Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Markus 14

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Es war aber das Passa und die ungesäuerten Brote nach zwei Tagen, und es suchten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten;

2denn sie sagten: Nicht an dem Fest, damit nicht ein Aufruhr des Volkes entsteht.

3Und als er in Betanien war im Haus Simons des Aussätzigen, als er zu Tisch lag, kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit Salböl von echter, kostbarer Narde; und sie zerbrach das Alabastergefäß und goss es ihm auf das Haupt.

4Es waren aber einige, die wurden unwillig untereinander und sagten: Wozu ist diese Verschwendung des Salböls geschehen?

5Denn dieses Salböl hätte verkauft werden können für mehr als dreihundert Denare und gegeben den Armen; und sie fuhren sie hart an.

6Jesus aber sprach: Lasst sie; was macht ihr ihr Mühe? Ein gutes Werk hat sie an mir getan.

7Denn allezeit habt ihr die Armen bei euch, und wann immer ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.

8Was sie hatte, das tat sie; sie hat im Voraus meinen Leib gesalbt zum Begräbnis.

9Amen aber, ich sage euch: Wo immer das Evangelium verkündigt wird in der ganzen Welt, da wird auch, was diese getan hat, geredet werden zu ihrem Gedächtnis.

10Und Judas Iskariot, der eine der Zwölf, ging weg zu den Hohenpriestern, um ihn ihnen auszuliefern.

11Die aber hörten es und freuten sich und versprachen ihm, Geld zu geben; und er suchte, wie er ihn bei guter Gelegenheit ausliefern könnte.

12Und am ersten Tag der ungesäuerten Brote, als man das Passa schlachtete, sagen ihm seine Jünger: Wo willst du, dass wir hingehen und bereiten, dass du das Passa isst?

13Und er sendet zwei seiner Jünger und sagt ihnen: Geht hin in die Stadt, und es wird euch ein Mensch begegnen, der einen Krug Wasser trägt; folgt ihm,

14und wo immer er hineingeht, sagt zum Hausherrn: Der Lehrer sagt: Wo ist mein Gastraum, wo ich das Passa mit meinen Jüngern essen kann?

15Und er wird euch einen großen Obersaal zeigen, ausgestattet und bereit; und dort bereitet für uns.

16Und die Jünger gingen hinaus und kamen in die Stadt und fanden es, wie er ihnen gesagt hatte, und sie bereiteten das Passa.

17Und als es Abend geworden war, kommt er mit den Zwölf.

18Und als sie zu Tisch lagen und aßen, sprach Jesus: Amen, ich sage euch, dass einer von euch mich ausliefern wird, der mit mir isst.

19Sie begannen betrübt zu werden und einer nach dem anderen zu ihm zu sagen: Doch nicht ich?

20Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölf, der mit mir in die Schüssel eintaucht.

21Denn der Sohn des Menschen geht zwar hin, wie geschrieben steht über ihn; wehe aber jenem Menschen, durch den der Sohn des Menschen ausgeliefert wird; gut wäre es ihm, wenn jener Mensch nicht geboren worden wäre.

22Und als sie aßen, nahm er Brot, sprach den Segen, brach es und gab es ihnen und sprach: Nehmt; dies ist mein Leib.

23Und er nahm einen Becher, dankte und gab ihn ihnen, und sie tranken alle daraus.

24Und er sprach zu ihnen: Dies ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele.

25Amen, ich sage euch, dass ich nicht mehr trinken werde von dem Gewächs des Weinstocks bis zu jenem Tag, wenn ich es neu trinke im Reich Gottes.

26Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus zum Ölberg.

27Und Jesus sagt ihnen: Ihr alle werdet Anstoß nehmen, denn es steht geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreut werden.

28Aber nach meiner Auferweckung werde ich euch vorausgehen nach Galiläa.

29Petrus aber sagte zu ihm: Wenn auch alle Anstoß nehmen werden, aber doch nicht ich.

30Und Jesus sagt zu ihm: Amen, ich sage dir, dass du heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, mich dreimal verleugnen wirst.

31Er aber redete überaus heftig: Wenn ich mit dir sterben muss, werde ich dich gewiss nicht verleugnen. Ebenso aber sagten auch alle.

32Und sie kommen zu einem Grundstück, dessen Name Gethsemane ist, und er sagt zu seinen Jüngern: Setzt euch hier, bis ich gebetet habe.

33Und er nimmt Petrus und Jakobus und Johannes mit sich, und er begann zu erschrecken und zu zagen,

34und er sagt ihnen: Tief betrübt ist meine Seele bis zum Tod; bleibt hier und wacht.

35Und er ging ein wenig vor und fiel auf die Erde, und er betete, dass, wenn es möglich sei, die Stunde an ihm vorübergehe,

36und er sagte: Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Becher von mir weg; aber nicht was ich will, sondern was du willst.

37Und er kommt und findet sie schlafend, und er sagt zu Petrus: Simon, schläfst du? Konntest du nicht eine Stunde wachen?

38Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt. Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber ist schwach.

39Und wieder ging er weg und betete, dasselbe Wort sprechend.

40Und als er zurückkam, fand er sie wieder schlafend; denn ihre Augen waren beschwert, und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.

41Und er kommt zum dritten Mal und sagt ihnen: Schlaft fort und ruht euch aus; es ist genug; die Stunde ist gekommen, siehe, der Sohn des Menschen wird ausgeliefert in die Hände der Sünder.

42Steht auf, lasst uns gehen; siehe, der mich ausliefert, ist nahe gekommen.

43Und sogleich, während er noch redete, kommt Judas der Iskariot, einer von den Zwölf, und mit ihm eine Menge mit Schwertern und Knüppeln von den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und Ältesten.

44Es hatte aber der ihn Ausliefernde ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Wen ich küssen werde, der ist es; ergreift ihn und führt ihn sicher ab.

45Und als er kam, trat er sogleich zu ihm und sagt: Rabbi! und küsste ihn.

46Die aber legten die Hände an ihn und ergriffen ihn.

47Einer aber von den Dabeistehenden zog das Schwert, schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab.

48Und antwortend sprach Jesus zu ihnen: Wie gegen einen Räuber seid ihr ausgezogen mit Schwertern und Knüppeln, um mich zu ergreifen;

49Täglich war ich bei euch im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht ergriffen; aber damit die Schriften erfüllt werden.

50Und sie verließen ihn und flohen alle.

51Und ein junger Mann folgte ihm, der hatte ein Leinentuch um den nackten Leib geworfen, und sie ergreifen ihn;

52Er aber ließ das Leinentuch fahren und floh nackt.

53Und sie führten Jesus ab zum Hohenpriester, und es kommen zusammen alle Hohenpriester und die Ältesten und die Schriftgelehrten.

54Und Petrus folgte ihm von ferne bis hinein in den Hof des Hohenpriesters, und er saß bei den Dienern und wärmte sich am Feuer.

55Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten ein Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu töten, und sie fanden keines;

56Denn viele legten falsches Zeugnis gegen ihn ab, und die Zeugnisse stimmten nicht überein.

57Und einige standen auf und legten falsches Zeugnis gegen ihn ab und sagten:

58Wir haben ihn sagen hören: Ich werde diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, niederreißen und in drei Tagen einen anderen, nicht mit Händen gemachten, aufbauen.

59Und auch so war ihr Zeugnis nicht übereinstimmend.

60Und der Hohepriester stand auf in die Mitte und fragte Jesus und sagte: Antwortest du nichts? Was bezeugen diese gegen dich?

61Er aber schwieg und antwortete nichts. Wieder fragte ihn der Hohepriester und sagt zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten?

62Jesus aber sprach: Ich bin es, und ihr werdet den Sohn des Menschen sehen zur Rechten der Macht sitzend und kommend mit den Wolken des Himmels.

63Der Hohepriester aber zerriss seine Gewänder und sagt: Was brauchen wir noch Zeugen?

64Ihr habt die Lästerung gehört; was scheint euch? Sie aber alle verurteilten ihn, dass er des Todes schuldig sei.

65Und einige begannen, ihn anzuspucken und sein Gesicht zu verhüllen und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage! und die Diener nahmen ihn mit Schlägen in Empfang.

66Und während Petrus unten im Hof war, kommt eine von den Mägden des Hohenpriesters,

67und als sie Petrus sich wärmen sah, blickte sie ihn an und sagt: Auch du warst mit dem Nazarener Jesus.

68Er aber leugnete und sagte: Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof, und ein Hahn krähte.

69Und die Magd sah ihn und begann wieder zu den Dabeistehenden zu sagen: Dieser ist einer von ihnen.

70Er aber leugnete wieder. Und nach einer kleinen Weile sagten die Dabeistehenden wieder zu Petrus: Wahrhaftig, du bist einer von ihnen, denn du bist auch ein Galiläer.

71Er aber begann zu fluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr redet.

72Und sogleich krähte zum zweiten Mal ein Hahn. Und Petrus erinnerte sich an das Wort, wie Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er fing an und weinte.