Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Johannes 4

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Jesus merkte, dass die Pharisäer davon gehört hatten: Er gewann mehr Jünger und taufte mehr Menschen als Johannes.

2Dabei taufte Jesus gar nicht selbst, sondern seine Jünger taten es.

3Deshalb verließ er Judäa und kehrte nach Galiläa zurück.

4Sein Weg führte ihn mitten durch Samaria.

5So kam er in eine samaritische Stadt namens Sychar. Sie lag nahe bei dem Feld, das Jakob einst seinem Sohn Josef geschenkt hatte.

6Dort gab es den Jakobsbrunnen. Jesus war von der Wanderung erschöpft und setzte sich einfach an den Brunnen. Es war ungefähr Mittag.

7Da kam eine Frau aus Samaria, um Wasser zu holen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir etwas zu trinken.

8Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um Essen zu kaufen.

9Die Samariterin sagte zu ihm: Wie kommst du als Jude dazu, mich, eine Samariterin, um Wasser zu bitten?

10Jesus antwortete: Wenn du wüsstest, was Gott dir schenken will, und wer dich da um Wasser bittet – dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.

11Die Frau erwiderte: Herr, du hast doch gar keinen Eimer, und der Brunnen ist tief. Woher willst du das lebendige Wasser nehmen?

12Bist du etwa größer als unser Stammvater Jakob? Er hat uns diesen Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken, dazu seine Söhne und sein Vieh.

13Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, bekommt wieder Durst.

14Aber wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, der wird nie wieder Durst haben. Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zu einer Quelle, die immer weiter sprudelt und ewiges Leben schenkt.

15Da bat ihn die Frau: Herr, gib mir dieses Wasser! Dann habe ich nie mehr Durst und muss nicht immer wieder herkommen, um Wasser zu holen.

16Jesus sagte zu ihr: Geh, hol deinen Mann und komm dann zurück.

17Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Das stimmt, du hast keinen Mann.

18Du hattest nämlich schon fünf Männer, und der, mit dem du jetzt zusammenlebst, ist nicht dein Mann. Da hast du die Wahrheit gesagt.

19Die Frau sagte: Herr, ich sehe, du bist ein Prophet.

20Unsere Vorfahren haben Gott auf diesem Berg angebetet. Ihr aber sagt, Jerusalem sei der einzige Ort, wo man Gott anbeten darf.

21Jesus sagte zu ihr: Glaub mir, Frau, es kommt eine Zeit, da werdet ihr Gott, den Vater, weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten.

22Ihr betet etwas an, das ihr nicht kennt. Wir aber wissen, wen wir anbeten, denn die Rettung kommt von den Juden.

23Doch es kommt eine Zeit, ja sie ist schon da, in der die wahren Beter den Vater von innen heraus, erfüllt von Gottes Geist, und in Wahrheit anbeten. Genau solche Beter sucht der Vater.

24Gott ist Geist. Darum müssen alle, die ihn anbeten, das im Geist, von innen heraus, und in Wahrheit tun.

25Die Frau sagte: Ich weiß, dass der Messias kommt, den man auch Christus nennt. Wenn er kommt, wird er uns alles erklären.

26Jesus sagte zu ihr: Ich bin es – ich, der gerade mit dir redet.

27In diesem Moment kamen seine Jünger zurück. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach. Aber keiner fragte: Was willst du von ihr? oder: Worüber redest du mit ihr?

28Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen, lief in die Stadt und sagte zu den Leuten:

29Kommt mit, schaut euch den Mann an! Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Ob das nicht der Christus ist?

30Da verließen die Leute die Stadt und machten sich auf den Weg zu ihm.

31In der Zwischenzeit drängten ihn seine Jünger: Rabbi, iss doch etwas.

32Doch er sagte zu ihnen: Ich habe eine Nahrung, von der ihr nichts wisst.

33Da fragten die Jünger sich gegenseitig: Hat ihm vielleicht jemand etwas zu essen gebracht?

34Jesus sagte zu ihnen: Meine Nahrung ist es, den Willen dessen zu tun, der mich geschickt hat, und das zu vollenden, was er mir aufgetragen hat.

35Ihr sagt doch: Noch vier Monate, dann ist Erntezeit. Aber schaut euch um, sage ich euch: Die Felder sind schon reif für die Ernte.

36Wer erntet, bekommt schon jetzt seinen Lohn und bringt Frucht ein, die zum ewigen Leben führt. So freuen sich der, der gesät hat, und der, der erntet, gemeinsam.

37Hier stimmt der Spruch: Der eine sät, und der andere erntet.

38Ich habe euch losgeschickt, damit ihr erntet, wofür ihr nicht gearbeitet habt. Andere haben sich abgemüht, und ihr erntet jetzt die Früchte ihrer Arbeit.

39Viele Samariter aus dieser Stadt fingen an, an ihn zu glauben. Denn die Frau hatte erzählt: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.

40Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben. Und er blieb zwei Tage dort.

41Und noch viel mehr Menschen begannen zu glauben, weil sie ihn selbst reden hörten.

42Zu der Frau sagten sie: Jetzt glauben wir nicht mehr nur wegen deiner Worte. Wir haben ihn selbst gehört und wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.

43Nach diesen zwei Tagen zog er weiter nach Galiläa.

44Jesus hatte ja selbst gesagt: In seiner eigenen Heimat wird ein Prophet nicht geachtet.

45Als er nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer freundlich auf. Sie hatten ja alles gesehen, was er beim Fest in Jerusalem getan hatte – denn auch sie waren beim Fest gewesen.

46Er kam wieder nach Kana in Galiläa, wo er Wasser in Wein verwandelt hatte. Dort lebte ein königlicher Beamter, dessen Sohn in Kafarnaum schwer krank war.

47Als er hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen war, ging er zu ihm und bat ihn dringend, mitzukommen und seinen Sohn zu heilen. Der Junge lag nämlich im Sterben.

48Da sagte Jesus zu ihm: Solange ihr keine Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr einfach nicht.

49Der Beamte bat ihn: Herr, komm schnell mit, bevor mein Kind stirbt!

50Jesus sagte zu ihm: Geh nur, dein Sohn lebt. Der Mann glaubte, was Jesus ihm sagte, und machte sich auf den Heimweg.

51Schon unterwegs kamen ihm seine Diener entgegen und meldeten: Dein Junge lebt!

52Da fragte er sie, wann es dem Jungen besser gegangen war. Sie sagten: Gestern Mittag, gegen ein Uhr, ist das Fieber verschwunden.

53Da wurde dem Vater klar: Genau zu dieser Stunde hatte Jesus gesagt: Dein Sohn lebt. Und er kam zum Glauben, er und alle in seinem Haus.

54Das war schon das zweite Wunder, das Jesus tat, nachdem er aus Judäa nach Galiläa gekommen war.