Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Apostelgeschichte 7

Augsburger GenerativBibel Urtextnah

1Es sprach aber der Hohepriester: Verhält sich dies so?

2Er aber sagte: Männer, Brüder und Väter, hört! Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham, als er in Mesopotamien war, ehe er in Haran wohnte,

3und er sprach zu ihm: Geh hinaus aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft, und komm her in das Land, das ich dir zeigen werde.

4Da ging er hinaus aus dem Land der Chaldäer und wohnte in Haran. Und von dort, nachdem sein Vater gestorben war, siedelte er ihn um in dieses Land, in dem ihr jetzt wohnt,

5und er gab ihm kein Erbteil darin, auch nicht einen Fußbreit, und er verhieß, es ihm zum Besitz zu geben und seinem Samen nach ihm, obwohl er kein Kind hatte.

6Es sprach aber Gott so, dass sein Same Fremdling sein werde in fremdem Land, und sie werden ihn knechten und misshandeln vierhundert Jahre lang;

7und das Volk, dem sie als Knechte dienen werden, werde ich richten, sprach Gott, und danach werden sie ausziehen und mir dienen an diesem Ort.

8Und er gab ihm einen Bund der Beschneidung; und so zeugte er den Isaak und beschnitt ihn am achten Tag, und Isaak den Jakob, und Jakob die zwölf Stammväter.

9Und die Stammväter, eifersüchtig auf Josef, verkauften ihn nach Ägypten; und Gott war mit ihm,

10und er rettete ihn aus allen seinen Bedrängnissen, und gab ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem König von Ägypten, und er setzte ihn ein als Anführer über Ägypten und über sein ganzes Haus.

11Es kam aber eine Hungersnot über ganz Ägypten und Kanaan und große Bedrängnis, und unsere Väter fanden keine Nahrung.

12Als aber Jakob hörte, dass es Getreide in Ägypten gebe, sandte er unsere Väter zum ersten Mal aus;

13und beim zweiten Mal wurde Josef seinen Brüdern zu erkennen gegeben, und dem Pharao wurde die Herkunft Josefs offenbar.

14Josef aber sandte hin und ließ Jakob, seinen Vater, herbeirufen und die ganze Verwandtschaft, fünfundsiebzig Seelen.

15Und Jakob zog hinab nach Ägypten. Und er starb, er selbst und unsere Väter,

16und sie wurden hinübergebracht nach Sichem und beigesetzt in dem Grab, das Abraham um eine Summe Silbers gekauft hatte von den Söhnen Hemors in Sichem.

17Wie aber die Zeit der Verheißung herankam, die Gott dem Abraham zugesagt hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten,

18bis ein anderer König über Ägypten aufstand, der Josef nicht kannte.

19Dieser, hinterlistig gegen unser Geschlecht vorgehend, misshandelte unsere Väter, sodass sie ihre Säuglinge aussetzen mussten, damit sie nicht am Leben blieben.

20In jener Zeit wurde Mose geboren, und er war wohlgefällig vor Gott; der wurde drei Monate lang aufgezogen im Haus des Vaters.

21Als er aber ausgesetzt war, nahm ihn die Tochter des Pharao auf und zog ihn auf sich selbst zum Sohn.

22Und Mose wurde erzogen in aller Weisheit der Ägypter, er war aber mächtig in seinen Worten und Werken.

23Als ihm aber die Zeit von vierzig Jahren erfüllt wurde, kam es ihm in sein Herz, nach seinen Brüdern, den Söhnen Israels, zu sehen.

24Und als er einen Unrecht Leidenden sah, kam er zu Hilfe und verschaffte dem Bedrängten Recht, indem er den Ägypter erschlug.

25Er meinte aber, seine Brüder würden verstehen, dass Gott durch seine Hand ihnen Rettung gibt; sie aber verstanden es nicht.

26Und am folgenden Tag erschien er ihnen, als sie stritten, und wollte sie zum Frieden versöhnen, indem er sprach: Männer, ihr seid Brüder; warum tut ihr einander Unrecht?

27Der aber, der dem Nächsten Unrecht tat, stieß ihn weg und sprach: Wer hat dich als Anführer und Richter über uns eingesetzt?

28Willst du mich etwa umbringen, auf die Weise, wie du gestern den Ägypter umgebracht hast?

29Es floh aber Mose bei diesem Wort, und er wurde Fremdling im Land Midian, wo er zwei Söhne zeugte.

30Und als vierzig Jahre erfüllt waren, erschien ihm in der Wüste des Berges Sinai ein Engel in der Feuerflamme eines Dornbuschs.

31Mose aber, als er es sah, wunderte sich über die Erscheinung; und als er hinzutrat, um es zu betrachten, geschah eine Stimme des Herrn:

32Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs. Zitternd aber geworden wagte Mose nicht hinzusehen.

33Es sprach aber zu ihm der Herr: Löse die Sandale von deinen Füßen, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliges Land.

34Sehend habe ich gesehen das Elend meines Volkes, das in Ägypten ist, und ihr Seufzen habe ich gehört, und ich bin herabgestiegen, um sie herauszureißen; und nun komm her, ich will dich nach Ägypten senden.

35Diesen Mose, den sie verleugnet hatten, indem sie sprachen: Wer hat dich als Anführer und Richter eingesetzt? – diesen hat Gott als Anführer und Erlöser gesandt durch die Hand des Engels, der ihm im Dornbusch erschienen war.

36Dieser führte sie heraus, indem er Wunder und Zeichen tat im Land Ägypten und im Roten Meer und in der Wüste, vierzig Jahre lang.

37Dieser ist der Mose, der zu den Söhnen Israels sprach: Einen Propheten wird euch Gott erwecken aus euren Brüdern, gleich mir.

38Dieser ist es, der in der Versammlung in der Wüste war mit dem Engel, der zu ihm sprach auf dem Berg Sinai, und mit unseren Vätern, der lebendige Worte empfing, um sie uns zu geben,

39dem unsere Väter nicht gehorsam werden wollten, sondern sie stießen ihn weg und wandten sich in ihren Herzen wieder nach Ägypten,

40indem sie zu Aaron sprachen: Mache uns Götter, die vor uns herziehen werden; denn dieser Mose, der uns herausgeführt hat aus dem Land Ägypten, wir wissen nicht, was ihm geschehen ist.

41Und sie machten ein Kalb in jenen Tagen und brachten dem Götzenbild ein Opfer dar und freuten sich an den Werken ihrer Hände.

42Gott aber wandte sich ab und gab sie dahin, dem Heer des Himmels zu dienen, wie geschrieben steht im Buch der Propheten: Habt ihr mir etwa Schlachtopfer und Opfer dargebracht vierzig Jahre lang in der Wüste, Haus Israel?

43Und ihr habt das Zelt des Moloch aufgenommen und den Stern des Gottes Romfa, die Bilder, die ihr gemacht habt, um sie anzubeten; und ich werde euch verpflanzen jenseits von Babylon.

44Das Zelt des Zeugnisses war bei unseren Vätern in der Wüste, wie der, der zu Mose sprach, es angeordnet hatte, es zu machen nach dem Vorbild, das er gesehen hatte.

45Dieses brachten auch unsere Väter, es übernehmend, mit Josua hinein in den Besitz der Völker, die Gott vertrieb vor dem Angesicht unserer Väter, bis zu den Tagen Davids,

46der Gnade fand vor Gott und bat, eine Wohnung zu finden für das Haus Jakobs.

47Salomo aber baute ihm ein Haus.

48Doch der Höchste wohnt nicht in von Händen Gemachtem, wie der Prophet spricht:

49Der Himmel ist mir Thron, die Erde aber Schemel meiner Füße; was für ein Haus werdet ihr mir bauen, spricht der Herr, oder welches ist der Ort meiner Ruhe?

50Hat nicht meine Hand dies alles gemacht?

51Halsstarrige und Unbeschnittene an Herzen und an den Ohren, ihr widersteht allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr.

52Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie töteten die, die im Voraus verkündeten von dem Kommen des Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid,

53die ihr das Gesetz empfangen habt durch Anordnungen von Engeln, und ihr habt es nicht gehalten.

54Als sie aber dies hörten, wurden sie durchbohrt in ihren Herzen und knirschten mit den Zähnen gegen ihn.

55Er aber, voll des Heiligen Geistes, blickte unverwandt zum Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus stehend zur Rechten Gottes,

56und er sprach: Siehe, ich schaue die Himmel geöffnet und den Sohn des Menschen stehend zur Rechten Gottes.

57Sie aber, schreiend mit lauter Stimme, hielten sich die Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn los,

58und sie warfen ihn hinaus aus der Stadt und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider ab zu den Füßen eines Jünglings namens Saulus.

59Und sie steinigten den Stephanus, der anrief und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!

60Er aber, niederkniend, schrie mit lauter Stimme: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Und als er dies gesagt hatte, entschlief er.