Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Johannes 5

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Einige Zeit später war ein jüdisches Fest, und Jesus ging nach Jerusalem hinauf.

2In Jerusalem liegt beim Schaftor ein Teich. Auf Hebräisch heißt er Betzata. Daneben gibt es fünf überdachte Säulenhallen.

3Dort lagen viele kranke Menschen: Blinde, Gelähmte und Leute mit verkrüppelten Gliedern.

4[ausgelassen] Vers 4 (ein Engel bewegt zu bestimmten Zeiten das Wasser, und der Erste wird gesund) fehlt in den ältesten Handschriften; eine spätere erklärende Ergänzung zu V. 3 und 7.

5Dort war ein Mann, der schon seit achtunddreißig Jahren krank war.

6Jesus sah ihn liegen und merkte, dass er schon lange so war. Er fragte ihn: „Willst du gesund werden?“

7Der Kranke antwortete: „Herr, ich habe niemanden, der mich in den Teich trägt, wenn das Wasser sich bewegt. Bis ich dort bin, ist immer schon ein anderer vor mir drin.“

8Jesus sagte zu ihm: „Steh auf, nimm deine Matte und geh!“

9Sofort wurde der Mann gesund. Er nahm seine Matte und ging los. Das war aber an einem Sabbat.

10Da sagten die führenden Juden zu dem Geheilten: „Heute ist Sabbat. Du darfst deine Matte nicht tragen.“

11Er antwortete: „Der Mann, der mich gesund gemacht hat, hat mir gesagt: ‚Nimm deine Matte und geh!‘“

12Sie fragten ihn: „Wer war das, der dir gesagt hat: ‚Nimm sie und geh‘?“

13Doch der Geheilte wusste nicht, wer es war. Denn Jesus hatte sich zurückgezogen, weil dort viele Menschen waren.

14Später traf Jesus ihn im Tempel und sagte zu ihm: „Schau, du bist jetzt gesund. Mach nichts Falsches mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres passiert.“

15Der Mann ging weg und erzählte den führenden Juden, dass Jesus es war, der ihn gesund gemacht hatte.

16Deshalb gingen die führenden Juden gegen Jesus vor, weil er so etwas am Sabbat tat.

17Jesus antwortete ihnen: „Mein Vater arbeitet bis heute, und genauso arbeite ich.“

18Daraufhin wollten sie ihn erst recht töten. Denn er hielt sich nicht nur nicht an den Sabbat, sondern nannte Gott sogar seinen eigenen Vater. Damit stellte er sich Gott gleich.

19Da antwortete Jesus: „Ich sage euch ganz klar: Der Sohn kann nichts von sich aus tun. Er tut nur das, was er beim Vater sieht. Denn was der Vater tut, das tut der Sohn genauso.

20Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selbst tut. Und er wird ihm noch größere Dinge zeigen, sodass ihr nur staunen könnt.

21Denn so wie der Vater Tote auferweckt und ihnen neues Leben gibt, so gibt auch der Sohn Leben, wem er will.

22Der Vater spricht über niemanden das Urteil. Das ganze Richten hat er dem Sohn überlassen.

23So sollen alle den Sohn genauso achten, wie sie den Vater achten. Wer den Sohn nicht achtet, der achtet auch den Vater nicht, der ihn geschickt hat.

24Ich sage euch ganz klar: Wer auf das hört, was ich sage, und dem glaubt, der mich geschickt hat, der hat ewiges Leben. Über ihn wird kein Urteil gesprochen. Er ist schon vom Tod ins Leben hinübergegangen.

25Ich sage euch ganz klar: Es kommt die Zeit, ja sie ist schon da, in der die Toten die Stimme von Gottes Sohn hören. Und wer sie hört, wird leben.

26Denn so wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er es auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich selbst zu haben.

27Und er hat ihm die Macht gegeben, das Urteil zu sprechen, weil er der Menschensohn ist.

28Wundert euch nicht darüber. Es kommt die Zeit, in der alle, die in den Gräbern liegen, seine Stimme hören werden.

29Dann kommen sie heraus: Wer Gutes getan hat, steht auf zum Leben. Wer Böses getan hat, steht auf zum Urteil.

30Ich kann nichts von mir aus tun. Ich urteile so, wie ich es höre, und mein Urteil ist gerecht. Denn ich will nicht das, was ich selbst will, sondern das, was der will, der mich geschickt hat.

31Wenn nur ich selbst etwas über mich sage, dann zählt das nicht als Beweis.

32Aber es gibt einen anderen, der für mich aussagt. Und ihr wisst genau: Was er über mich aussagt, das stimmt.

33Ihr habt Leute zu Johannes geschickt, und er hat für die Wahrheit ausgesagt.

34Ich brauche aber kein Zeugnis von einem Menschen. Ich sage das nur, damit ihr gerettet werdet.

35Johannes war wie eine Lampe, die hell brennt und leuchtet. Und ihr wolltet euch eine Weile über sein Licht freuen.

36Aber ich habe einen stärkeren Beweis als das, was Johannes gesagt hat. Denn die Aufgaben, die der Vater mir zu erfüllen gegeben hat, genau das, was ich tue, zeigt klar: Der Vater hat mich geschickt.

37Auch der Vater selbst, der mich geschickt hat, hat für mich ausgesagt. Ihr habt seine Stimme nie gehört und seine Gestalt nie gesehen.

38Und sein Wort hat in euch keinen Platz. Denn dem, den er geschickt hat, glaubt ihr nicht.

39Ihr durchsucht die Heilige Schrift, weil ihr glaubt, in ihr das ewige Leben zu finden. Und genau diese Schrift sagt für mich aus.

40Und trotzdem wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu bekommen.

41Mir geht es nicht um Anerkennung von Menschen.

42Aber ich kenne euch genau: Die Liebe Gottes ist nicht in euch.

43Ich bin im Auftrag meines Vaters gekommen, und ihr lehnt mich ab. Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, dann nehmt ihr den auf.

44Wie sollt ihr auch glauben können? Ihr lasst euch gegenseitig loben, aber die Anerkennung, die nur von dem einen Gott kommt, die sucht ihr gar nicht.

45Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde. Es gibt schon einen, der euch anklagt: ausgerechnet Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt.

46Würdet ihr Mose wirklich glauben, dann würdet ihr auch mir glauben. Denn über mich hat er geschrieben.

47Wenn ihr aber nicht einmal dem glaubt, was er geschrieben hat, wie wollt ihr dann meinen Worten glauben?