Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Hebräer 10

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Denn da das Gesetz einen Schatten der zukünftigen Güter hat, nicht das Abbild selbst der Dinge, kann es Jahr für Jahr mit denselben Opfern, die sie fortwährend darbringen, niemals die Hinzutretenden vollkommen machen.

2Hätten sie sonst nicht aufgehört, dargebracht zu werden, weil die Dienenden, einmal gereinigt, kein Bewusstsein der Sünden mehr hätten?

3Doch in ihnen geschieht eine Erinnerung an Sünden Jahr für Jahr.

4Denn unmöglich ist es, dass Blut von Stieren und Böcken Sünden wegnimmt.

5Darum spricht er, in die Welt eintretend: Opfer und Gabe hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet;

6an Brandopfern und Opfern für Sünde hast du kein Wohlgefallen gehabt.

7Da sprach ich: Siehe, ich komme — in der Rolle des Buches ist über mich geschrieben —, um, o Gott, deinen Willen zu tun.

8Indem er weiter oben sagt: Opfer und Gaben und Brandopfer und Opfer für Sünde hast du nicht gewollt noch hattest du daran Wohlgefallen — welche nach dem Gesetz dargebracht werden —,

9dann hat er gesagt: Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun. Er hebt das Erste auf, damit er das Zweite aufrichte;

10in welchem Willen wir geheiligt sind durch die Darbringung des Leibes Jesu Christi ein für alle Mal.

11Und jeder Priester steht zwar Tag für Tag da, Dienst tuend und oftmals dieselben Opfer darbringend, welche niemals Sünden wegnehmen können.

12Dieser aber, der ein einziges Opfer für Sünden dargebracht hatte, hat sich für immer zur Rechten Gottes gesetzt,

13fortan wartend, bis seine Feinde gelegt werden als Schemel seiner Füße.

14Denn mit einer einzigen Darbringung hat er für immer vollkommen gemacht die Geheiligten.

15Es bezeugt uns aber auch der Heilige Geist; denn nachdem er gesagt hat:

16Dies ist der Bund, den ich mit ihnen schließen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich gebe meine Gesetze in ihre Herzen, und auf ihren Verstand werde ich sie schreiben,

17und ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde ich keinesfalls mehr gedenken.

18Wo aber Vergebung dieser ist, da gibt es keine Opfergabe mehr für Sünde.

19Da wir nun, Brüder, Freimut haben zum Eingang in das Heiligtum im Blut Jesu,

20auf einem Weg, den er uns eingeweiht hat, einem neuen und lebendigen, durch den Vorhang hindurch, das heißt durch sein Fleisch,

21und einen großen Priester über das Haus Gottes,

22so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit des Glaubens, besprengt an den Herzen von einem bösen Gewissen

23und gewaschen am Leib mit reinem Wasser, lasst uns festhalten das Bekenntnis der Hoffnung unbeugsam, denn treu ist der, der verheißen hat;

24und lasst uns aufeinander achthaben zum Anreiz der Liebe und guter Werke,

25nicht verlassend unsere Versammlung, wie es bei einigen Sitte ist, sondern ermahnend, und das umso mehr, je mehr ihr den Tag herannahen seht.

26Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, bleibt für Sünden kein Opfer mehr übrig,

27sondern ein furchtbares Erwarten des Gerichts und Feuereifer, der die Widersacher zu verzehren im Begriff ist.

28Wenn jemand das Gesetz des Mose verworfen hat, stirbt er ohne Erbarmen auf zwei oder drei Zeugen hin.

29Wie viel schlimmerer Strafe, meint ihr, wird der für würdig erachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, für gemein gehalten und den Geist der Gnade geschmäht hat?

30Denn wir kennen den, der gesagt hat: Mein ist die Rache, ich werde vergelten. Und wiederum: Der Herr wird sein Volk richten.

31Furchtbar ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.

32Erinnert euch aber an die früheren Tage, in denen ihr, nachdem ihr erleuchtet wart, einen großen Kampf der Leiden ausgehalten habt,

33einerseits durch Schmähungen und Bedrängnisse zur Schau gestellt, andererseits zu Genossen derer geworden, denen es so erging;

34denn ihr habt sowohl mit den Gefangenen gelitten als auch den Raub eurer Güter mit Freude hingenommen, da ihr wisst, dass ihr selbst einen besseren und bleibenden Besitz habt.

35Werft also euren Freimut nicht weg, der eine große Belohnung hat,

36denn Ausharren habt ihr nötig, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung empfangt.

37Denn noch eine ganz, ganz kleine Weile: Der Kommende wird kommen und nicht säumen;

38mein Gerechter aber wird aus Glauben leben, und wenn er zurückweicht, hat meine Seele kein Wohlgefallen an ihm.

39Wir aber sind nicht von der Art, die zurückweicht zum Verderben, sondern die glaubt zur Rettung der Seele.