Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 13

Augsburger GenerativBibel mittel

1Zu eben dieser Zeit waren einige da, die ihm von den Galiläern berichteten, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte.

2Da antwortete er ihnen: Meint ihr, dass diese Galiläer größere Sünder waren als alle anderen Galiläer, weil ihnen das widerfahren ist?

3Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle ebenso umkommen.

4Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und sie tötete: Meint ihr, dass sie schuldiger waren als alle anderen Menschen, die in Jerusalem wohnen?

5Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle ebenso umkommen.

6Dann erzählte er dieses Gleichnis: Jemand hatte einen Feigenbaum in seinem Weinberg gepflanzt. Er kam und suchte Frucht an ihm, fand aber keine.

7Da sagte er zum Weingärtner: Sieh, drei Jahre sind es nun, dass ich komme und an diesem Feigenbaum Frucht suche und keine finde. Hau ihn um! Wozu soll er auch noch den Boden aussaugen?

8Der aber antwortete ihm: Herr, lass ihn auch dieses Jahr noch stehen, bis ich rings um ihn gegraben und Dünger gegeben habe.

9Vielleicht bringt er dann im nächsten Jahr Frucht; wenn aber nicht, dann hau ihn um.

10Am Sabbat lehrte er in einer der Synagogen.

11Und siehe, da war eine Frau, die seit achtzehn Jahren einen Geist der Krankheit hatte; sie war verkrümmt und konnte sich überhaupt nicht mehr aufrichten.

12Als Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sagte zu ihr: Frau, du bist von deiner Krankheit befreit.

13Und er legte ihr die Hände auf, und sofort richtete sie sich auf und pries Gott.

14Der Synagogenvorsteher aber, empört darüber, dass Jesus am Sabbat heilte, sagte zur Volksmenge: Es gibt sechs Tage, an denen man arbeiten soll; an diesen kommt und lasst euch heilen und nicht am Sabbattag.

15Der Herr aber antwortete ihm und sagte: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn weg, um ihn zu tränken?

16Diese Frau aber, eine Tochter Abrahams, die der Satan nun schon achtzehn Jahre gebunden hielt — sollte sie nicht am Sabbattag von dieser Fessel gelöst werden?

17Als er das sagte, schämten sich alle seine Gegner; die ganze Volksmenge aber freute sich über all die herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.

18Dann sagte er: Wem ist das Reich Gottes gleich, und womit soll ich es vergleichen?

19Es gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Garten säte; es wuchs heran und wurde zu einem Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.

20Und wieder sagte er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen?

21Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter drei Maß Mehl mengte, bis das Ganze durchsäuert war.

22Auf seinem Weg nach Jerusalem zog er lehrend durch Städte und Dörfer.

23Da fragte ihn jemand: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er aber sagte zu ihnen:

24Bemüht euch mit aller Kraft, durch die enge Tür hineinzukommen; denn viele, sage ich euch, werden hineinzukommen versuchen und es nicht schaffen.

25Wenn erst einmal der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat, dann werdet ihr draußen stehen, an die Tür klopfen und rufen: Herr, mach uns auf! Er aber wird euch antworten: Ich kenne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid.

26Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben doch in deiner Gegenwart gegessen und getrunken, und auf unseren Straßen hast du gelehrt.

27Doch er wird sagen: Ich sage euch, ich kenne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr alle, die ihr Unrecht tut!

28Dort wird das Weinen und Zähneknirschen sein, wenn ihr Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes seht, euch selbst aber hinausgeworfen.

29Und sie werden von Osten und Westen, von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen.

30Und siehe, manche, die jetzt die Letzten sind, werden die Ersten sein, und manche, die jetzt die Ersten sind, werden die Letzten sein.

31Zu eben dieser Stunde kamen einige Pharisäer zu ihm und sagten: Geh fort und zieh von hier weg, denn Herodes will dich töten.

32Er aber sagte zu ihnen: Geht hin und sagt diesem Fuchs: Sieh, ich treibe Dämonen aus und vollbringe Heilungen heute und morgen, und am dritten Tag werde ich am Ziel sein.

33Doch ich muss heute und morgen und am folgenden Tag weiterziehen; denn es darf nicht sein, dass ein Prophet außerhalb von Jerusalem umkommt.

34Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und die steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft wollte ich deine Kinder sammeln, wie ein Vogel seine Brut unter seinen Flügeln, und ihr habt nicht gewollt.

35Siehe, euer Haus wird euch überlassen. Ich sage euch: Ihr werdet mich nicht mehr sehen, bis die Zeit kommt, in der ihr sagt: Gesegnet sei, der im Namen des Herrn kommt!