Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Markus 9

Augsburger GenerativBibel mittel

1Und er sagte zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Einige von den hier Dastehenden werden den Tod nicht schmecken, bis sie das Reich Gottes in Macht haben kommen sehen.

2Sechs Tage später nahm Jesus den Petrus, den Jakobus und den Johannes mit sich und führte sie für sich allein auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt,

3und seine Kleider wurden strahlend weiß, weißer, als irgendein Walker auf der Erde sie machen könnte.

4Und es erschien ihnen Elija zusammen mit Mose, und sie redeten mit Jesus.

5Da sagte Petrus zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Lass uns drei Hütten bauen: dir eine, Mose eine und Elija eine.

6Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte, denn sie waren ganz von Furcht ergriffen.

7Und es kam eine Wolke, die warf ihren Schatten über sie, und aus der Wolke kam eine Stimme: Dieser ist mein geliebter Sohn; hört auf ihn!

8Und als sie sich plötzlich umsahen, sahen sie niemanden mehr bei sich außer Jesus allein.

9Und als sie vom Berg herabstiegen, schärfte er ihnen ein, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei.

10Und sie behielten dieses Wort für sich, fragten sich aber untereinander, was das bedeute: von den Toten auferstehen.

11Und sie fragten ihn: Warum sagen die Pharisäer und die Schriftgelehrten, dass zuerst Elija kommen muss?

12Er aber antwortete ihnen: Elija kommt zwar zuerst und bringt alles wieder in Ordnung. Doch wie kann dann über den Menschensohn geschrieben stehen, dass er vieles leiden und verachtet werden soll?

13Doch ich sage euch: Elija ist bereits gekommen, und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, wie über ihn geschrieben steht.

14Und als sie zu den Jüngern kamen, sahen sie eine große Volksmenge um sie versammelt und Schriftgelehrte, die mit ihnen stritten.

15Und sofort, als die ganze Volksmenge ihn sah, gerieten sie ganz außer sich, liefen herbei und begrüßten ihn.

16Und er fragte sie: Worüber streitet ihr mit ihnen?

17Und einer aus der Volksmenge antwortete ihm: Lehrer, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht; er hat einen stummen Geist.

18Und wo immer der Geist ihn packt, wirft er ihn zu Boden, und er schäumt, knirscht mit den Zähnen und wird ganz steif. Ich habe deine Jünger gebeten, ihn auszutreiben, aber sie konnten es nicht.

19Er aber antwortete ihnen: Was für ein ungläubiges Geschlecht! Wie lange soll ich noch bei euch sein? Wie lange soll ich euch noch ertragen? Bringt ihn zu mir!

20Und sie brachten ihn zu ihm. Sobald der Geist Jesus sah, zerrte er den Jungen hin und her; er fiel zu Boden und wälzte sich schäumend.

21Und Jesus fragte seinen Vater: Wie lange geht das schon so mit ihm? Der antwortete: Von Kindheit an.

22Oft hat der Geist ihn sogar ins Feuer und ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen. Doch wenn du etwas kannst, hab Erbarmen mit uns und hilf uns!

23Jesus aber sagte zu ihm: Was heißt hier „wenn du kannst“? Alles ist möglich für den, der glaubt.

24Sofort rief der Vater des Kindes laut: Ich glaube! Hilf mir in meinem Unglauben!

25Als Jesus sah, dass die Menge zusammenlief, wies er den unreinen Geist zurecht und sagte zu ihm: Du stummer und tauber Geist, ich befehle dir: Fahre aus ihm aus und fahre nie wieder in ihn hinein!

26Da schrie der Geist, zerrte den Jungen heftig hin und her und fuhr aus. Der Junge lag da wie tot, sodass viele sagten: Er ist gestorben.

27Jesus aber nahm ihn bei der Hand und richtete ihn auf, und er stand auf.

28Und als er ins Haus gegangen war, fragten ihn seine Jünger unter vier Augen: Warum konnten wir den Geist nicht austreiben?

29Und er sagte zu ihnen: Diese Art kann durch nichts ausgetrieben werden außer durch Gebet.

30Sie brachen von dort auf und zogen durch Galiläa, und er wollte nicht, dass jemand davon erfuhr.

31Denn er unterrichtete seine Jünger und sagte ihnen: Der Menschensohn wird in die Hände der Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; und drei Tage nachdem er getötet ist, wird er auferstehen.

32Sie aber verstanden dieses Wort nicht und scheuten sich, ihn zu fragen.

33Und sie kamen nach Kafarnaum. Als er im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen?

34Sie aber schwiegen, denn sie hatten unterwegs untereinander darüber gestritten, wer der Größte sei.

35Da setzte er sich, rief die Zwölf zu sich und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, der soll der Letzte von allen sein und der Diener von allen.

36Und er nahm ein Kind, stellte es in ihre Mitte, schloss es in die Arme und sagte zu ihnen:

37Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

38Johannes sagte zu ihm: Lehrer, wir haben jemanden gesehen, der in deinem Namen Dämonen austrieb und der uns nicht nachfolgt; und wir wollten es ihm verbieten, weil er uns nicht nachfolgte.

39Jesus aber sagte: Hindert ihn nicht! Denn niemand, der in meinem Namen ein Wunder tut, kann gleich danach schlecht über mich reden.

40Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.

41Wer euch in meinem Namen einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört, wahrlich, ich sage euch: Er wird seinen Lohn nicht verlieren.

42Und wer einen dieser Kleinen, die glauben, zu Fall bringt, für den wäre es besser, man hängte ihm einen Mühlstein um den Hals und würfe ihn ins Meer.

43Und wenn deine Hand dich zum Bösen verführt, dann hau sie ab. Es ist besser für dich, verstümmelt ins Leben einzugehen, als mit beiden Händen in die Hölle zu kommen, in das Feuer, das nicht erlischt.

44[ausgelassen] Vers 44 („wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt") fehlt in den ältesten Handschriften; es ist eine spätere Wiederholung von Vers 48.

45Und wenn dein Fuß dich zum Bösen verführt, dann hau ihn ab. Es ist besser für dich, lahm ins Leben einzugehen, als mit beiden Füßen in die Hölle geworfen zu werden.

46[ausgelassen] Vers 46 (gleiche Wendung wie V. 48) fehlt in den ältesten Handschriften; spätere Wiederholung von Vers 48.

47Und wenn dein Auge dich zum Bösen verführt, dann reiß es heraus. Es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes einzugehen, als mit beiden Augen in die Hölle geworfen zu werden,

48wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.

49Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden.

50Das Salz ist etwas Gutes; wenn aber das Salz seine Kraft verliert, womit wollt ihr es wieder würzig machen? Habt Salz in euch und haltet Frieden miteinander.