippen ging, ändere ich nicht.

36Eines habe ich bei meiner Heiligkeit geschworen: Niemals werde ich David belügen!

37Sein Same wird ewig sein und sein Thron wie die Sonne vor mir;

38wie der Mond steht er fest auf ewig, und der Zeuge in den Wolken ist treu. Sela

39Du aber hast verworfen und verstoßen, du bist zornig geworden auf deinen Gesalbten.

40Du hast den Bund deines Knechtes verworfen, du hast seine Krone zu Boden entweiht.

41Du hast alle seine Mauern durchbrochen, du hast seine Festungen in Trümmer gelegt.

42Es plündern ihn alle, die des Weges vorüberziehen; er ist zum Hohn geworden für seine Nachbarn.

43Du hast die Rechte seiner Bedränger erhöht, du hast alle seine Feinde erfreut.

44Ja, du hast die Schneide seines Schwertes zurückgewendet und ihn im Kampf nicht bestehen lassen.

45Du hast seinem Glanz ein Ende gemacht und seinen Thron zu Boden gestürzt.

46Du hast die Tage seiner Jugend verkürzt, du hast ihn mit Schande bedeckt. Sela

47Bis wann, HERR, willst du dich verbergen, für immer, soll dein Grimm brennen wie Feuer?

48Gedenke, was ich für eine Lebenszeit bin! Zu welch einer Nichtigkeit hast du alle Menschenkinder geschaffen?

49Welcher Mann lebt und sieht den Tod nicht, kann seine Seele entrinnen lassen aus der Hand des Scheols? Sela

50Wo sind deine früheren Gütigkeiten, Herr, die du David geschworen hast in deiner Treue?

51Gedenke, Herr, der Schmach deiner Knechte, dass ich in meinem Schoß all die vielen Völker trage,

52mit der deine Feinde gehöhnt haben, HERR, mit der sie die Fußspuren deines Gesalbten gehöhnt haben.

53Gepriesen sei der HERR in Ewigkeit! Amen und Amen.