Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Psalmen 55

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Dem Chormeister, auf Saiteninstrumenten. Ein Maskil. Von David.

2Nimm zu Ohren, Gott, mein Gebet, und verbirg dich nicht vor meinem Flehen.

3Merke auf mich und antworte mir; ich irre umher in meiner Klage und stoehne,

4vor der Stimme des Feindes, vor dem Druck des Frevlers; denn sie waelzen Unheil auf mich und befehden mich im Zorn.

5Mein Herz windet sich in meinem Innern, und Schrecken des Todes sind auf mich gefallen.

6Furcht und Zittern kommen ueber mich, und Grausen hat mich bedeckt.

7Und ich sprach: Wer gibt mir Fluegel wie die Taube? Ich wollte wegfliegen und mich niederlassen.

8Siehe, weit wollte ich fliehen, wollte naechtigen in der Wueste. Sela.

9Ich wollte mir eilends eine Zuflucht schaffen vor dem brausenden Wind, vor dem Sturm.

10Verschlinge, Herr, spalte ihre Zunge; denn ich sehe Gewalttat und Streit in der Stadt.

11Tag und Nacht umkreisen sie sie auf ihren Mauern, und Unheil und Muehsal sind in ihrer Mitte.

12Verderben ist in ihrer Mitte, und von ihrem Platz weicht nicht Bedrueckung und Trug.

13Denn nicht ein Feind schmaeht mich, das wuerde ich ertragen; nicht mein Hasser tut gross gegen mich, vor ihm wuerde ich mich verbergen.

14Sondern du, ein Mensch wie meinesgleichen, mein Vertrauter und mein Bekannter,

15die wir gemeinsam suess machten den vertrauten Rat; im Haus Gottes gingen wir einher im Getuemmel.

16Der Tod ueberfalle sie; lebendig sollen sie hinabfahren in den Scheol; denn Boeses ist in ihrer Wohnstatt, in ihrer Mitte.

17Ich, zu Gott rufe ich, und der HERR rettet mich.

18Abends und morgens und mittags klage ich und stoehne, und er hoert meine Stimme.

19Er erloest in Frieden meine Seele aus dem Kampf gegen mich; denn in grosser Zahl waren sie gegen mich.

20Gott hoert und beugt sie nieder, er, der von alters her thront. Sela. Sie kennen keinen Wandel und fuerchten Gott nicht.

21Er hat seine Haende ausgestreckt gegen die, die in Frieden mit ihm waren, hat seinen Bund entweiht.

22Glatt sind die Butterworte seines Mundes, doch Kampf ist in seinem Herzen; weicher als Oel sind seine Worte, und doch sind sie gezueckte Schwerter.

23Wirf auf den HERRN deine Last, und er wird dich erhalten; er laesst nicht in Ewigkeit wanken den Gerechten.

24Du aber, Gott, wirst sie hinabstuerzen in die Grube des Verderbens; die Maenner des Blutes und des Trugs erreichen nicht die Haelfte ihrer Tage. Ich aber vertraue auf dich.