Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Johannes 18

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Dies gesagt habend, ging Jesus hinaus mit seinen Jüngern jenseits des Winterbachs Kidron, wo ein Garten war, in den er hineinging, er und seine Jünger.

2Es wusste aber auch Judas, der ihn auslieferte, den Ort, weil oft Jesus sich dort versammelt hatte mit seinen Jüngern.

3Der Judas nun, genommen habend die Truppe und von den Hohenpriestern und von den Pharisäern Diener, kommt dorthin mit Fackeln und Lampen und Waffen.

4Jesus nun, wissend alles, was über ihn kam, ging hinaus und sagt ihnen: Wen sucht ihr?

5Sie antworteten ihm: Jesus, den Nazoräer. Er sagt ihnen, Jesus: Ich bin. Es stand aber auch Judas, der ihn auslieferte, bei ihnen.

6Als er nun ihnen sagte: Ich bin, gingen sie zurück nach hinten und fielen zu Boden.

7Wieder nun fragte er sie: Wen sucht ihr? Sie aber sprachen: Jesus, den Nazoräer.

8Es antwortete Jesus: Ich sagte euch, dass ich bin. Wenn ihr nun mich sucht, lasst diese weggehen.

9Damit erfüllt würde das Wort, das er sagte: Die du mir gegeben hast, ich habe von ihnen keinen verloren.

10Simon nun Petrus, habend ein Schwert, zog es und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ab sein rechtes Ohr. Es war aber der Name dem Knecht Malchus.

11Es sagte nun Jesus dem Petrus: Wirf das Schwert in die Scheide. Den Kelch, den mir der Vater gegeben hat, soll ich ihn nicht trinken?

12Die Truppe nun und der Befehlshaber und die Diener der Juden ergriffen Jesus und banden ihn,

13und führten ihn zu Hannas zuerst; denn er war Schwiegervater des Kajaphas, der Hoherpriester jenes Jahres war.

14Es war aber Kajaphas der, der den Juden geraten hatte, dass es nützlich sei, dass ein Mensch sterbe für das Volk.

15Es folgte aber dem Jesus Simon Petrus und ein anderer Jünger. Jener Jünger aber war dem Hohenpriester bekannt, und er ging mit Jesus hinein in den Hof des Hohenpriesters,

16Petrus aber stand bei der Tür draußen. Es ging nun hinaus der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, und sagte zur Türhüterin, und führte den Petrus hinein.

17Es sagt nun dem Petrus die Magd, die Türhüterin: Bist nicht auch du von den Jüngern dieses Menschen? Es sagt jener: Ich bin nicht.

18Es standen aber die Knechte und die Diener, ein Kohlenfeuer gemacht habend, weil Kälte war, und wärmten sich. Es war aber auch Petrus mit ihnen stehend und sich wärmend.

19Der Hohepriester nun fragte Jesus über seine Jünger und über seine Lehre.

20Es antwortete ihm Jesus: Ich habe öffentlich zur Welt geredet; ich habe allezeit gelehrt in der Synagoge und im Tempel, wo alle Juden zusammenkommen, und im Verborgenen habe ich nichts geredet.

21Was fragst du mich? Frage die, die gehört haben, was ich ihnen geredet habe. Siehe, diese wissen, was ich gesagt habe.

22Als er dies aber gesagt hatte, gab einer der Diener, der dabeistand, Jesus einen Schlag und sagte: So antwortest du dem Hohenpriester?

23Es antwortete ihm Jesus: Wenn ich schlecht geredet habe, so bezeuge über das Schlechte; wenn aber gut, was schlägst du mich?

24Es sandte ihn nun Hannas gebunden zu Kajaphas, dem Hohenpriester.

25Es war aber Simon Petrus stehend und sich wärmend. Sie sagten nun ihm: Bist nicht auch du von seinen Jüngern? Jener leugnete und sagte: Ich bin nicht.

26Es sagt einer von den Knechten des Hohenpriesters, ein Verwandter dessen, dem Petrus das Ohr abgehauen hatte: Habe ich dich nicht im Garten mit ihm gesehen?

27Wieder nun leugnete Petrus; und sogleich krähte ein Hahn.

28Sie führen nun Jesus von Kajaphas in das Prätorium; es war aber früh. Und sie selbst gingen nicht hinein in das Prätorium, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passa essen könnten.

29Es ging nun Pilatus hinaus zu ihnen und sagt: Welche Anklage bringt ihr gegen diesen Menschen?

30Sie antworteten und sagten ihm: Wenn dieser nicht Böses tuend wäre, hätten wir ihn dir nicht ausgeliefert.

31Es sagte nun ihnen Pilatus: Nehmt ihr ihn und nach eurem Gesetz richtet ihn. Es sagten nun ihm die Juden: Uns ist nicht erlaubt, jemanden zu töten;

32damit das Wort Jesu erfüllt würde, das er sagte, andeutend, durch welchen Tod er sterben sollte.

33Es ging nun wieder hinein in das Prätorium Pilatus und rief Jesus und sagte ihm: Bist du der König der Juden?

34Es antwortete Jesus: Sagst du dies von dir selbst, oder haben andere dir über mich gesagt?

35Es antwortete Pilatus: Bin etwa ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir ausgeliefert. Was hast du getan?

36Es antwortete Jesus: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wenn von dieser Welt mein Reich wäre, würden meine Diener kämpfen, damit ich nicht den Juden ausgeliefert würde; nun aber ist mein Reich nicht von hier.

37Es sagte nun ihm Pilatus: Also bist du ein König? Es antwortete Jesus: Du sagst es, dass ich ein König bin. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.

38Es sagt ihm Pilatus: Was ist Wahrheit? Und dies gesagt habend, ging er wieder hinaus zu den Juden und sagt ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.

39Es ist aber Brauch bei euch, dass ich euch einen freilasse am Passa; wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden freilasse?

40Sie schrien nun wieder, sagend: Nicht diesen, sondern den Barabbas! Es war aber Barabbas ein Räuber.