Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Offenbarung 17

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Dann kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen hielten, zu mir und sagte: Komm mit, ich zeige dir, wie über die große Hure Gericht gehalten wird. Sie sitzt an den vielen Gewässern.

2Mit ihr haben die Könige der Erde sich eingelassen, und die Menschen auf der Erde haben sich am Wein berauscht, mit dem sie zur Untreue verführt hat.

3Dann versetzte er mich im Geist in eine Wüste. Und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen. Überall auf dem Tier standen Namen, die Gott verhöhnten. Es hatte sieben Köpfe und zehn Hörner.

4Die Frau trug Kleider aus Purpur und Scharlach und war mit Gold, Edelsteinen und Perlen geschmückt. In der Hand hielt sie einen goldenen Becher, randvoll mit Abscheulichem und dem Schmutz ihrer Untreue.

5Auf ihrer Stirn stand ein Name, der ein Rätsel war: Babylon, die Große, die Mutter aller Huren und alles Abscheulichen auf der Erde.

6Und ich sah: Die Frau war betrunken vom Blut der Menschen, die zu Gott gehörten, und vom Blut derer, die für Jesus eingestanden waren. Als ich sie sah, war ich völlig fassungslos.

7Da fragte mich der Engel: Warum bist du so fassungslos? Ich erkläre dir das Rätsel der Frau und des Tieres, das sie trägt, mit den sieben Köpfen und den zehn Hörnern.

8Das Tier, das du gesehen hast, war einmal da und ist jetzt nicht da. Doch es wird aus dem Abgrund heraufkommen und schließlich vernichtet werden. Die Menschen auf der Erde, deren Namen seit Erschaffung der Welt nicht im Buch des Lebens stehen, werden staunen, wenn sie das Tier sehen: Es war da, ist jetzt nicht da und wird wieder da sein.

9Dazu braucht man einen klugen Verstand: Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt.

10Sie sind auch sieben Könige: Fünf sind schon gestürzt, einer ist gerade an der Macht, und der letzte ist noch nicht gekommen. Wenn er kommt, bleibt er nur kurze Zeit.

11Und das Tier, das einmal da war und jetzt nicht da ist, ist selbst ein achter König. Es gehört zu den sieben und geht doch in den Untergang.

12Die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige. Sie haben ihre Herrschaft noch nicht angetreten. Doch für eine kurze Zeit bekommen sie zusammen mit dem Tier königliche Macht.

13Sie sind sich alle einig und stellen ihre Kraft und ihre Macht dem Tier zur Verfügung.

14Sie werden gegen das Lamm Krieg führen. Aber das Lamm wird sie besiegen, denn es ist der Herr über alle Herren und der König über alle Könige. Und alle, die zu ihm halten, sind von ihm gerufen, ausgewählt und treu.

15Dann sagte er zu mir: Die Gewässer, die du gesehen hast, an denen die Hure sitzt, das sind Völker und Menschenmassen, Nationen und Sprachen.

16Die zehn Hörner, die du gesehen hast, und das Tier werden die Hure hassen. Sie werden ihr alles nehmen und sie nackt zurücklassen. Sie werden ihr Fleisch verschlingen und sie im Feuer verbrennen.

17Denn Gott hat es ihnen eingegeben, seinen Plan auszuführen: Sie werden sich einig und übergeben dem Tier ihre Herrschaft, bis alles geschehen ist, was Gott gesagt hat.

18Und die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die über die Könige der Erde herrscht.