Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Matthäus 27

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Als es aber Morgen geworden war, fassten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volkes einen Beschluss gegen Jesus, um ihn zu töten.

2Und nachdem sie ihn gebunden hatten, führten sie ihn ab und überlieferten ihn dem Statthalter Pilatus.

3Als nun Judas, der ihn überlieferte, sah, dass er verurteilt war, da reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Ältesten zurück

4und sagte: Ich habe gesündigt, indem ich unschuldiges Blut überlieferte. Sie aber sprachen: Was geht das uns an? Sieh du zu!

5Und er warf die Silberlinge in den Tempel und zog sich zurück, und er ging weg und erhängte sich.

6Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Es ist nicht erlaubt, sie in den Tempelschatz zu werfen, da es ein Blutpreis ist.

7Nachdem sie aber einen Beschluss gefasst hatten, kauften sie von ihnen den Acker des Töpfers als Begräbnisstätte für die Fremden.

8Darum wurde jener Acker Acker des Blutes genannt bis auf den heutigen Tag.

9Da wurde erfüllt, was geredet ist durch Jeremia, den Propheten, der spricht: Und sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Preis des Geschätzten, auf den ihn die Söhne Israels geschätzt hatten,

10und sie gaben sie für den Acker des Töpfers, wie mir der Herr befohlen hatte.

11Jesus aber stand vor dem Statthalter; und der Statthalter fragte ihn und sagte: Bist du der König der Juden? Jesus aber sprach: Du sagst es.

12Und während er von den Hohenpriestern und Ältesten angeklagt wurde, antwortete er nichts.

13Da sagt Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, wie vieles sie gegen dich bezeugen?

14Und er antwortete ihm nicht auf ein einziges Wort, sodass sich der Statthalter sehr wunderte.

15Auf das Fest aber war der Statthalter gewohnt, der Menge einen Gefangenen freizulassen, den sie wollten.

16Sie hatten aber damals einen berüchtigten Gefangenen, genannt Barabbas.

17Als sie nun versammelt waren, sagte ihnen Pilatus: Wen wollt ihr, dass ich euch freilasse, Barabbas oder Jesus, der Christus genannt wird?

18Denn er wusste, dass sie ihn aus Neid überliefert hatten.

19Während er aber auf dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau zu ihm und ließ sagen: Habe nichts zu schaffen mit jenem Gerechten; denn ich habe heute im Traum vieles gelitten seinetwegen.

20Die Hohenpriester aber und die Ältesten überredeten die Mengen, dass sie sich den Barabbas erbitten, Jesus aber umbringen sollten.

21Antwortend aber sagte ihnen der Statthalter: Wen von den beiden wollt ihr, dass ich euch freilasse? Sie aber sprachen: Den Barabbas.

22Es sagt ihnen Pilatus: Was soll ich denn mit Jesus tun, der Christus genannt wird? Sie sagen alle: Er werde gekreuzigt!

23Er aber sprach: Was hat er denn Böses getan? Sie aber schrien noch mehr und sagten: Er werde gekreuzigt!

24Als aber Pilatus sah, dass es nichts nützt, sondern eher ein Tumult entsteht, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor der Menge und sagte: Ich bin unschuldig an diesem Blut; ihr werdet zusehen.

25Und antwortend sprach das ganze Volk: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!

26Da ließ er ihnen den Barabbas frei, Jesus aber ließ er geißeln und überlieferte ihn, dass er gekreuzigt werde.

27Da nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus mit in das Prätorium und versammelten um ihn die ganze Truppe.

28Und nachdem sie ihn entkleidet hatten, legten sie ihm einen scharlachroten Mantel um,

29und sie flochten einen Kranz aus Dornen und setzten ihn auf sein Haupt und gaben ihm ein Rohr in seine Rechte, und sie fielen vor ihm auf die Knie und verspotteten ihn und sagten: Sei gegrüßt, König der Juden!

30Und sie spuckten ihn an und nahmen das Rohr und schlugen auf sein Haupt.

31Und als sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an, und sie führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen.

32Als sie aber hinausgingen, fanden sie einen Menschen aus Kyrene mit Namen Simon; diesen zwangen sie, dass er sein Kreuz trage.

33Und als sie an einen Ort kamen, der Golgota genannt wird, das heißt Schädelstätte genannt,

34gaben sie ihm Wein zu trinken, mit Galle vermischt; und als er gekostet hatte, wollte er nicht trinken.

35Nachdem sie ihn aber gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider und warfen das Los,

36und sie saßen und bewachten ihn dort.

37Und sie setzten über sein Haupt seine Anklage geschrieben: Dieser ist Jesus, der König der Juden.

38Da werden mit ihm zwei Räuber gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken.

39Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe

40und sagten: Der du den Tempel niederreißt und in drei Tagen aufbaust, rette dich selbst, wenn du Sohn Gottes bist, und steige herab vom Kreuz!

41Ebenso verspotteten ihn auch die Hohenpriester mit den Schriftgelehrten und Ältesten und sagten:

42Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten; König Israels ist er, er steige jetzt herab vom Kreuz, und wir werden an ihn glauben.

43Er hat auf Gott vertraut; der rette ihn jetzt, wenn er ihn will; denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn.

44Dasselbe aber schmähten ihn auch die Räuber, die mit ihm gekreuzigt waren.

45Von der sechsten Stunde aber an geschah Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.

46Um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: Eli, Eli, lema sabachthani? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, wozu hast du mich verlassen?

47Einige aber von den dort Stehenden hörten es und sagten: Diesen ruft den Elija.

48Und sogleich lief einer von ihnen und nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken.

49Die Übrigen aber sagten: Lass, wir wollen sehen, ob Elija kommt, ihn zu retten.

50Jesus aber schrie wiederum mit lauter Stimme und gab den Geist auf.

51Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriss von oben bis unten in zwei Teile, und die Erde bebte, und die Felsen zerrissen,

52und die Gräber öffneten sich, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt,

53und sie gingen aus den Gräbern hinaus nach seiner Auferweckung und gingen hinein in die heilige Stadt und erschienen vielen.

54Der Hauptmann aber und die mit ihm Jesus bewachten, als sie das Beben sahen und das Geschehene, fürchteten sich sehr und sagten: Wahrhaftig, Gottes Sohn war dieser!

55Es waren aber dort viele Frauen, die von ferne zusahen, die Jesus von Galiläa her nachgefolgt waren und ihm dienten;

56unter ihnen war Maria die Magdalenerin und Maria, die Mutter des Jakobus und Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.

57Als es aber Abend geworden war, kam ein reicher Mensch von Arimathäa, mit Namen Josef, der auch selbst ein Jünger Jesu geworden war;

58Dieser ging zu Pilatus hin und erbat sich den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, ihn herauszugeben.

59Und Josef nahm den Leib und wickelte ihn in reines Leinen

60und legte ihn in sein neues Grab, das er in den Felsen gehauen hatte, und nachdem er einen großen Stein an die Tür des Grabes gewälzt hatte, ging er weg.

61Es war aber dort Maria die Magdalenerin und die andere Maria, die dem Grab gegenüber saßen.

62Am folgenden Tag aber, der nach dem Rüsttag ist, versammelten sich die Hohenpriester und die Pharisäer bei Pilatus

63und sagten: Herr, wir haben uns erinnert, dass jener Verführer, als er noch lebte, gesagt hat: Nach drei Tagen werde ich auferweckt.

64Befiehl nun, dass das Grab gesichert werde bis zum dritten Tag, damit nicht etwa seine Jünger kommen und ihn stehlen und dem Volk sagen: Er ist auferweckt von den Toten; und die letzte Verführung wird schlimmer sein als die erste.

65Es sprach zu ihnen Pilatus: Ihr habt eine Wache; geht hin und sichert es, wie ihr es versteht.

66Sie aber gingen hin und sicherten das Grab, indem sie zusammen mit der Wache den Stein versiegelten.