Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Hebräer 9

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Auch der erste Bund hatte Regeln dafür, wie man Gott dienen sollte, und einen Ort, der hier auf der Erde stand.

2Man baute ein Zelt. Im vorderen Raum standen der Leuchter, der Tisch und die Brote, die dort ausgelegt wurden. Dieser Raum hieß das Heilige.

3Hinter dem zweiten Vorhang lag noch ein Raum. Den nannte man das Allerheiligste.

4Dort standen ein goldenes Gefäß für den Weihrauch und die Bundeslade, die ganz mit Gold überzogen war. In ihr lagen ein goldener Krug mit dem Manna, der Stab Aarons, der einmal ausgeschlagen hatte, und die Steintafeln mit den Geboten des Bundes.

5Über der Lade standen die Cherubim, die Gottes Herrlichkeit zeigten, und ihre Flügel überdeckten den Ort, an dem Schuld vergeben wurde. Aber das müssen wir jetzt nicht alles im Einzelnen erklären.

6So war alles eingerichtet. In den vorderen Raum gingen die Priester immer wieder hinein, um ihren Dienst zu tun.

7In den zweiten Raum aber durfte nur einer hinein: der Hohepriester, und das nur einmal im Jahr. Und er ging nie ohne Blut hinein, das er für seine eigenen Fehler und für die des Volkes darbrachte.

8Damit zeigt der Heilige Geist: Solange dieses erste Zelt noch steht, ist der Weg zu Gott noch nicht frei.

9Das ist ein Bild für die damalige Zeit: Man bringt Gaben und Opfer dar, aber die können das Gewissen dessen, der Gott dient, nicht wirklich rein machen.

10Dabei geht es nur um Essen und Trinken und um verschiedene Waschungen, also um äußerliche Regeln. Die galten nur so lange, bis Gott alles neu ordnen würde.

11Christus aber ist als Hoherpriester gekommen und bringt das Gute, das noch kommen wird. Er ging durch ein größeres und vollkommeneres Zelt, das kein Mensch gebaut hat und das nicht zu dieser Welt gehört.

12Und er brachte nicht das Blut von Böcken und Kälbern mit, sondern sein eigenes Blut. Damit ging er ein einziges Mal in das Heiligtum, und das gilt für immer: So hat er uns für immer frei gemacht.

13Schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer jungen Kuh machten einen Menschen wieder rein, wenn man sie auf ihn sprengte, jedenfalls äußerlich.

14Wie viel mehr wird dann das Blut von Christus euer Inneres rein machen! Denn er hat sich selbst für Gott geopfert, ganz ohne Fehler, durch den ewigen Geist. So werdet ihr frei von dem, was zum Tod führt, und könnt dem lebendigen Gott dienen.

15Darum bringt Christus einen neuen Bund zwischen Gott und den Menschen zustande. Er ist gestorben und hat damit die Menschen von der Schuld befreit, die sie unter dem ersten Bund auf sich geladen hatten. So können alle, die Gott gerufen hat, das ewige Erbe bekommen, das er ihnen versprochen hat.

16Bei einem Testament ist es ja so: Es tritt erst in Kraft, wenn der gestorben ist, der es gemacht hat.

17Ein Testament gilt erst, wenn jemand gestorben ist. Solange der noch lebt, der es geschrieben hat, ist es wirkungslos.

18Deshalb wurde auch schon der erste Bund nicht ohne Blut in Kraft gesetzt.

19Mose hatte dem ganzen Volk alle Gebote des Gesetzes vorgelesen. Dann nahm er das Blut von Kälbern und Böcken zusammen mit Wasser, roter Wolle und einem Ysopzweig und besprengte damit das Gesetzbuch und das ganze Volk.

20Dabei sagte er: „Dies ist das Blut des Bundes, den Gott euch geboten hat.“

21Genauso besprengte er auch das Zelt und alle Geräte, die man für den Dienst brauchte, mit dem Blut.

22Nach dem Gesetz wird fast alles mit Blut rein gemacht. Und ohne dass Blut fließt, gibt es keine Vergebung der Schuld.

23Das alles waren nur Abbilder von dem, was im Himmel ist, und sie mussten auf diese Weise rein gemacht werden. Aber die himmlischen Dinge selbst brauchen bessere Opfer als diese.

24Christus ist nämlich nicht in ein Heiligtum gegangen, das Menschen gebaut haben und das nur ein Abbild des echten ist. Er ist in den Himmel selbst gegangen. Dort steht er jetzt für uns vor Gott.

25Und er musste sich nicht immer wieder opfern, so wie der Hohepriester jedes Jahr mit fremdem Blut in das Heiligtum geht.

26Sonst hätte er ja seit Anfang der Welt immer wieder leiden müssen. Stattdessen ist er jetzt, am Ende der Zeit, ein einziges Mal erschienen. Durch sein Opfer hat er die Schuld der Menschen beseitigt.

27Jeder Mensch stirbt einmal, und danach kommt das Gericht.

28Genauso wurde Christus ein einziges Mal geopfert, um die Schuld vieler Menschen wegzunehmen. Ein zweites Mal wird er erscheinen, dann nicht mehr wegen der Schuld, sondern um alle zu retten, die auf ihn warten.