Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Markus 6

Augsburger GenerativBibel mittel

1Und er ging von dort weg und kam in seine Vaterstadt, und seine Jünger folgten ihm.

2Und als der Sabbat gekommen war, fing er an, in der Synagoge zu lehren; und die vielen, die ihm zuhörten, waren bestürzt und sagten: Woher hat dieser das alles, und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben wurde? Und solche Machttaten geschehen durch seine Hände?

3Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und Bruder des Jakobus, des Joses, des Judas und des Simon? Und leben seine Schwestern nicht hier bei uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm.

4Und Jesus sagte zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgends so wenig wie in seiner Vaterstadt, bei seinen Verwandten und in seinem Haus.

5Und er konnte dort keine einzige Machttat vollbringen, außer dass er einigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte.

6Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er zog durch die umliegenden Dörfer und lehrte.

7Und er rief die Zwölf zu sich und fing an, sie zu zweit auszusenden, und gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister.

8Und er trug ihnen auf, nichts auf den Weg mitzunehmen außer einem Stab: kein Brot, keine Tasche, kein Geld im Gürtel,

9sondern Sandalen sollten sie tragen und nicht zwei Untergewänder anziehen.

10Und er sagte zu ihnen: Wo immer ihr in ein Haus kommt, dort bleibt, bis ihr von dort weiterzieht.

11Und wo man euch nicht aufnimmt und euch nicht zuhört, da geht von dort fort und schüttelt den Staub von euren Füßen, ihnen zum Zeugnis.

12Und sie zogen aus und verkündeten, dass die Menschen umkehren sollten.

13Und sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.

14Und der König Herodes hörte davon, denn der Name Jesu war bekannt geworden. Und man sagte: Johannes der Täufer ist von den Toten auferweckt worden, und deshalb wirken in ihm die Wunderkräfte.

15Andere aber sagten: Es ist Elija. Wieder andere sagten: Er ist ein Prophet wie einer der alten Propheten.

16Als aber Herodes davon hörte, sagte er: Johannes, den ich enthaupten ließ, der ist auferweckt worden.

17Denn Herodes selbst hatte Johannes festnehmen und gefesselt ins Gefängnis werfen lassen, und zwar wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte.

18Denn Johannes hatte Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zur Frau zu haben.

19Herodias aber war ihm feind und wollte ihn töten, konnte es aber nicht;

20denn Herodes hatte Achtung vor Johannes, weil er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war, und er beschützte ihn. Wenn er ihn hörte, war er oft ratlos, und doch hörte er ihm gern zu.

21Und es kam ein günstiger Tag, als Herodes an seinem Geburtstag ein Festmahl gab für seine hohen Beamten, die Offiziere und die führenden Männer Galiläas.

22Und als die Tochter der Herodias hereinkam und tanzte, gefiel sie Herodes und seinen Tischgästen. Da sagte der König zu dem Mädchen: Bitte mich, um was du willst, und ich werde es dir geben.

23Und er schwor ihr: Was du auch von mir erbittest, ich werde es dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs.

24Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Worum soll ich bitten? Die aber sagte: Um den Kopf Johannes des Täufers.

25Und sie eilte sofort zum König hinein und bat: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf Johannes des Täufers gibst.

26Da wurde der König sehr traurig; aber wegen seiner Schwüre und seiner Tischgäste wollte er sie nicht abweisen.

27Und sogleich schickte der König einen Henker und befahl, seinen Kopf zu bringen.

28Der ging hin und enthauptete Johannes im Gefängnis, brachte seinen Kopf auf einer Schale und gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn seiner Mutter.

29Und als die Jünger des Johannes davon hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

30Und die Apostel kamen wieder bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten.

31Und er sagte zu ihnen: Kommt ihr selbst für euch allein an einen einsamen Ort und ruht euch ein wenig aus. Denn es kamen und gingen so viele Leute, dass sie nicht einmal Zeit zum Essen hatten.

32Und sie fuhren mit dem Boot allein an einen einsamen Ort.

33Aber viele sahen sie wegfahren und erkannten sie, und zu Fuß liefen die Leute aus allen Städten dorthin zusammen und kamen noch vor ihnen an.

34Und als er ausstieg, sah er eine große Volksmenge, und er hatte Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing an, sie vieles zu lehren.

35Und als es schon spät geworden war, traten seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist einsam, und es ist schon spät.

36Schick sie weg, damit sie in die umliegenden Höfe und Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen.

37Er aber antwortete ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Da sagten sie zu ihm: Sollen wir losgehen und für zweihundert Denare Brot kaufen und es ihnen zu essen geben?

38Er aber sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht und seht nach. Und als sie nachgesehen hatten, sagten sie: Fünf, und zwei Fische.

39Und er befahl ihnen, dass sich alle in Gruppen auf dem grünen Gras lagern sollten.

40Und sie ließen sich in Gruppen nieder, je hundert und je fünfzig.

41Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach das Dankgebet, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie sie austeilten; auch die zwei Fische verteilte er unter alle.

42Und sie aßen alle und wurden satt.

43Und sie sammelten zwölf Körbe voll Brotbrocken ein, dazu Reste von den Fischen.

44Und die, die von den Broten gegessen hatten, waren fünftausend Männer.

45Und sofort drängte er seine Jünger, ins Boot zu steigen und vorauszufahren ans andere Ufer nach Betsaida, während er die Volksmenge entließ.

46Und nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte, ging er auf den Berg, um zu beten.

47Und als es Abend geworden war, befand sich das Boot mitten auf dem See, und er war allein an Land.

48Und er sah, wie sie sich beim Rudern abmühten, denn der Wind stand ihnen entgegen. Um die vierte Nachtwache kam er zu ihnen, indem er auf dem See ging, und er wollte an ihnen vorübergehen.

49Als sie ihn aber auf dem See gehen sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrien auf.

50Denn alle sahen ihn und erschraken. Er aber redete sofort mit ihnen und sagte zu ihnen: Habt Mut, ich bin es, fürchtet euch nicht!

51Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich. Und sie waren über alle Maßen bei sich entsetzt und außer sich.

52Denn sie hatten nichts aus der Sache mit den Broten begriffen, sondern ihr Herz war verhärtet.

53Und als sie hinübergefahren waren, kamen sie an Land nach Genezaret und legten dort an.

54Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten die Leute Jesus sofort.

55Und sie liefen in jener ganzen Gegend umher und fingen an, die Kranken auf ihren Tragbetten überallhin zu tragen, wo sie hörten, dass er sich aufhielt.

56Und wo immer er in Dörfer, Städte oder Gehöfte kam, legten sie die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn, dass sie wenigstens die Quaste seines Gewandes berühren dürften. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.