Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 18

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Jesus erzählte ihnen eine Beispielgeschichte. Er wollte ihnen zeigen: Man soll immer beten und nie aufgeben.

2Er sagte: In einer Stadt lebte ein Richter. Der hatte keinen Respekt vor Gott und nahm auf keinen Menschen Rücksicht.

3In derselben Stadt wohnte auch eine Witwe. Sie kam immer wieder zu ihm und sagte: Hilf mir zu meinem Recht gegen den, der mich vor Gericht zieht.

4Eine Weile wollte er nicht. Doch dann dachte er bei sich: Zwar habe ich keinen Respekt vor Gott und nehme auf keinen Menschen Rücksicht.

5Aber diese Witwe nervt mich. Deshalb verschaffe ich ihr jetzt ihr Recht, sonst kommt sie immer wieder und macht mich noch ganz fertig.

6Dann sagte der Herr: Habt ihr gehört, was dieser ungerechte Richter sagt?

7Sollte Gott da seinen Auserwählten nicht erst recht zu ihrem Recht verhelfen? Sie rufen doch Tag und Nacht zu ihm. Hat er nicht Geduld mit ihnen?

8Ich sage euch: Er wird ihnen schnell zu ihrem Recht verhelfen. Aber wenn der Menschensohn kommt - wird er dann auf der Erde überhaupt noch Menschen finden, die ihm vertrauen?

9Einige waren überzeugt, dass nur sie selbst vor Gott in Ordnung sind, und sahen auf alle anderen herab. Ihnen erzählte Jesus diese Beispielgeschichte:

10Zwei Männer gingen in den Tempel, um zu beten. Der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.

11Der Pharisäer stellte sich hin und betete für sich: Gott, ich danke dir, dass ich nicht so bin wie die anderen Leute - Räuber, Betrüger, Ehebrecher - oder wie dieser Zöllner da.

12Zweimal in der Woche faste ich, und von allem, was ich verdiene, gebe ich den zehnten Teil ab.

13Der Zöllner aber blieb weit hinten stehen. Er traute sich nicht einmal, nach oben zum Himmel zu schauen. Er schlug sich an die Brust und sagte: Gott, hab Erbarmen mit mir. Ich habe so viel falsch gemacht.

14Ich sage euch: Der Zöllner ging nach Hause, und Gott hatte ihn angenommen - der Pharisäer dagegen nicht. Denn wer sich selbst groß macht, wird klein gemacht. Und wer sich selbst klein macht, den macht Gott groß.

15Die Leute brachten ihre kleinen Kinder zu Jesus, damit er sie anfasste. Als die Jünger das sahen, fuhren sie die Leute an.

16Aber Jesus rief die Kinder zu sich und sagte: Lasst die Kinder zu mir kommen! Haltet sie nicht zurück. Denn Gottes neue Welt gehört solchen Menschen.

17Ich sage euch ganz klar: Wer Gottes neue Welt nicht annimmt wie ein Kind, der kommt gar nicht erst hinein.

18Ein angesehener Mann fragte ihn: Guter Lehrer, was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?

19Jesus sagte zu ihm: Warum nennst du mich gut? Gut ist nur einer, und das ist Gott.

20Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht die Ehe brechen, nicht töten, nicht stehlen, nicht vor Gericht lügen, und du sollst deinen Vater und deine Mutter achten.

21Der Mann antwortete: Das alles habe ich von Kind an befolgt.

22Als Jesus das hörte, sagte er zu ihm: Eines fehlt dir noch. Verkaufe alles, was du hast, und gib das Geld den Armen. Dann hast du einen Schatz im Himmel. Und dann komm und folge mir nach.

23Als der Mann das hörte, wurde er sehr traurig, denn er war sehr reich.

24Jesus sah ihn an und sagte: Wie schwer ist es für die Reichen, in Gottes neue Welt zu kommen!

25Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in Gottes neue Welt kommt.

26Die Zuhörer fragten: Wer kann dann überhaupt noch gerettet werden?

27Jesus antwortete: Was für Menschen unmöglich ist, das kann Gott möglich machen.

28Da sagte Petrus: Schau, wir haben alles aufgegeben, was uns gehörte, und sind dir gefolgt.

29Jesus sagte zu ihnen: Ich sage euch ganz klar: Jeder, der wegen Gottes neuer Welt sein Haus verlassen hat oder seine Frau, seine Geschwister, seine Eltern oder seine Kinder,

30der bekommt dafür in dieser Zeit ein Vielfaches zurück - und in der kommenden Welt das ewige Leben.

31Jesus nahm die zwölf Jünger beiseite und sagte zu ihnen: Passt auf, wir gehen jetzt hinauf nach Jerusalem. Dort wird alles wahr werden, was die Propheten über den Menschensohn aufgeschrieben haben.

32Er wird fremden Völkern ausgeliefert. Sie werden ihn verspotten, misshandeln und anspucken.

33Sie werden ihn auspeitschen und dann töten. Aber am dritten Tag wird er wieder lebendig werden.

34Aber die Jünger verstanden überhaupt nichts davon. Der Sinn dieser Worte blieb ihnen verborgen, und sie begriffen nicht, was er meinte.

35Als Jesus in die Nähe von Jericho kam, saß da ein blinder Mann am Straßenrand und bettelte.

36Er hörte, wie viele Leute vorbeigingen, und fragte, was da los sei.

37Man sagte ihm: Jesus aus Nazaret geht gerade vorbei.

38Da rief er laut: Jesus, du Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!

39Die Leute, die vorne gingen, fuhren ihn an, er solle still sein. Doch er schrie nur noch lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!

40Jesus blieb stehen und ließ den Mann zu sich bringen. Als er nahe war, fragte Jesus ihn:

41Was soll ich für dich tun? Der Mann antwortete: Herr, ich möchte wieder sehen können.

42Jesus sagte zu ihm: Du kannst wieder sehen! Dein Glaube hat dich gesund gemacht.

43Sofort konnte der Mann wieder sehen. Er folgte Jesus und lobte Gott. Und alle Leute, die das sahen, lobten Gott.