Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 8

Augsburger GenerativBibel mittel

1Und es geschah in der Folgezeit, dass er durch Städte und Dörfer zog, verkündigte und das Reich Gottes als gute Botschaft predigte; und die Zwölf waren mit ihm,

2und auch einige Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren,

3und Johanna, die Frau des Chuzas, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihnen aus ihrem Vermögen dienten.

4Als nun eine große Volksmenge zusammenkam und die Leute aus den Städten zu ihm strömten, sprach er in einem Gleichnis:

5Ein Sämann ging hinaus, um seinen Samen zu säen. Und während er säte, fiel ein Teil an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen ihn auf.

6Ein anderer Teil fiel auf den Felsen, und als er aufging, verdorrte er, weil ihm die Feuchtigkeit fehlte.

7Wieder ein anderer Teil fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen wuchsen mit auf und erstickten ihn.

8Ein anderer Teil aber fiel auf gutes Land, und als er aufging, brachte er hundertfache Frucht. Als er das sagte, rief er aus: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

9Seine Jünger fragten ihn nun, was dieses Gleichnis bedeute.

10Er aber sagte: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen, den anderen aber wird es in Gleichnissen gesagt, damit sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht verstehen.

11Das aber ist die Bedeutung des Gleichnisses: Der Same ist das Wort Gottes.

12Die am Weg sind die, welche es hören; dann kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen weg, damit sie nicht glauben und gerettet werden.

13Die auf dem Felsen sind die, welche das Wort, wenn sie es hören, mit Freude aufnehmen; doch sie haben keine Wurzel: Eine Zeit lang glauben sie, aber in der Zeit der Versuchung fallen sie ab.

14Was aber unter die Dornen fiel, das sind die, welche es hören, dann aber durch Sorgen, Reichtum und die Genüsse des Lebens dahingehen, erstickt werden und keine reife Frucht bringen.

15Was aber in das gute Land fiel, das sind die, welche das Wort mit einem guten und aufrichtigen Herzen hören, es festhalten und in Geduld Frucht bringen.

16Niemand, der eine Lampe angezündet hat, bedeckt sie mit einem Gefäß oder stellt sie unter ein Bett, sondern er stellt sie auf einen Leuchter, damit die Hereinkommenden das Licht sehen.

17Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar werden wird, und nichts verheimlicht, das nicht bekannt werden und ans Licht kommen wird.

18Achtet also darauf, wie ihr hört! Denn wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen werden, was er zu haben meint.

19Es kamen aber seine Mutter und seine Brüder zu ihm, doch sie konnten wegen der Menge nicht zu ihm gelangen.

20Da wurde ihm gemeldet: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen.

21Er aber antwortete ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.

22Es geschah an einem der Tage, dass er mit seinen Jüngern in ein Boot stieg und zu ihnen sagte: Lasst uns ans andere Ufer des Sees hinüberfahren! Und sie fuhren ab.

23Während sie fuhren, schlief er ein. Da fuhr ein Sturmwind auf den See herab; das Boot lief voll Wasser, und sie gerieten in Gefahr.

24Sie traten zu ihm und weckten ihn mit den Worten: Meister, Meister, wir gehen unter! Er aber stand auf, drohte dem Wind und den Wogen des Wassers; da legten sie sich, und es wurde still.

25Dann sagte er zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie aber gerieten in Furcht und wunderten sich und sagten zueinander: Wer ist dieser nur, dass er sogar den Winden und dem Wasser gebietet und sie ihm gehorchen?

26Und sie fuhren in das Gebiet der Gergesener, das Galiläa gegenüberliegt.

27Als er an Land stieg, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der von Dämonen besessen war. Seit langer Zeit trug er kein Kleid mehr und wohnte nicht in einem Haus, sondern in den Grabhöhlen.

28Als er Jesus sah, schrie er auf, fiel vor ihm nieder und rief mit lauter Stimme: Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich bitte dich, quäle mich nicht!

29Denn Jesus gebot dem unreinen Geist, aus dem Menschen auszufahren; er hatte ihn nämlich schon lange in seiner Gewalt. Man hatte ihn mit Ketten und Fußfesseln gebunden und bewacht, doch er zerriss die Fesseln und wurde von dem Dämon in die Einöde getrieben.

30Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Legion, denn viele Dämonen waren in ihn gefahren.

31Und sie baten ihn, ihnen nicht zu befehlen, in den Abgrund zu fahren.

32Nun weidete dort am Berg eine große Schweineherde. Und sie baten ihn, ihnen zu erlauben, in die Schweine zu fahren. Und er erlaubte es ihnen.

33Da fuhren die Dämonen aus dem Menschen aus und in die Schweine; und die Herde stürzte den Abhang hinab in den See und ertrank.

34Als die Hirten sahen, was geschehen war, flohen sie und berichteten es in der Stadt und auf den Feldern.

35Da gingen die Leute hinaus, um zu sehen, was geschehen war. Sie kamen zu Jesus und fanden den Menschen, aus dem die Dämonen ausgefahren waren, bekleidet und bei klarem Verstand zu Füßen Jesu sitzen; und sie erschraken.

36Und die, welche es gesehen hatten, berichteten ihnen, wie der Besessene gerettet worden war.

37Da bat ihn die ganze Bevölkerung aus der Gegend der Gergesener, von ihnen wegzugehen, denn sie waren von großer Furcht ergriffen. Er aber stieg in ein Boot und kehrte zurück.

38Der Mann aber, aus dem die Dämonen ausgefahren waren, bat ihn, bei ihm bleiben zu dürfen. Doch er entließ ihn und sagte:

39Kehre in dein Haus zurück und erzähle, wie viel Gott an dir getan hat. Und er ging weg und verkündigte in der ganzen Stadt, wie viel Jesus an ihm getan hatte.

40Als Jesus zurückkehrte, empfing ihn die Volksmenge, denn alle warteten auf ihn.

41Und siehe, es kam ein Mann namens Jaïrus, der Vorsteher der Synagoge war. Er fiel Jesus zu Füßen und bat ihn, in sein Haus zu kommen,

42denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwölf Jahren, und die lag im Sterben. Während Jesus hinging, drängten ihn die Volksmengen.

43Und eine Frau, die seit zwölf Jahren an Blutungen litt und ihr ganzes Vermögen für Ärzte ausgegeben hatte, ohne von irgendjemandem geheilt werden zu können,

44trat von hinten heran und berührte den Saum seines Gewandes; und sofort kam die Blutung zum Stillstand.

45Und Jesus fragte: Wer hat mich berührt? Als es aber alle leugneten, sagte Petrus und die bei ihm waren: Meister, die Volksmengen umringen und bedrängen dich.

46Jesus aber sagte: Jemand hat mich berührt; denn ich habe gemerkt, dass eine Kraft von mir ausgegangen ist.

47Als die Frau sah, dass sie nicht verborgen geblieben war, kam sie zitternd, fiel vor ihm nieder und erzählte vor dem ganzen Volk, weshalb sie ihn berührt hatte und wie sie sofort geheilt worden war.

48Er aber sagte zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich gerettet. Geh hin in Frieden!

49Während er noch redete, kam jemand vom Haus des Synagogenvorstehers und sagte: Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Lehrer nicht mehr!

50Als Jesus das hörte, antwortete er ihm: Fürchte dich nicht; glaube nur, dann wird sie gerettet werden!

51Als er in das Haus kam, ließ er niemanden mit hineingehen außer Petrus, Johannes und Jakobus sowie den Vater und die Mutter des Mädchens.

52Alle aber weinten und beklagten sie. Er aber sagte: Weint nicht; sie ist nicht gestorben, sondern sie schläft.

53Und sie verlachten ihn, weil sie wussten, dass sie tot war.

54Er aber ergriff ihre Hand und rief: Mädchen, steh auf!

55Da kehrte ihr Geist zurück, und sie stand sofort auf; und er befahl, ihr zu essen zu geben.

56Ihre Eltern aber gerieten außer sich vor Staunen. Er jedoch gebot ihnen, niemandem zu sagen, was geschehen war.