Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Psalmen 10

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Warum, HERR, stehst du in der Ferne, verbirgst dich in Zeiten der Not?

2Im Hochmut des Frevlers entbrennt er gegen den Elenden und jagt ihn; sie werden gefangen in den Ränken, die jene ersonnen haben.

3Denn der Frevler rühmt sich über das Begehren seiner Seele, und der Habgierige segnet, verachtet den HERRN.

4Der Frevler im Hochmut seiner Nase: Er fragt nicht — es ist kein Gott — das sind all seine Gedanken.

5Es gelingen seine Wege zu jeder Zeit; hoch oben sind deine Urteile, fern von ihm; alle seine Bedränger — er bläst sie an.

6Er spricht in seinem Herzen: Ich wanke nicht, von Geschlecht zu Geschlecht, weil ich nie im Unglück bin.

7Sein Mund ist voll von Fluch und Betrug und Bedrückung; unter seiner Zunge ist Mühsal und Unheil.

8Er sitzt im Hinterhalt der Gehöfte, in den Verstecken bringt er den Unschuldigen um; seine Augen lauern dem Hilflosen auf.

9Er lauert im Versteck wie ein Löwe in seinem Dickicht, er lauert, um den Elenden zu fangen; er fängt den Elenden, indem er ihn in sein Netz zieht.

10Er duckt sich, kauert nieder, und durch seine Übermacht fallen die Hilflosen.

11Er spricht in seinem Herzen: Gott hat vergessen, er hat sein Angesicht verborgen, er sieht es niemals.

12Steh auf, HERR! Gott, erhebe deine Hand! Vergiss die Elenden nicht!

13Warum verachtet der Frevler Gott, spricht in seinem Herzen: Du fragst nicht danach?

14Du hast es gesehen, denn du schaust auf Mühsal und Kummer, um es in deine Hand zu legen; dir überlässt sich der Hilflose, dem Waisen bist du Helfer gewesen.

15Zerbrich den Arm des Frevlers und des Bösen; suche seine Bosheit heim, bis du keine mehr findest.

16Der HERR ist König in Ewigkeit und für immer; die Völker sind aus seinem Land zugrunde gegangen.

17Das Verlangen der Elenden hast du gehört, HERR; du festigst ihr Herz, du neigst dein Ohr,

18um dem Waisen und Bedrückten Recht zu schaffen, dass ein Mensch von der Erde nicht länger Schrecken verbreite.