Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Matthäus 5

Augsburger GenerativBibel mittel

1Als Jesus aber die Volksmengen sah, stieg er auf den Berg; und nachdem er sich gesetzt hatte, kamen seine Jünger zu ihm.

2Und er tat seinen Mund auf und lehrte sie mit den Worten:

3Selig sind die Armen im Geist, denn ihnen gehört das Himmelreich.

4Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben.

5Selig sind die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.

6Selig sind die, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden satt werden.

7Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit finden.

8Selig sind, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott sehen.

9Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

10Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich.

11Selig seid ihr, wenn man euch um meinetwillen beschimpft und verfolgt und lügnerisch alles Böse über euch redet.

12Freut euch und jubelt, denn euer Lohn im Himmel ist groß; denn ebenso hat man die Propheten verfolgt, die vor euch lebten.

13Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz seine Kraft verliert, womit soll man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.

14Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die oben auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.

15Auch zündet man keine Lampe an, um sie unter einen Eimer zu stellen, sondern man stellt sie auf den Leuchter, und sie leuchtet allen, die im Haus sind.

16So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

17Meint nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz oder die Propheten aufzuheben; ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.

18Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird kein einziger Buchstabe und kein Häkchen vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.

19Wer nun eines dieser geringsten Gebote aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Geringste heißen; wer es aber tut und lehrt, der wird im Himmelreich groß heißen.

20Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr keinesfalls in das Himmelreich kommen.

21Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt wurde: Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein.

22Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, wird dem Gericht verfallen sein; wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka!, der wird dem Hohen Rat verfallen sein; und wer sagt: Du Narr!, der wird dem Feuer der Hölle verfallen sein.

23Wenn du also deine Opfergabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,

24so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuerst hin, versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und bring deine Gabe dar.

25Einige dich rasch mit deinem Gegner, solange du noch mit ihm auf dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter übergibt und der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen wirst.

26Wahrlich, ich sage dir: Du wirst von dort nicht herauskommen, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

27Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: Du sollst nicht ehebrechen.

28Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

29Wenn aber dein rechtes Auge dich zum Bösen verführt, so reiß es aus und wirf es von dir; denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.

30Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, so hau sie ab und wirf sie von dir; denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.

31Es wurde auch gesagt: Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief ausstellen.

32Ich aber sage euch: Jeder, der sich von seiner Frau scheidet, außer wegen Unzucht, treibt sie in den Ehebruch; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe.

33Wiederum habt ihr gehört, dass zu den Alten gesagt wurde: Du sollst keinen Meineid leisten, sondern dem Herrn deine Eide halten.

34Ich aber sage euch: Ihr sollt überhaupt nicht schwören, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron,

35noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs.

36Auch bei deinem Kopf sollst du nicht schwören, denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.

37Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber hinausgeht, kommt vom Bösen.

38Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: Auge um Auge und Zahn um Zahn.

39Ich aber sage euch: Ihr sollt dem Bösen nicht widerstehen; sondern wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem halte auch die andere hin.

40Und wer mit dir vor Gericht gehen und dir das Hemd nehmen will, dem lass auch den Mantel.

41Und wer dich zwingt, eine Meile mitzugehen, mit dem geh zwei.

42Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem ab, der etwas von dir leihen will.

43Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.

44Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,

45damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne über Bösen und Guten aufgehen und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte.

46Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr dafür? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe?

47Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?

48Ihr nun sollt vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.