Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 5

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Es geschah aber, während die Menge sich auf ihn drängte und das Wort Gottes hörte, da stand er selbst am See Genezaret,

2und er sah zwei Boote stehen am See; die Fischer aber, aus ihnen ausgestiegen, wuschen die Netze.

3Eingestiegen aber in eines der Boote, das des Simon war, bat er ihn, vom Land ein wenig hinauszufahren; sich gesetzt habend aber, lehrte er vom Boot aus die Mengen.

4Wie er aber aufhörte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus in die Tiefe, und lasst eure Netze hinab zum Fang.

5Und antwortend sprach Simon: Meister, durch die ganze Nacht hindurch uns gemüht habend haben wir nichts gefangen; auf dein Wort aber will ich die Netze hinablassen.

6Und dies getan habend, schlossen sie eine große Menge Fische ein; es zerriss aber ihre Netze.

7Und sie winkten den Gefährten im anderen Boot, dass sie kämen und mit ihnen anfassten; und sie kamen, und sie füllten beide Boote, sodass sie zu sinken begannen.

8Gesehen habend aber, fiel Simon Petrus zu den Knien Jesu nieder und sagte: Gehe weg von mir, denn ein sündiger Mann bin ich, Herr.

9Denn Schrecken hatte ihn ergriffen und alle, die mit ihm waren, über den Fang der Fische, den sie gefangen hatten,

10ebenso aber auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Teilhaber des Simon waren. Und es sprach zu Simon Jesus: Fürchte dich nicht; von nun an wirst du Menschen fangen.

11Und die Boote ans Land gebracht habend, verließen sie alles und folgten ihm nach.

12Und es geschah, während er in einer der Städte war, und siehe, ein Mann voll Aussatz; gesehen habend aber den Jesus, niedergefallen auf das Angesicht, bat er ihn und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen.

13Und die Hand ausgestreckt habend, berührte er ihn und sprach: Ich will, sei gereinigt. Und sogleich ging der Aussatz weg von ihm.

14Und er selbst gebot ihm, niemandem es zu sagen, sondern: Hingehend zeige dich dem Priester und bringe dar für deine Reinigung, wie Mose angeordnet hat, ihnen zum Zeugnis.

15Es ging aber das Wort über ihn umso mehr hindurch, und es kamen zusammen viele Mengen, zu hören und geheilt zu werden von ihren Krankheiten;

16er selbst aber war sich zurückziehend in den einsamen Orten und betend.

17Und es geschah an einem der Tage, da war er lehrend, und es saßen Pharisäer und Gesetzeslehrer da, die gekommen waren aus jedem Dorf Galiläas und Judäas und aus Jerusalem; und Kraft des Herrn war da, dass er heile.

18Und siehe, Männer, die auf einem Bett einen Menschen trugen, der gelähmt war, und sie suchten ihn hineinzubringen und vor ihn zu legen.

19Und nicht gefunden habend, auf welchem Weg sie ihn hineinbringen könnten wegen der Menge, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn durch die Ziegel hinab mit dem Bettchen, in die Mitte, vor Jesus.

20Und gesehen habend ihren Glauben, sprach er: Mensch, vergeben sind dir deine Sünden.

21Und es begannen zu überlegen die Schriftgelehrten und die Pharisäer, sagend: Wer ist dieser, der Lästerungen redet? Wer kann Sünden vergeben außer Gott allein?

22Erkannt habend aber, der Jesus, ihre Überlegungen, antwortend sprach er zu ihnen: Was überlegt ihr in euren Herzen?

23Was ist leichter, zu sagen: Vergeben sind dir deine Sünden, oder zu sagen: Steh auf und geh umher?

24Damit ihr aber wisst, dass der Sohn des Menschen Vollmacht hat auf der Erde, Sünden zu vergeben, sprach er zu dem Gelähmten: Dir sage ich, steh auf und nimm dein Bettchen und geh in dein Haus.

25Und sofort aufgestanden vor ihnen, aufgehoben habend, worauf er lag, ging er weg in sein Haus, Gott preisend.

26Und Erstaunen ergriff alle, und sie priesen Gott, und sie wurden erfüllt von Furcht, sagend: Unglaubliche Dinge haben wir heute gesehen.

27Und nach diesem ging er hinaus, und er sah einen Zöllner mit Namen Levi am Zollhaus sitzen, und er sprach zu ihm: Folge mir nach.

28Und alles zurückgelassen habend, aufgestanden, folgte er ihm nach.

29Und Levi machte ihm ein großes Gastmahl in seinem Haus; und es war eine große Menge von Zöllnern und anderen da, die mit ihnen zu Tisch lagen.

30Und es murrten die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten gegen seine Jünger, sagend: Warum esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern?

31Und antwortend sprach Jesus zu ihnen: Nicht Bedarf haben die Gesunden an einem Arzt, sondern die, die sich schlecht befinden;

32nicht bin ich gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Umkehr.

33Sie aber sprachen zu ihm: Die Jünger des Johannes fasten häufig und verrichten Gebete, ebenso auch die der Pharisäer, die deinen aber essen und trinken.

34Jesus aber sprach zu ihnen: Könnt ihr etwa die Söhne des Brautgemachs, solange der Bräutigam mit ihnen ist, fasten lassen?

35Es werden aber Tage kommen, und wenn der Bräutigam von ihnen weggenommen wird, dann werden sie fasten in jenen Tagen.

36Er sagte aber auch ein Gleichnis zu ihnen: Niemand reißt einen Flicken von einem neuen Gewand ab und setzt ihn auf ein altes Gewand; sonst wird er auch das neue zerreißen, und zu dem alten wird der Flicken vom neuen nicht passen.

37Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; sonst wird der neue Wein die Schläuche zerreißen, und er selbst wird ausgegossen werden und die Schläuche werden zugrunde gehen;

38sondern neuen Wein muss man in neue Schläuche füllen.

39Und niemand, der alten getrunken hat, will neuen; denn er sagt: Der alte ist gut.