Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 17

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Jesus sagte zu seinen Jüngern: Es lässt sich nicht verhindern, dass Menschen dazu verleitet werden, Falsches zu tun. Aber schlimm steht es um den, der so eine Verleitung verursacht.

2Für so einen wäre es besser, man würde ihm einen schweren Mühlstein um den Hals hängen und ihn ins Meer werfen, als dass er einen von diesen einfachen Menschen vom Glauben abbringt.

3Passt auf euch selbst auf! Wenn dein Bruder etwas Falsches tut, sprich ihn darauf an. Und wenn er es bereut und sich ändert, dann vergib ihm.

4Selbst wenn er siebenmal am Tag etwas gegen dich tut und jedes Mal zu dir kommt und sagt: Es tut mir leid, ich ändere mich, dann sollst du ihm immer wieder vergeben.

5Die Apostel baten den Herrn: Hilf uns, mehr zu vertrauen!

6Der Herr antwortete: Wenn euer Vertrauen auch nur so klein wäre wie ein Senfkorn, könntet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: Reiß dich aus und verpflanz dich ins Meer! Und er würde euch gehorchen.

7Stellt euch vor, einer von euch hat einen Knecht, der pflügt oder die Herde hütet. Wenn der vom Feld zurückkommt, würde da jemand zu ihm sagen: Komm gleich her und setz dich an den Tisch?

8Nein, er würde doch eher sagen: Mach mir das Abendessen fertig, zieh dich um und bedien mich, bis ich gegessen und getrunken habe. Danach kannst du selbst essen und trinken.

9Bedankt er sich etwa bei dem Knecht dafür, dass er getan hat, was man ihm gesagt hat? Wohl kaum.

10Genauso ist es bei euch: Wenn ihr alles getan habt, was man euch aufgetragen hat, dann sagt: Wir sind ganz gewöhnliche Diener. Wir haben nur unsere Pflicht getan, mehr nicht.

11Auf seinem Weg nach Jerusalem zog Jesus mitten durch Samaria und Galiläa.

12Als er in ein Dorf kam, kamen ihm zehn Männer entgegen, die aussätzig waren. Sie blieben in einiger Entfernung stehen

13und riefen laut: Jesus, Meister, hab Mitleid mit uns!

14Als Jesus sie sah, sagte er zu ihnen: Geht und zeigt euch den Priestern! Und während sie unterwegs waren, wurden sie gesund.

15Einer von ihnen merkte, dass er gesund geworden war. Da kehrte er um und lobte Gott mit lauter Stimme.

16Er warf sich vor Jesus zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war ein Samariter.

17Jesus sagte darauf: Sind nicht alle zehn gesund geworden? Wo sind die anderen neun?

18Ist denn keiner zurückgekommen, um Gott die Ehre zu geben, außer diesem Fremden, der nicht einmal zu uns gehört?

19Dann sagte er zu ihm: Steh auf und geh! Dein Vertrauen hat dich gerettet.

20Die Pharisäer fragten Jesus, wann Gottes neue Welt komme. Er antwortete: Gottes neue Welt kommt nicht so, dass man sie kommen sehen kann.

21Niemand wird sagen können: Schau, hier ist sie! oder: Dort! Denn Gottes neue Welt ist schon mitten unter euch.

22Zu seinen Jüngern sagte er: Es kommt eine Zeit, da werdet ihr euch danach sehnen, den Menschensohn auch nur für einen einzigen Tag zu erleben. Aber ihr werdet es nicht.

23Man wird euch sagen: Schau, dort ist er! oder: Hier ist er! Geht nicht hin und lauft nicht hinterher!

24Denn wenn der Menschensohn an seinem Tag kommt, dann wird es sein wie ein Blitz, der von einem Ende des Himmels bis zum anderen aufleuchtet.

25Aber zuerst muss er vieles leiden, und die Menschen von heute werden ihn ablehnen.

26Es wird so sein wie damals zur Zeit von Noah, wenn der Menschensohn kommt.

27Die Menschen aßen und tranken, sie heirateten, ganz normal, bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche stieg. Dann kam die Flut und brachte sie alle um.

28Genauso war es zur Zeit von Lot: Die Leute aßen und tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten Häuser.

29Aber an dem Tag, als Lot die Stadt Sodom verließ, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um.

30Genauso wird es sein an dem Tag, an dem der Menschensohn für alle sichtbar kommt.

31Wer an dem Tag auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, soll nicht erst noch hinuntergehen, um sie zu holen. Und wer auf dem Feld ist, soll nicht mehr nach Hause zurücklaufen.

32Denkt daran, was mit der Frau von Lot passiert ist!

33Wer sein Leben um jeden Preis festhalten will, wird es verlieren. Und wer es hergibt, der wird es behalten.

34Ich sage euch: In jener Nacht liegen zwei in einem Bett. Der eine wird mitgenommen, der andere bleibt zurück.

35Zwei Frauen mahlen zusammen Korn. Die eine wird mitgenommen, die andere bleibt zurück.

36[ausgelassen] Vers 36 („Zwei werden auf dem Feld sein; einer wird angenommen, der andere zurückgelassen“) fehlt in den ältesten Handschriften; aus Matthäus 24,40 angeglichen.

37Die Jünger fragten ihn: Wo wird das geschehen, Herr? Er antwortete: Wo ein toter Körper liegt, da sammeln sich auch die Geier.