Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Matthäus 12

Augsburger GenerativBibel mittel

1In jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Kornfelder. Seine Jünger aber waren hungrig und fingen an, Ähren abzureißen und zu essen.

2Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu ihm: „Sieh, deine Jünger tun etwas, das am Sabbat nicht erlaubt ist.“

3Er aber sagte zu ihnen: „Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als er und seine Begleiter hungrig waren?

4Wie er in das Haus Gottes hineinging, und sie die Schaubrote aßen, die weder er noch seine Begleiter essen durften, sondern allein die Priester?

5Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass die Priester am Sabbat im Tempel den Sabbat entweihen und doch ohne Schuld sind?

6Ich sage euch aber: Hier ist Größeres als der Tempel.

7Hättet ihr aber begriffen, was das bedeutet: ‚Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer‘, dann hättet ihr die Schuldlosen nicht verurteilt.

8Denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.“

9Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge.

10Und sieh, da war ein Mann mit einer verdorrten Hand. Und sie fragten ihn: „Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?“ Sie wollten nämlich einen Grund finden, ihn anzuklagen.

11Er aber sagte zu ihnen: „Wer von euch, der ein einziges Schaf besitzt, wird es nicht packen und herausziehen, wenn es ihm am Sabbat in eine Grube fällt?

12Wie viel mehr ist nun ein Mensch wert als ein Schaf! Darum ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun.“

13Dann sagte er zu dem Mann: „Streck deine Hand aus!“ Und er streckte sie aus, und sie wurde wieder gesund wie die andere.

14Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten einen Beschluss gegen ihn, um ihn umzubringen.

15Als Jesus das merkte, zog er sich von dort zurück. Viele folgten ihm, und er heilte sie alle.

16Doch er schärfte ihnen ein, ihn nicht bekannt zu machen.

17So sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden war:

18„Sieh, das ist mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem ich Wohlgefallen habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen, und er wird den Völkern das Recht verkünden.

19Er wird nicht streiten und nicht schreien, und niemand wird auf den Straßen seine Stimme hören.

20Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen und einen glimmenden Docht nicht auslöschen, bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat.

21Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen.“

22Dann brachte man einen Besessenen zu ihm, der blind und stumm war. Er heilte ihn, sodass der Stumme reden und sehen konnte.

23Und alle Leute gerieten außer sich und fragten: „Ist das etwa der Sohn Davids?“

24Als die Pharisäer das hörten, sagten sie: „Der treibt die Dämonen nur mithilfe von Beelzebul aus, dem Obersten der Dämonen.“

25Weil er ihre Gedanken kannte, sagte er zu ihnen: „Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird verwüstet, und keine Stadt und kein Haus, das in sich gespalten ist, wird bestehen.

26Und wenn der Satan den Satan austreibt, dann ist er mit sich selbst entzweit. Wie soll dann sein Reich bestehen?

27Und wenn ich die Dämonen mithilfe von Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure eigenen Leute sie aus? Deshalb werden sie eure Richter sein.

28Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, dann ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen.

29Oder wie kann jemand in das Haus eines Starken eindringen und seinen Besitz rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt? Dann erst kann er sein Haus ausplündern.

30Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

31Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben werden.

32Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Welt noch in der kommenden.

33Entweder ist der Baum gut, dann ist auch seine Frucht gut, oder der Baum ist schlecht, dann ist auch seine Frucht schlecht; denn an seiner Frucht erkennt man den Baum.

34Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, wo ihr doch böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.

35Ein guter Mensch bringt aus seinem guten Schatz Gutes hervor, und ein böser Mensch bringt aus seinem bösen Schatz Böses hervor.

36Ich sage euch aber: Über jedes unnütze Wort, das die Menschen reden, werden sie am Tag des Gerichts Rechenschaft ablegen müssen.

37Denn nach deinen Worten wirst du freigesprochen, und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden.

38Daraufhin sagten einige der Schriftgelehrten und Pharisäer zu ihm: „Lehrer, wir möchten von dir ein Zeichen sehen.“

39Er aber antwortete ihnen: „Eine böse und treulose Generation verlangt ein Zeichen, doch es wird ihr kein Zeichen gegeben werden außer dem Zeichen des Propheten Jona.

40Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des großen Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Inneren der Erde sein.

41Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kehrten um auf die Predigt des Jona hin, und sieh, hier ist mehr als Jona.

42Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Welt, um die Weisheit Salomos zu hören, und sieh, hier ist mehr als Salomo.

43Wenn aber der unreine Geist aus einem Menschen ausfährt, durchstreift er wasserlose Gegenden und sucht einen Ruheplatz, findet aber keinen.

44Dann sagt er: „Ich will in mein Haus zurückkehren, aus dem ich ausgefahren bin.“ Und wenn er kommt, findet er es leer, gefegt und geschmückt vor.

45Dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst, und sie ziehen ein und wohnen dort. So wird es am Ende mit diesem Menschen schlimmer als am Anfang. Genauso wird es auch dieser bösen Generation ergehen.

46Während er noch zu den Leuten redete, standen seine Mutter und seine Brüder draußen und wollten mit ihm sprechen.

47Da sagte jemand zu ihm: „Sieh, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir sprechen.“

48Er aber antwortete dem, der ihm das sagte: „Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?“

49Und er streckte seine Hand über seine Jünger aus und sagte: „Sieh, das sind meine Mutter und meine Brüder.

50Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter.“