Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Markus 7

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Und es versammeln sich zu ihm die Pharisäer und einige der Schriftgelehrten, die von Jerusalem gekommen waren.

2Und als sie einige seiner Jünger sahen, dass sie mit gemeinen, das heißt ungewaschenen Händen die Brote essen –

3denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, wenn sie nicht oft die Hände waschen, festhaltend die Überlieferung der Ältesten,

4und vom Markt her essen sie nicht, wenn sie sich nicht waschen, und vieles andere ist es, was sie zu halten übernommen haben: Waschungen von Bechern und Krügen und Kupfergeschirr –

5Und es fragen ihn die Pharisäer und die Schriftgelehrten: Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Überlieferung der Ältesten, sondern essen mit gemeinen Händen das Brot?

6Er aber sprach zu ihnen: Schön hat Jesaja über euch Heuchler geweissagt, wie geschrieben steht: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, ihr Herz aber hält sich fern von mir;

7vergeblich aber verehren sie mich, lehrend als Lehren Menschengebote.

8Verlassend das Gebot Gottes haltet ihr fest die Überlieferung der Menschen.

9Und er sagte zu ihnen: Schön setzt ihr das Gebot Gottes beiseite, damit ihr eure Überlieferung haltet.

10Denn Mose sprach: Ehre deinen Vater und deine Mutter, und: Wer Vater oder Mutter schmäht, soll des Todes sterben.

11Ihr aber sagt: Wenn ein Mensch zum Vater oder zur Mutter sagt: Korban, das ist eine Gabe, sei, was immer von mir dir zugutekäme –

12lasst ihr ihn nichts mehr für den Vater oder die Mutter tun,

13ungültig machend das Wort Gottes durch eure Überlieferung, die ihr überliefert habt. Und Ähnliches dergleichen tut ihr vieles.

14Und herbeirufend wiederum die Menge sagte er zu ihnen: Hört mich alle und versteht!

15Nichts ist außerhalb des Menschen, das in ihn hineingeht, das ihn unrein machen kann; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das ist es, was den Menschen unrein macht.

16[ausgelassen] Vers 16 („Wer Ohren hat zu hören, der höre!") fehlt in den ältesten Handschriften (Sinaiticus, Vaticanus) und wird im Tischendorf-Text ausgelassen — vermutlich ein späterer Zusatz.

17Und als er von der Menge weg in das Haus hineinging, fragten ihn seine Jünger nach dem Gleichnis.

18Und er sagt zu ihnen: So seid auch ihr unverständig? Begreift ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht unrein machen kann,

19weil es nicht in sein Herz hineingeht, sondern in den Bauch, und in den Abort herausgeht – so alle Speisen reinigend?

20Er sagte aber: Was aus dem Menschen herauskommt, jenes macht den Menschen unrein.

21Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken heraus, Unzucht, Diebstähle, Morde,

22Ehebrüche, Habgier, Bosheiten, Betrug, Ausschweifung, böses Auge, Verleumdung, Hochmut, Unverstand.

23All dieses Böse kommt von innen heraus und macht den Menschen unrein.

24Von dort aber aufstehend ging er weg in das Gebiet von Tyrus. Und in ein Haus hineingehend wollte er, dass niemand es erfahre, und er konnte nicht verborgen bleiben;

25sondern sogleich, als eine Frau von ihm hörte, deren Töchterchen einen unreinen Geist hatte, kam sie herein und fiel nieder zu seinen Füßen;

26die Frau aber war eine Griechin, von Geburt eine Syrophönizierin; und sie bat ihn, dass er den Dämon austreibe aus ihrer Tochter.

27Und er sagte zu ihr: Lass zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht gut, das Brot der Kinder zu nehmen und den Hündlein hinzuwerfen.

28Sie aber antwortete und sagt zu ihm: Ja, Herr; auch die Hündlein unter dem Tisch essen von den Brotkrumen der Kinder.

29Und er sagte zu ihr: Um dieses Wortes willen geh hin; der Dämon ist aus deiner Tochter herausgegangen.

30Und weggehend in ihr Haus fand sie das Kind auf das Bett geworfen und den Dämon herausgegangen.

31Und wiederum weggehend aus dem Gebiet von Tyrus kam er durch Sidon zum See von Galiläa mitten durch das Gebiet der Dekapolis.

32Und sie bringen ihm einen Tauben und schwer Redenden, und sie bitten ihn, dass er ihm die Hand auflege.

33Und ihn beiseite nehmend von der Menge für sich allein legte er die Finger in seine Ohren, und ausgespuckt habend berührte er seine Zunge,

34und aufblickend zum Himmel seufzte er, und er sagt zu ihm: Effata, das ist: Werde aufgetan!

35Und seine Ohren wurden aufgetan, und sogleich wurde gelöst die Fessel seiner Zunge, und er redete richtig.

36Und er gebot ihnen, dass sie es niemandem sagen sollten; soviel er es ihnen aber einschärfte, umso mehr verkündigten sie es.

37Und über die Maßen waren sie außer sich vor Staunen und sagten: Schön hat er alles gemacht; sowohl die Tauben macht er hören als auch die Stummen reden.