Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 15

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Es waren ihm aber sich nahend alle die Zöllner und die Sünder, um ihn zu hören.

2Und es murrten sowohl die Pharisäer als auch die Schriftgelehrten und sagten: Dieser nimmt Sünder an und isst mit ihnen.

3Er sprach aber zu ihnen dieses Gleichnis, sagend:

4Welcher Mensch von euch, der hundert Schafe hat und eines von ihnen verliert, lässt nicht die neunundneunzig in der Wüste und geht dem Verlorenen nach, bis er es findet?

5Und es gefunden habend, legt er es auf seine Schultern, sich freuend,

6und nach Hause gekommen, ruft er zusammen die Freunde und die Nachbarn, sagend zu ihnen: Freut euch mit mir, denn ich habe mein Schaf gefunden, das verlorene.

7Ich sage euch, dass so Freude im Himmel sein wird über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die keine Umkehr nötig haben.

8Oder welche Frau, die zehn Drachmen hat, zündet nicht, wenn sie eine Drachme verliert, ein Licht an und kehrt das Haus und sucht sorgfältig, bis sie sie findet?

9Und sie gefunden habend, ruft sie zusammen die Freundinnen und Nachbarinnen, sagend: Freut euch mit mir, denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte.

10So, sage ich euch, entsteht Freude vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.

11Er sprach aber: Ein Mensch hatte zwei Söhne.

12Und es sprach der jüngere von ihnen zum Vater: Vater, gib mir den zufallenden Teil des Vermögens. Und er teilte ihnen das Vermögen.

13Und nach nicht vielen Tagen, alles zusammengebracht habend, zog der jüngere Sohn fort in ein fernes Land, und dort verschleuderte er sein Vermögen, in Verschwendung lebend.

14Als er aber alles verbraucht hatte, geschah eine starke Hungersnot in jenem Land, und er begann Mangel zu leiden.

15Und hingegangen, hängte er sich an einen der Bürger jenes Landes, und der schickte ihn auf seine Felder, um Schweine zu hüten.

16Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen von den Schoten, die die Schweine fraßen, und niemand gab ihm.

17In sich selbst aber gekommen, sprach er: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber komme hier vor Hunger um.

18Aufgestanden werde ich gehen zu meinem Vater und werde zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir,

19ich bin nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden; mache mich wie einen deiner Tagelöhner.

20Und aufgestanden, kam er zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde von Mitleid bewegt, und gelaufen, fiel er ihm um den Hals und küsste ihn.

21Es sprach aber der Sohn zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr wert, dein Sohn genannt zu werden.

22Es sprach aber der Vater zu seinen Knechten: Bringt heraus das erste Gewand und zieht es ihm an, und gebt einen Ring an seine Hand und Schuhe an die Füße,

23und bringt das gemästete Kalb, schlachtet es, und lasst uns essen und fröhlich sein,

24denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist gefunden worden. Und sie begannen fröhlich zu sein.

25Es war aber sein älterer Sohn auf dem Feld; und als er kommend dem Haus sich näherte, hörte er Musik und Reigentänze,

26und einen der Knechte herbeigerufen habend, erkundigte er sich, was das wäre.

27Der aber sprach zu ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederbekommen hat.

28Er aber wurde zornig und wollte nicht hineingehen; sein Vater aber, herausgekommen, redete ihm zu.

29Er aber, antwortend, sprach zum Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe niemals ein Gebot von dir übertreten, und mir hast du niemals einen Ziegenbock gegeben, damit ich mit meinen Freunden fröhlich wäre;

30als aber dieser dein Sohn, der dein Vermögen mit Huren aufgefressen hat, kam, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet.

31Er aber sprach zu ihm: Kind, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, ist dein;

32fröhlich zu sein aber und sich zu freuen war nötig, denn dieser dein Bruder war tot und ist lebendig geworden, und er war verloren und ist gefunden worden.