Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Sprüche 8

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Ruft nicht die Weisheit, und die Einsicht, erhebt sie nicht ihre Stimme?

2Oben auf den Höhen, am Weg, am Kreuzweg der Pfade hat sie sich hingestellt.

3Neben den Toren, am Zugang der Stadt, beim Eingang der Pforten ruft sie laut:

4An euch, ihr Männer, rufe ich, und meine Stimme geht an die Menschenkinder.

5Versteht, ihr Einfältigen, Klugheit, und ihr Toren, gewinnt Verstand.

6Hört, denn Edles rede ich, und das Öffnen meiner Lippen bringt Aufrichtiges.

7Denn Wahrheit spricht mein Gaumen, und ein Gräuel ist meinen Lippen der Frevel.

8In Gerechtigkeit sind alle Worte meines Mundes, nichts an ihnen ist verkehrt und verdreht.

9Sie alle sind klar für den Verständigen und aufrichtig für die, welche Erkenntnis finden.

10Nehmt meine Zucht und nicht Silber, und Erkenntnis mehr als erlesenes Gold.

11Denn besser ist Weisheit als Korallen, und alle Kostbarkeiten kommen ihr nicht gleich.

12Ich, die Weisheit, wohne bei der Klugheit, und Erkenntnis der Besonnenheit finde ich.

13Die Furcht des HERRN ist: das Böse hassen. Hochmut und Stolz und den bösen Weg und einen Mund voll Verdrehtheiten hasse ich.

14Mein ist Rat und Gelingen, ich bin die Einsicht, mein ist Stärke.

15Durch mich regieren Könige, und Machthaber setzen Gerechtes fest.

16Durch mich herrschen Fürsten und Edle, alle Richter der Gerechtigkeit.

17Ich liebe, die mich lieben, und die mich suchen, finden mich.

18Reichtum und Ehre sind bei mir, dauerhaftes Gut und Gerechtigkeit.

19Besser ist meine Frucht als Gold und als Feingold, und mein Ertrag als erlesenes Silber.

20Auf dem Pfad der Gerechtigkeit gehe ich, mitten auf den Wegen des Rechts,

21um denen, die mich lieben, Besitz zu vererben, und ihre Vorratskammern fülle ich.

22Der HERR erwarb mich als Anfang seines Weges, vor seinen Werken, von jeher.

23Von Ewigkeit her wurde ich eingesetzt, von Anbeginn, vor den Uranfängen der Erde.

24Als es noch keine Urfluten gab, wurde ich geboren, als es noch keine wasserreichen Quellen gab.

25Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln wurde ich geboren,

26als er noch nicht Erde und Fluren gemacht hatte und den Anfang der Schollen des Erdkreises.

27Als er die Himmel bereitete, war ich dort, als er einen Kreis abmaß über der Fläche der Urflut,

28als er die Wolken droben festigte, als die Quellen der Urflut mächtig strömten,

29als er dem Meer seine Grenze setzte, dass die Wasser seinen Mund nicht überschreiten, als er die Grundfesten der Erde abmaß,

30da war ich bei ihm als Werkmeister, und ich war Tag für Tag die Wonne, spielend vor ihm zu jeder Zeit,

31spielend auf dem Erdkreis seiner Erde, und meine Wonne war bei den Menschenkindern.

32Und nun, ihr Söhne, hört auf mich, und glücklich, die meine Wege bewahren.

33Hört auf Zucht und werdet weise, und lasst sie nicht fahren.

34Glücklich der Mensch, der auf mich hört, indem er wacht an meinen Türen Tag für Tag, hütend die Pfosten meiner Tore.

35Denn wer mich findet, findet Leben und erlangt Wohlgefallen vom HERRN.

36Doch wer mich verfehlt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod.