Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Sprüche 30

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Das sind die Worte Agurs, des Sohnes Jakes, ein gewichtiger Ausspruch. So redete der Mann zu Itiel, zu Itiel und Ukal:

2Ich bin dümmer als jeder andere, und der Verstand eines Menschen fehlt mir.

3Weisheit habe ich nie gelernt, und was der Heilige weiß, das kenne ich nicht.

4Wer ist je zum Himmel hinaufgestiegen und wieder herabgekommen? Wer hat den Wind in seinen Händen gefasst? Wer die Wassermassen in ein Tuch gebunden? Wer hat die ganze Erde bis an ihre Enden aufgerichtet? Wie heißt er, und wie heißt sein Sohn? Sag es, wenn du es weißt!

5Jedes Wort Gottes ist rein und bewährt; er ist ein Schild für alle, die bei ihm Schutz suchen.

6Füge seinen Worten nichts hinzu, sonst überführt er dich, und du stehst als Lügner da.

7Um zwei Dinge bitte ich dich; verweigere sie mir nicht, bevor ich sterbe:

8Halte Falschheit und Lüge von mir fern; gib mir weder Armut noch Reichtum, sondern nur so viel Brot, wie ich zum Leben brauche.

9Sonst bin ich satt und verleugne dich und frage: Wer ist überhaupt der HERR? Oder ich werde arm und stehle und ziehe den Namen meines Gottes in den Schmutz.

10Verleumde keinen Knecht bei seinem Herrn, sonst verflucht er dich, und du musst dafür büßen.

11Es gibt Menschen, die ihren Vater verfluchen und ihre Mutter nicht segnen.

12Es gibt Menschen, die sich selbst für rein halten und doch von ihrem Schmutz nicht gewaschen sind.

13Es gibt Menschen, die von oben herabblicken und die Nase hoch tragen.

14Es gibt Menschen, deren Zähne wie Schwerter und deren Kiefer wie Messer sind, um die Elenden aus dem Land und die Armen unter den Menschen zu verschlingen.

15Der Blutegel hat zwei Töchter, die rufen: Gib her, gib her! Drei Dinge werden niemals satt, vier sagen nie: Genug!

16Das Totenreich, der unfruchtbare Mutterschoß, die Erde, die nie genug Wasser bekommt, und das Feuer, das nie sagt: Genug!

17Wer seinen Vater verspottet und der Mutter den Gehorsam verweigert, dem werden die Raben am Bach die Augen aushacken, und die jungen Adler werden ihn fressen.

18Drei Dinge sind mir zu wunderbar, vier verstehe ich einfach nicht:

19wie der Adler am Himmel dahinzieht, wie die Schlange über den Felsen gleitet, wie das Schiff mitten auf dem Meer seine Bahn findet und wie ein Mann den Weg zu einer jungen Frau nimmt.

20Genauso macht es die Ehebrecherin: Sie isst, wischt sich den Mund ab und sagt: Ich habe doch nichts Unrechtes getan.

21Unter drei Dingen erzittert die Erde, vier kann sie nicht ertragen:

22einen Knecht, der plötzlich König wird, und einen Narren, der sich den Bauch vollschlägt,

23eine ungeliebte Frau, die endlich einen Mann bekommt, und eine Magd, die an die Stelle ihrer Herrin tritt.

24Vier sind winzig auf der Erde und doch ungeheuer klug:

25die Ameisen, ein schwaches Volk, und doch legen sie im Sommer ihren Vorrat an;

26die Klippdachse, ein wehrloses Volk, und doch bauen sie ihr Zuhause in den Felsen;

27die Heuschrecken haben keinen König, und doch schwärmen sie alle in geschlossener Ordnung aus;

28die Eidechse kannst du mit bloßen Händen fangen, und doch lebt sie in den Palästen der Könige.

29Drei haben einen stolzen Gang, vier schreiten würdevoll dahin:

30der Löwe, der Stärkste unter den Tieren, der vor keinem zurückweicht;

31der stolze Hahn und der Ziegenbock und ein König, dem sich niemand widersetzt.

32Wenn du dich überheblich zum Narren gemacht hast oder Böses geplant hast, dann halte dir die Hand vor den Mund!

33Denn wer Milch schlägt, gewinnt Butter, wer die Nase quetscht, bringt Blut hervor, und wer den Zorn schürt, entfacht Streit.