Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Hebräer 7

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Dieser Melchisedek war König von Salem und Priester des höchsten Gottes. Als Abraham aus der Schlacht zurückkam, in der er die Könige geschlagen hatte, ging Melchisedek ihm entgegen und segnete ihn.

2Und Abraham gab ihm den zehnten Teil von allem. Sein Name bedeutet zuerst König der Gerechtigkeit. Und Salem heißt Friede, also ist er auch König des Friedens.

3Von ihm wird kein Vater, keine Mutter und kein Stammbaum berichtet. Es ist nichts überliefert über den Anfang oder das Ende seines Lebens. Darin gleicht er dem Sohn Gottes: Er bleibt für immer Priester.

4Stellt euch nur vor, wie bedeutend dieser Mann ist: Sogar Abraham, unser Stammvater, gab ihm den zehnten Teil von seiner Beute.

5Die Nachkommen Levis, die das Priesteramt übernehmen, haben nach dem Gesetz die Anweisung, vom Volk den zehnten Teil zu nehmen, also von ihren eigenen Verwandten, obwohl auch diese von Abraham abstammen.

6Melchisedek aber gehörte gar nicht zu diesen Nachkommen Levis. Trotzdem nahm er von Abraham den zehnten Teil und segnete ihn, obwohl gerade Abraham die Zusagen Gottes bekommen hatte.

7Eines ist völlig klar: Wer segnet, steht höher als der, den er segnet.

8Im einen Fall nehmen Menschen den zehnten Teil, die irgendwann sterben. Im anderen Fall ist es einer, von dem die Schrift bezeugt, dass er lebt.

9Man könnte sogar sagen: Durch Abraham hat auch Levi den zehnten Teil bezahlt, obwohl er es doch ist, der ihn sonst von anderen bekommt.

10Denn Levi war als Nachkomme schon in Abraham angelegt, als Melchisedek ihm begegnete.

11Hätte das Priestertum aus Levis Linie das Ziel erreichen können, dann wäre alles gut gewesen, denn auf ihm beruht das ganze Gesetz für das Volk. Warum aber musste dann noch ein anderer Priester kommen, einer von der Art Melchisedeks und nicht von der Art Aarons?

12Denn wenn sich das Priestertum ändert, dann muss sich zwangsläufig auch das Gesetz ändern.

13Der, von dem hier die Rede ist, gehörte nämlich zu einem ganz anderen Stamm. Und aus diesem Stamm hat noch nie jemand am Altar Priesterdienst getan.

14Denn jeder weiß, dass unser Herr aus dem Stamm Juda stammt. Und über Priester aus diesem Stamm hat Mose kein Wort gesagt.

15Noch klarer wird die Sache dadurch, dass ein anderer Priester auftritt, einer von der Art Melchisedeks.

16Er ist nicht Priester geworden, weil ein Gesetz die richtige Abstammung verlangt, sondern durch die Kraft eines Lebens, das nicht zerstört werden kann.

17Denn von ihm sagt die Schrift: „Du bist für immer Priester, so wie Melchisedek einer war.“

18Das alte Gebot wird also außer Kraft gesetzt, weil es schwach war und nichts ausrichten konnte.

19Denn das Gesetz hat nichts vollkommen machen können. An seine Stelle tritt eine bessere Hoffnung, durch die wir Gott nahekommen können.

20Außerdem ist das nicht ohne einen Eid geschehen. Die anderen wurden nämlich ohne Eid zu Priestern,

21er dagegen mit einem Eid. Denn Gott sagt zu ihm: „Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nie reuen: Du bist für immer Priester.“

22Gerade deshalb verbürgt sich Jesus für einen besseren Bund.

23Bei den anderen Priestern gab es viele nacheinander, denn der Tod hinderte sie daran, im Amt zu bleiben.

24Jesus aber bleibt für immer, darum hat er ein Priesteramt, das nie auf einen anderen übergeht.

25Deshalb kann er alle, die durch ihn zu Gott kommen, vollständig und für immer retten. Denn er lebt für alle Zeit und setzt sich bei Gott für sie ein.

26Genau so einen Hohenpriester brauchen wir: heilig, ohne Falsch, rein, von den Sündern getrennt und höher erhoben als der Himmel.

27Er muss nicht wie die anderen Hohenpriester Tag für Tag Opfer darbringen, zuerst für die eigene Schuld und dann für die des Volkes. Denn er hat das ein für alle Mal getan, als er sich selbst geopfert hat.

28Das Gesetz macht schwache Menschen zu Hohenpriestern. Der Eid aber, der nach dem Gesetz kam, setzt den Sohn ein, der für immer ans Ziel gekommen ist.