Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 21

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Jesus schaute auf und sah, wie reiche Leute ihr Geld in den Opferkasten des Tempels warfen.

2Dann sah er eine arme Witwe, die zwei winzige Münzen einwarf.

3Da sagte er: Ich sage euch ganz klar: Diese arme Witwe hat mehr gegeben als alle anderen.

4Denn die anderen haben nur etwas von dem gegeben, was sie übrig hatten. Sie aber war arm und hat alles gegeben, wovon sie leben musste.

5Einige sprachen über den Tempel und wie schön er war, mit den prächtigen Steinen und den geschenkten Kostbarkeiten. Da sagte Jesus:

6Das alles, was ihr hier seht – es kommt eine Zeit, da bleibt kein Stein auf dem anderen. Alles wird niedergerissen.

7Da fragten sie ihn: Lehrer, wann passiert das? Und woran erkennen wir, dass es so weit ist?

8Er antwortete: Passt auf, dass euch niemand täuscht. Viele werden auftreten und meinen Namen benutzen. Sie werden sagen: Ich bin es, und: Jetzt ist es so weit. Lauft ihnen nicht nach.

9Und wenn ihr von Kriegen und Aufständen hört, erschreckt nicht. Das muss erst passieren, aber das Ende kommt deshalb noch nicht gleich.

10Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird gegen das andere kämpfen und ein Land gegen das andere.

11Es wird schwere Erdbeben geben, hier und da Hungersnöte und Seuchen. Schreckliche Dinge werden passieren, und am Himmel werden gewaltige Zeichen zu sehen sein.

12Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und verfolgen. Man wird euch an die Synagogen ausliefern und ins Gefängnis werfen. Man wird euch vor Könige und Statthalter stellen, weil ihr zu mir gehört.

13So bekommt ihr die Gelegenheit, von mir zu erzählen.

14Macht euch also keine Sorgen darüber, wie ihr euch verteidigen sollt. Überlegt es euch nicht schon vorher.

15Denn ich gebe euch die richtigen Worte und die Klugheit, sodass keiner eurer Gegner etwas dagegen sagen oder euch widerlegen kann.

16Sogar eure eigenen Eltern, Geschwister, Verwandten und Freunde werden euch verraten. Einige von euch werden sie umbringen.

17Alle werden euch hassen, weil ihr zu mir gehört.

18Aber kein einziges Haar auf eurem Kopf wird verloren gehen.

19Haltet durch – so gewinnt ihr das Leben.

20Wenn ihr seht, dass Jerusalem von Heeren eingekreist wird, dann wisst ihr: Jetzt wird die Stadt bald zerstört.

21Dann sollen alle, die in Judäa sind, in die Berge fliehen. Wer in der Stadt ist, soll sie verlassen, und wer draußen auf dem Land ist, soll nicht hineingehen.

22Denn das sind die Tage der Abrechnung, an denen alles eintrifft, was in der Schrift steht.

23Schlimm wird es in jener Zeit für Frauen sein, die schwanger sind oder ein Kind stillen. Denn im Land wird große Not herrschen, und dieses Volk wird den Zorn zu spüren bekommen.

24Viele werden im Krieg getötet, andere werden gefangen genommen und in alle Länder verschleppt. Fremde Völker werden Jerusalem zertrampeln, bis ihre Zeit abgelaufen ist.

25An Sonne, Mond und Sternen werden seltsame Zeichen zu sehen sein. Auf der Erde wissen die Völker nicht mehr weiter, in Angst vor dem tosenden und brausenden Meer.

26Die Menschen werden vor Angst vergehen, weil sie ahnen, was über die Welt hereinbricht. Denn selbst die Kräfte des Himmels geraten ins Wanken.

27Dann werden alle den Menschensohn in einer Wolke kommen sehen, mit großer Macht und in strahlendem Glanz.

28Wenn das alles anfängt, dann richtet euch auf und schaut hoch. Denn dann ist eure Rettung nah.

29Dann erzählte er ihnen ein Bild: Schaut euch den Feigenbaum an, und alle anderen Bäume.

30Wenn sie ausschlagen, dann wisst ihr von allein: Jetzt ist der Sommer bald da.

31Genauso ist es bei euch: Wenn ihr seht, dass all das passiert, dann wisst ihr, dass Gottes neue Welt nah ist.

32Ich sage euch ganz klar: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles passiert ist.

33Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nie.

34Passt auf euch auf! Lasst euch nicht von Rauschgelagen, Trinkerei und den Sorgen des Alltags belasten, sonst überrascht euch jener Tag ganz plötzlich

35wie eine Falle, die zuschnappt. Denn er wird über alle Menschen kommen, die auf der ganzen Erde leben.

36Bleibt also immer wach und betet. Dann habt ihr die Kraft, all dem zu entkommen, was kommen wird, und ihr könnt vor dem Menschensohn bestehen.

37Tagsüber lehrte Jesus im Tempel. Die Nächte aber verbrachte er draußen auf dem Berg, den man Ölberg nennt.

38Und früh am Morgen kamen alle Leute zu ihm in den Tempel, um ihm zuzuhören.