Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Offenbarung 18

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1Danach sah ich einen weiteren Engel vom Himmel herunterkommen. Er hatte große Macht, und die ganze Erde wurde hell von seinem Glanz.

2Mit lauter Stimme rief er: „Gefallen, gefallen ist die große Stadt Babylon! Jetzt hausen dort nur noch Dämonen. Sie ist ein Gefängnis für jeden bösen Geist und für jeden unreinen, verhassten Vogel geworden.

3Denn alle Völker hat sie mit dem berauschenden Wein ihrer Unmoral betrunken gemacht. Die Könige der Welt haben sich mit ihr eingelassen, und die Händler sind durch ihren maßlosen Luxus reich geworden.“

4Dann hörte ich eine andere Stimme vom Himmel her sagen: „Mein Volk, verlasst diese Stadt! Macht ihre Schuld nicht mit, sonst trifft euch dasselbe Unheil wie sie.

5Ihre Schuld ist so groß, dass sie bis zum Himmel reicht, und Gott hat ihre Untaten nicht vergessen.

6Zahlt ihr heim, was sie anderen angetan hat. Gebt ihr das Doppelte zurück für das, was sie getan hat. Schenkt ihr in ihren eigenen Becher die doppelte Menge ein.

7So sehr sie geprahlt und in Saus und Braus gelebt hat, so viel Leid und Trauer sollt ihr ihr zufügen. Denn insgeheim denkt sie: ‚Ich bin Königin und sitze auf dem Thron. Ich bin keine einsame Witwe, und Trauer werde ich nie erleben.‘

8Genau deshalb wird sie das Unheil an einem einzigen Tag treffen: Tod, Trauer und Hunger. Und sie wird im Feuer verbrennen. Denn der Herr, Gott, der über sie das Urteil gesprochen hat, ist mächtig.

9Die Könige der Welt, die sich mit ihr eingelassen und mit ihr im Luxus gelebt haben, werden um sie weinen und klagen, wenn sie den Rauch von ihrem Brand aufsteigen sehen.

10Aus Angst vor ihrem Leid bleiben sie in sicherer Entfernung stehen und rufen: „Das ist schrecklich, einfach schrecklich für dich, du große, mächtige Stadt Babylon! In einer einzigen Stunde ist dein Untergang gekommen.“

11Auch die Händler der Welt weinen und trauern um sie, weil niemand mehr ihre Waren kauft:

12Gold und Silber, Edelsteine und Perlen, feinstes Leinen, Purpurstoff, Seide und scharlachrote Stoffe, dazu jede Art von edlem Holz, Gegenstände aus Elfenbein, aus teuerstem Holz, aus Kupfer, Eisen und Marmor,

13außerdem Zimt und Gewürze, Räucherwerk, Salböl und Weihrauch, Wein und Öl, feinstes Mehl und Weizen, Rinder und Schafe, Pferde und Wagen – und sogar Sklaven, also Menschen, die man wie Ware verkauft.

14„All das Schöne, nach dem du dich gesehnt hast, ist weg. Aller Reichtum und Glanz sind dahin, und das alles wirst du nie wieder bekommen.“

15Die Händler, die mit all dem Geschäfte gemacht und durch sie reich geworden sind, bleiben aus Angst vor ihrem Leid in sicherer Entfernung stehen. Sie weinen und trauern

16und rufen: „Das ist schrecklich für dich, du große Stadt! Du warst in feinstes Leinen, Purpur und Scharlach gekleidet und über und über mit Gold, Edelsteinen und Perlen geschmückt. Und nun ist all dieser Reichtum in einer einzigen Stunde dahin.“

17Auch jeder Kapitän, jeder, der die Meere befährt, die Matrosen und alle, die auf dem Meer ihren Lebensunterhalt verdienen, blieben in der Ferne stehen.

18Als sie den Rauch von ihrem Brand sahen, riefen sie: „Keine Stadt war je so groß wie diese!“

19Sie streuten sich Staub auf den Kopf und schrien weinend und klagend: „Das ist schrecklich für dich, du große Stadt! An deinem Reichtum sind alle reich geworden, die Schiffe auf dem Meer hatten. Und in einer einzigen Stunde liegt alles in Trümmern.“

20Freu dich über ihren Untergang, Himmel! Und auch ihr, die ihr zu Gott gehört, ihr Apostel und Propheten, freut euch! Denn Gott hat ihr das Urteil gesprochen und euch Recht verschafft.

21Dann hob ein mächtiger Engel einen Stein hoch, so groß wie ein Mühlstein, und warf ihn ins Meer. Dabei sagte er: „Genauso wird die große Stadt Babylon mit Gewalt hinabgeschleudert. Danach wird sie für immer verschwunden sein.

22Niemand wird in dir je wieder Harfen, Gesang, Flöten oder Trompeten hören. Kein Handwerker, welches Handwerk auch immer, wird mehr bei dir arbeiten. Und das Mahlen der Mühle wird bei dir für immer verstummen.

23Keine Lampe wird mehr in dir leuchten, und nie wieder wird man bei dir die fröhlichen Stimmen von Braut und Bräutigam hören. Denn deine Händler waren die Mächtigen der Welt, und mit deiner Zauberei hast du alle Völker getäuscht.

24In dieser Stadt klebt das Blut der Propheten und aller, die zu Gott gehören – das Blut von allen, die irgendwo auf der Erde ermordet wurden.“