Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 6

Augsburger GenerativBibel mittel

1Es geschah aber an einem zweit-ersten Sabbat, dass er durch Getreidefelder ging, und seine Jünger rissen Ähren ab, zerrieben sie mit den Händen und aßen sie.

2Einige von den Pharisäern aber sagten: Warum tut ihr, was am Sabbat nicht erlaubt ist?

3Da antwortete Jesus ihnen: Habt ihr denn nicht gelesen, was David tat, als er Hunger hatte, er und seine Begleiter?

4Wie er in das Haus Gottes ging, die Schaubrote nahm, sie aß und auch seinen Begleitern gab, obwohl niemand außer den Priestern sie essen darf?

5Und er sagte ihnen: Der Menschensohn ist Herr auch über den Sabbat.

6Es geschah aber an einem anderen Sabbat, dass er in die Synagoge ging und lehrte. Und dort war ein Mann, dessen rechte Hand verdorrt war.

7Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber beobachteten ihn genau, ob er am Sabbat heilen würde, um einen Grund zu finden, ihn anzuklagen.

8Er aber kannte ihre Gedanken und sagte zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte. Da stand er auf und trat hervor.

9Jesus aber sagte zu ihnen: Ich frage euch: Ist es am Sabbat erlaubt, Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder zugrunde zu richten?

10Und er sah sie alle ringsum an und sagte zu ihm: Streck deine Hand aus! Er tat es, und seine Hand wurde wiederhergestellt.

11Sie aber wurden von sinnloser Wut erfüllt und berieten miteinander, was sie Jesus antun könnten.

12Es geschah aber in jenen Tagen, dass er auf den Berg ging, um zu beten, und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott.

13Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger zu sich und wählte zwölf von ihnen aus, die er auch Apostel nannte:

14Simon, den er auch Petrus nannte, und seinen Bruder Andreas, dazu Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus,

15Matthäus und Thomas, Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Simon, den man den Zeloten nannte,

16Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde.

17Mit ihnen stieg er hinab und blieb auf einer ebenen Stelle stehen, und eine große Schar seiner Jünger und eine große Menge Volkes aus ganz Judäa und Jerusalem und vom Küstengebiet von Tyrus und Sidon waren da. Sie waren gekommen, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden.

18Auch die, die von unreinen Geistern geplagt wurden, wurden geheilt.

19Und die ganze Volksmenge versuchte ihn zu berühren, denn eine Kraft ging von ihm aus und heilte alle.

20Und er richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig seid ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.

21Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig seid ihr, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen.

22Selig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen und wenn sie euch ausschließen und beschimpfen und euren Namen als schlecht ächten um des Menschensohnes willen.

23Freut euch an jenem Tag und springt vor Freude, denn seht, euer Lohn im Himmel ist groß; genau dasselbe nämlich taten ihre Väter den Propheten.

24Doch wehe euch, ihr Reichen, denn ihr habt euren Trost bereits empfangen.

25Wehe euch, die ihr jetzt satt seid, denn ihr werdet hungern. Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet trauern und weinen.

26Wehe euch, wenn alle Menschen gut über euch reden; denn genau dasselbe taten ihre Väter den falschen Propheten.

27Aber euch, die ihr zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen,

28segnet die, die euch verfluchen, betet für die, die euch beleidigen.

29Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halte auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch das Untergewand nicht.

30Gib jedem, der dich bittet, und von dem, der dir das Deine wegnimmt, fordere es nicht zurück.

31Und wie ihr wollt, dass die Menschen euch behandeln, so behandelt auch ihr sie.

32Und wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank verdient ihr dafür? Denn auch die Sünder lieben die, die sie lieben.

33Und wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank verdient ihr dafür? Auch die Sünder tun dasselbe.

34Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr es zurückzuerhalten hofft, welchen Dank verdient ihr dafür? Auch Sünder leihen Sündern, um ebenso viel zurückzubekommen.

35Doch liebt eure Feinde, tut Gutes und leiht, ohne etwas zurückzuerwarten; dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein, denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

36Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.

37Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Sprecht frei, dann werdet auch ihr freigesprochen werden.

38Gebt, dann wird euch gegeben werden; ein gutes, fest gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man euch in den Schoß schütten. Denn mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch zugemessen werden.

39Er erzählte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann denn ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in eine Grube fallen?

40Ein Jünger steht nicht über dem Lehrer; doch jeder, der fertig ausgebildet ist, wird wie sein Lehrer sein.

41Warum aber siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, den Balken aber in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?

42Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge ziehen, während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem eigenen Auge, und dann wirst du klar genug sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu ziehen.

43Denn es gibt keinen guten Baum, der schlechte Früchte trägt, und auch keinen schlechten Baum, der gute Früchte trägt.

44Denn jeden Baum erkennt man an seinen eigenen Früchten. Von Dornen pflückt man keine Feigen, und vom Dornbusch erntet man keine Trauben.

45Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz das Böse hervor; denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.

46Warum nennt ihr mich: Herr, Herr, und tut doch nicht, was ich sage?

47Jeder, der zu mir kommt, meine Worte hört und danach handelt, ich will euch zeigen, wem er gleicht:

48Er gleicht einem Menschen, der ein Haus baute: Er grub tief und legte das Fundament auf den Felsen. Als dann ein Hochwasser kam und der Strom gegen jenes Haus prallte, konnte er es nicht erschüttern, weil es gut gebaut war.

49Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, gleicht einem Menschen, der ein Haus ohne Fundament auf den bloßen Boden baute. Als der Strom dagegen prallte, stürzte es sofort ein, und der Einsturz jenes Hauses war gewaltig.