Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Hohelied 6

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Wohin ist dein Liebster gegangen, du Schönste aller Frauen? Wohin hat er sich gewandt? Wir wollen ihn mit dir zusammen suchen.

2Mein Liebster ist hinunter in seinen Garten gegangen, zu den Balsambeeten, um sich in den Gärten zu ergehen und Lilien zu pflücken.

3Ich gehöre meinem Liebsten, und mein Liebster gehört mir; er weidet dort zwischen den Lilien.

4Schön bist du, meine Liebste, so schön wie die Stadt Tirza, lieblich wie Jerusalem, ehrfurchtgebietend wie ein Heer mit wehenden Fahnen.

5Wende deine Augen von mir weg, denn sie überwältigen mich. Dein Haar wallt herab wie eine Ziegenherde, die von den Hängen des Gilead herunterkommt.

6Deine Zähne sind wie eine Herde frisch gewaschener Schafe, die aus dem Wasser steigen: alle tragen Zwillinge, keines von ihnen ist ohne Junges.

7Wie eine aufgeschnittene Granatapfelhälfte schimmert deine Schläfe hinter dem Schleier hervor.

8Sechzig Königinnen gibt es und achtzig Nebenfrauen und junge Frauen ohne Zahl -

9doch nur eine einzige ist meine Taube, meine Makellose, das einzige Kind ihrer Mutter, der Liebling derer, die sie geboren hat. Die Mädchen sahen sie und nannten sie glücklich, Königinnen und Nebenfrauen priesen sie:

10Wer ist sie, die da hervorleuchtet wie das Morgenrot, schön wie der Mond, strahlend rein wie die Sonne, ehrfurchtgebietend wie ein Heer mit wehenden Fahnen?

11Ich ging hinunter in den Nussgarten, um zu sehen, wie es im grünen Tal sprosste, um nachzusehen, ob der Weinstock schon ausschlug und die Granatapfelbäume blühten.

12Und ehe ich mich versah, hatte mein eigenes Verlangen mich auf die Wagen meines edlen Volkes gehoben.