Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Psalmen 18

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Dem Chormeister. Vom Knecht des HERRN, von David, der zum HERRN die Worte dieses Liedes redete an dem Tag, da der HERR ihn errettete aus dem Griff all seiner Feinde und aus der Hand Sauls.

2Und er sprach: Ich liebe dich, HERR, meine Stärke.

3Der HERR ist mein Fels und meine Burg und mein Retter, mein Gott, mein Fels, bei dem ich Zuflucht suche, mein Schild und das Horn meiner Rettung, meine sichere Höhe.

4Den Gepriesenen rufe ich an, den HERRN, und vor meinen Feinden werde ich gerettet.

5Mich umfingen die Stricke des Todes, und die Wildbäche des Verderbens erschreckten mich.

6Die Stricke des Scheols umringten mich, es kamen mir entgegen die Fallen des Todes.

7In meiner Not rief ich den HERRN, und zu meinem Gott schrie ich um Hilfe. Er hörte aus seinem Tempel meine Stimme, und mein Hilfeschrei vor ihm kam in seine Ohren.

8Da schwankte und bebte die Erde, und die Grundfesten der Berge erzitterten und schwankten, denn sein Zorn war entbrannt.

9Rauch stieg auf aus seiner Nase, und Feuer aus seinem Mund fraß, glühende Kohlen brannten von ihm her.

10Er neigte den Himmel und stieg herab, und Wolkendunkel war unter seinen Füßen.

11Er ritt auf einem Kerub und flog, und er schwebte auf den Flügeln des Windes.

12Er machte Finsternis zu seiner Hülle, rings um sich her zu seinem Zelt, finstere Wasser, dichte Wolken.

13Aus dem Glanz vor ihm zogen seine Wolken vorüber, Hagel und glühende Kohlen.

14Da donnerte der HERR im Himmel, und der Höchste ließ seine Stimme erschallen, Hagel und glühende Kohlen.

15Er sandte seine Pfeile und zerstreute sie, viele Blitze, und verwirrte sie.

16Da wurden sichtbar die Betten der Wasser, und es wurden aufgedeckt die Grundfesten des Erdkreises vor deinem Schelten, HERR, vor dem Schnauben des Hauchs deiner Nase.

17Er griff von oben herab, er ergriff mich, er zog mich heraus aus großen Wassern.

18Er rettete mich vor meinem starken Feind und vor meinen Hassern, denn sie waren mir zu mächtig.

19Sie kamen mir entgegen am Tag meines Unglücks, doch der HERR wurde mir zur Stütze.

20Er führte mich heraus in die Weite, er riss mich heraus, denn er hatte Gefallen an mir.

21Der HERR vergalt mir nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände gab er mir zurück.

22Denn ich hielt die Wege des HERRN und wurde nicht abtrünnig von meinem Gott.

23Denn alle seine Rechte sind vor mir, und seine Satzungen wende ich nicht von mir ab.

24Und ich war untadelig bei ihm, und ich hütete mich vor meiner Schuld.

25Und der HERR gab mir zurück nach meiner Gerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.

26Gegen den Treuen erweist du dich gütig, gegen den untadeligen Mann zeigst du dich untadelig.

27Gegen den Reinen zeigst du dich rein, und gegen den Verkehrten zeigst du dich verschlagen.

28Denn du rettest das gebeugte Volk, doch hohe Augen erniedrigst du.

29Denn du lässt meine Leuchte leuchten, der HERR, mein Gott, erhellt meine Finsternis.

30Denn mit dir überrenne ich eine Schar, und mit meinem Gott überspringe ich eine Mauer.

31Gott, untadelig ist sein Weg, das Wort des HERRN ist geläutert. Ein Schild ist er allen, die bei ihm Zuflucht suchen.

32Denn wer ist Gott außer dem HERRN, und wer ist ein Fels, außer unserem Gott?

33Gott, der mich mit Kraft gürtet und meinen Weg untadelig macht.

34Der meine Füße gleich denen der Hirschkühe macht und mich auf meine Höhen stellt.

35Der meine Hände den Krieg lehrt, sodass meine Arme einen Bogen aus Bronze spannen.

36Und du gabst mir den Schild deiner Rettung, und deine Rechte stützte mich, und deine Sanftmut machte mich groß.

37Du machtest weit meinen Schritt unter mir, und meine Knöchel wankten nicht.

38Ich verfolgte meine Feinde und holte sie ein, und ich kehrte nicht um, bis ich sie vernichtet hatte.

39Ich zerschmetterte sie, sodass sie nicht aufstehen konnten, sie fielen unter meine Füße.

40Und du gürtetest mich mit Kraft zum Krieg, du beugtest meine Gegner unter mich.

41Und meine Feinde gabst du mir, dass sie den Rücken kehrten, und meine Hasser, die vertilgte ich.

42Sie schrien um Hilfe, doch da war kein Retter, zum HERRN, doch er antwortete ihnen nicht.

43Und ich zerrieb sie wie Staub vor dem Wind, wie Schmutz der Gassen schüttete ich sie aus.

44Du rettetest mich aus den Streitereien des Volkes, du setztest mich zum Haupt der Völker; ein Volk, das ich nicht kannte, diente mir.

45Auf das Hören des Ohres gehorchten sie mir, Söhne der Fremde huldigten mir heuchlerisch.

46Söhne der Fremde verwelkten und kamen zitternd aus ihren Bergfesten.

47Der HERR lebt, und gepriesen sei mein Fels, und erhoben werde der Gott meiner Rettung.

48Gott, der mir Rache gibt und Völker unter mich beugt.

49Mein Retter vor meinen Feinden; ja, über meine Gegner erhöhst du mich, vor dem Mann der Gewalttat rettest du mich.

50Darum will ich dich preisen unter den Völkern, HERR, und deinem Namen will ich singen und spielen.

51Der seinem König große Rettungen schafft und Güte erweist seinem Gesalbten, dem David und seinem Samen für immer.