Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Johannes 20

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Am ersten Tag der Woche ging Maria Magdalena ganz früh zum Grab, als es noch dunkel war. Da sah sie, dass der Stein vom Grab weggenommen war.

2Sie rannte los zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Jesus besonders liebte, und sagte zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab geholt, und wir wissen nicht, wohin sie ihn gebracht haben.

3Da machten sich Petrus und der andere Jünger auf den Weg zum Grab.

4Beide liefen miteinander, aber der andere Jünger war schneller als Petrus. Er kam als Erster am Grab an.

5Er beugte sich vor und sah die Leinentücher daliegen. Aber er ging nicht hinein.

6Dann kam Simon Petrus hinter ihm her und ging ins Grab hinein. Er sah die Leinentücher daliegen,

7Und das Tuch, das auf seinem Kopf gelegen hatte, lag nicht bei den Leinentüchern, sondern für sich zusammengerollt an einer anderen Stelle.

8Jetzt ging auch der andere Jünger hinein, der zuerst da gewesen war. Er sah alles und glaubte.

9Denn bis dahin hatten sie noch nicht begriffen, was in der Schrift steht: dass er von den Toten auferstehen muss.

10Danach gingen die Jünger wieder nach Hause.

11Maria aber blieb draußen vor dem Grab stehen und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich vor und schaute ins Grab hinein.

12Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen am Kopfende und einen am Fußende, genau dort, wo Jesus gelegen hatte.

13Sie fragten sie: Warum weinst du? Sie sagte: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin sie ihn gebracht haben.

14Als sie das gesagt hatte, drehte sie sich um und sah Jesus dastehen. Aber sie erkannte nicht, dass er es war.

15Jesus fragte sie: Warum weinst du? Wen suchst du? Sie dachte, es sei der Gärtner, und sagte: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann hole ich ihn.

16Jesus sagte zu ihr: Maria! Da drehte sie sich zu ihm um und rief auf Hebräisch: Rabbuni! Das bedeutet: Lehrer.

17Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest, denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater, der auch euer Vater ist, zu meinem Gott, der auch euer Gott ist.

18Maria Magdalena ging zu den Jüngern und berichtete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen! Und sie erzählte, was er ihr gesagt hatte.

19Am Abend desselben Tages, des ersten Tages der Woche, waren die Jünger beisammen. Die Türen waren verschlossen, weil sie Angst vor den führenden Juden hatten. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!

20Dann zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Die Jünger freuten sich riesig, dass sie den Herrn sahen.

21Dann sagte Jesus noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! So wie der Vater mich geschickt hat, so schicke ich jetzt euch.

22Dann hauchte er sie an und sagte: Empfangt den Heiligen Geist!

23Wem ihr die Schuld vergebt, dem ist sie vergeben. Wem ihr sie nicht vergebt, dem bleibt sie.

24Thomas aber, einer der zwölf Jünger, den man auch Didymus, den Zwilling, nannte, war nicht dabei, als Jesus kam.

25Die anderen Jünger erzählten ihm: Wir haben den Herrn gesehen! Doch er sagte zu ihnen: Solange ich nicht an seinen Händen die Spuren der Nägel sehe und meinen Finger in diese Stellen lege und meine Hand in seine Seite lege, glaube ich es ganz sicher nicht.

26Acht Tage später waren die Jünger wieder im Haus, und diesmal war Thomas dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!

27Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher und sieh dir meine Hände an. Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite. Zweifle nicht länger, sondern glaube!

28Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!

29Jesus sagte zu ihm: Du glaubst jetzt, weil du mich gesehen hast. Glücklich sind die, die nicht sehen und trotzdem glauben.

30Jesus tat vor seinen Jüngern noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht stehen.

31Was hier steht, ist aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, Gottes Sohn. Denn wenn ihr glaubt, habt ihr durch ihn das Leben.