Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Apostelgeschichte 19

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Es geschah aber, während Apollos in Korinth war, dass Paulus, nachdem er die oberen Gegenden durchzogen hatte, hinab nach Ephesus kam und einige Jünger fand,

2und er sagte zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie aber zu ihm: Aber wir haben nicht einmal gehört, ob es einen Heiligen Geist gibt.

3Er aber sagte: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber sagten: Auf die Taufe des Johannes.

4Paulus aber sagte: Johannes taufte mit einer Taufe der Umkehr und sagte dem Volk, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommt, das heißt an Jesus.

5Als sie das aber hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus,

6und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten.

7Es waren aber alle zusammen etwa zwölf Männer.

8Er ging aber in die Synagoge und trat drei Monate lang freimütig auf, indem er redete und überzeugte über die Dinge vom Reich Gottes.

9Als aber einige verstockt wurden und sich nicht überzeugen ließen und den Weg vor der Menge schlechtmachten, trennte er sich von ihnen und sonderte die Jünger ab, indem er täglich in der Schule des Tyrannus redete.

10Dies aber geschah zwei Jahre lang, sodass alle, die Asien bewohnten, das Wort des Herrn hörten, Juden wie auch Griechen.

11Und nicht gewöhnliche Krafttaten tat Gott durch die Hände des Paulus,

12sodass man sogar Schweißtücher oder Schürzen von seiner Haut zu den Kranken brachte und die Krankheiten von ihnen wichen und die bösen Geister ausfuhren.

13Es versuchten aber auch einige von den umherziehenden jüdischen Beschwörern, über die, welche die bösen Geister hatten, den Namen des Herrn Jesus zu nennen, und sagten: Ich beschwöre euch bei dem Jesus, den Paulus verkündigt.

14Es waren aber sieben Söhne eines gewissen Skeuas, eines jüdischen Hohenpriesters, die dies taten.

15Der böse Geist aber antwortete und sagte ihnen: Jesus kenne ich, und Paulus ist mir bekannt; ihr aber, wer seid ihr?

16Und der Mensch, in dem der böse Geist war, sprang auf sie, überwältigte beide und war stärker als sie, sodass sie nackt und verwundet aus jenem Haus flohen.

17Dies aber wurde allen bekannt, Juden wie auch Griechen, die Ephesus bewohnten, und Furcht fiel auf sie alle, und der Name des Herrn Jesus wurde hochgepriesen.

18Und viele von denen, die gläubig geworden waren, kamen, bekannten und gaben ihre Taten an.

19Etliche aber von denen, die Zauberei getrieben hatten, brachten ihre Bücher zusammen und verbrannten sie vor allen; und sie rechneten ihren Wert zusammen und fanden fünfzigtausend Silberstücke.

20So wuchs das Wort des Herrn mit Macht und wurde stark.

21Als aber dies erfüllt war, nahm sich Paulus im Geist vor, nachdem er Mazedonien und Achaia durchzogen hätte, nach Jerusalem zu reisen, und sagte: Nachdem ich dort gewesen bin, muss ich auch Rom sehen.

22Er sandte aber zwei von denen, die ihm dienten, nach Mazedonien, Timotheus und Erastus, er selbst aber blieb noch eine Zeit lang in Asien.

23Es entstand aber um jene Zeit ein nicht geringer Aufruhr wegen des Weges.

24Denn ein gewisser Mann mit Namen Demetrius, ein Silberschmied, der silberne Tempel der Artemis machte, verschaffte den Handwerkern nicht geringen Verdienst.

25Diese versammelte er samt den Arbeitern in solchen Dingen und sagte: Männer, ihr wisst, dass aus diesem Erwerb unser Wohlstand kommt,

26und ihr seht und hört, dass dieser Paulus nicht nur in Ephesus, sondern fast in ganz Asien eine beträchtliche Menge überredet und umgestimmt hat, indem er sagt, dass die mit Händen gemachten keine Götter seien.

27Es droht aber nicht nur dies, dass uns dieser Geschäftszweig in Verruf gerät, sondern auch, dass der Tempel der großen Göttin Artemis für nichts geachtet wird und sie selbst ihrer Hoheit beraubt wird, sie, die ganz Asien und der Erdkreis verehrt.

28Als sie das aber hörten und voll Zorn wurden, schrien sie und sagten: Groß ist die Artemis der Epheser!

29Und die Stadt wurde voll Verwirrung, und sie stürmten einmütig ins Theater und rissen Gaius und Aristarchus, die Mazedonier, Reisegefährten des Paulus, mit sich.

30Als aber Paulus unter das Volk gehen wollte, ließen ihn die Jünger nicht.

31Auch einige der Asiarchen, die ihm Freunde waren, sandten zu ihm und ermahnten ihn, sich nicht ins Theater zu begeben.

32Die einen nun schrien dies, die anderen jenes, denn die Versammlung war in Verwirrung, und die meisten wussten nicht, weswegen sie zusammengekommen waren.

33Aus der Menge aber zogen sie Alexander hervor, da ihn die Juden vorschoben; Alexander aber gab mit der Hand ein Zeichen und wollte sich vor dem Volk verteidigen.

34Als sie aber erkannten, dass er ein Jude ist, erhob sich eine Stimme aus allen, etwa zwei Stunden lang, indem sie schrien: Groß ist die Artemis der Epheser!

35Der Stadtschreiber aber beruhigte die Menge und sagt: Männer von Ephesus, welcher Mensch ist denn, der nicht weiß, dass die Stadt der Epheser Tempelhüterin der großen Artemis und des vom Himmel Gefallenen ist?

36Da dies nun unbestreitbar ist, ist es nötig, dass ihr euch ruhig verhaltet und nichts Übereiltes tut.

37Denn ihr habt diese Männer hergebracht, die weder Tempelräuber sind noch unsere Göttin lästern.

38Wenn nun Demetrius und die Handwerker mit ihm gegen jemanden eine Sache haben, so werden Gerichtstage gehalten, und es gibt Statthalter; sie sollen einander verklagen.

39Wenn ihr aber etwas über andere Angelegenheiten verlangt, so wird es in der gesetzmäßigen Versammlung entschieden werden.

40Denn wir laufen Gefahr, wegen des heutigen Tages des Aufruhrs angeklagt zu werden, da es keinen Grund gibt, mit dem wir über diesen Auflauf Rechenschaft ablegen könnten.

41Und als er dies gesagt hatte, entließ er die Versammlung.