Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 24

Augsburger GenerativBibel mittel

1Am ersten Tag der Woche aber kamen sie in aller Frühe zum Grab und brachten die wohlriechenden Öle, die sie zubereitet hatten.

2Da fanden sie den Stein vom Grab weggewälzt,

3und als sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesus nicht.

4Und es geschah, während sie deswegen ratlos waren, da standen plötzlich zwei Männer in strahlend hellem Gewand bei ihnen.

5Sie aber erschraken und neigten ihre Gesichter zur Erde. Da sagten die beiden zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?

6Er ist nicht hier, sondern er ist auferweckt worden. Erinnert euch, wie er zu euch gesprochen hat, als er noch in Galiläa war,

7als er sagte, der Menschensohn müsse in die Hände sündiger Menschen ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen.

8Und sie erinnerten sich an seine Worte,

9und sie kehrten vom Grab zurück und berichteten das alles den Elf und allen Übrigen.

10Es waren Maria aus Magdala und Johanna und Maria, die des Jakobus, und die übrigen Frauen mit ihnen; sie sagten dies den Aposteln.

11Aber diese Worte erschienen ihnen wie leeres Gerede, und sie glaubten ihnen nicht.

12[ausgelassen] Vers 12 (Petrus läuft zum Grab und sieht die Leinentücher) fehlt in frühen Zeugen (sog. westliche Nicht-Interpolation) und wird im Tischendorf-Text ausgelassen.

13Und siehe, zwei von ihnen waren an demselben Tag unterwegs in ein Dorf namens Emmaus, das etwa sechzig Stadien von Jerusalem entfernt liegt,

14und sie unterhielten sich miteinander über alles, was geschehen war.

15Und es geschah, während sie sich unterhielten und miteinander berieten, da kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen.

16Doch ihre Augen wurden gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten.

17Er sagte zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr unterwegs miteinander wechselt? Da blieben sie traurig stehen.

18Einer von ihnen, mit Namen Kleopas, antwortete ihm: Bist du der Einzige in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?

19Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus von Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk.

20Doch unsere Hohenpriester und führenden Männer haben ihn zum Tode verurteilen lassen und ihn gekreuzigt.

21Wir aber hatten gehofft, dass er es sei, der Israel erlösen würde. Doch bei alldem ist heute schon der dritte Tag, seit das geschehen ist.

22Aber auch einige Frauen von uns haben uns aufgeschreckt: Sie waren früh am Morgen beim Grab

23und fanden seinen Leib nicht. Sie kamen und berichteten, sie hätten sogar eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagten, er lebe.

24Daraufhin gingen einige von uns zum Grab und fanden es genau so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht.

25Da sagte er zu ihnen: O ihr Unverständigen, wie schwer fällt es eurem Herzen, all dem zu glauben, was die Propheten gesagt haben!

26Musste der Christus das nicht alles erleiden und so in seine Herrlichkeit eingehen?

27Und er begann bei Mose und allen Propheten und legte ihnen in der ganzen Schrift aus, was sich auf ihn bezog.

28So näherten sie sich dem Dorf, zu dem sie unterwegs waren, und er tat, als wolle er weitergehen.

29Doch sie drängten ihn: Bleib bei uns, denn es wird Abend, und der Tag hat sich schon geneigt. Da ging er hinein, um bei ihnen zu bleiben.

30Und es geschah, als er sich mit ihnen zu Tisch gesetzt hatte, nahm er das Brot, sprach den Segen, brach es und gab es ihnen.

31Da wurden ihnen die Augen geöffnet, und sie erkannten ihn; doch er entschwand ihren Blicken.

32Da sagten sie zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns die Schrift erschloss?

33Und sie brachen noch in derselben Stunde auf und kehrten nach Jerusalem zurück. Dort fanden sie die Elf und die, die bei ihnen waren, versammelt,

34Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferweckt worden und dem Simon erschienen.

35Und sie erzählten, was unterwegs geschehen war und wie sie ihn am Brechen des Brotes erkannt hatten.

36Während sie noch darüber redeten, trat er selbst mitten unter sie.

37Sie erschraken und gerieten in Furcht und meinten, einen Geist zu sehen.

38Doch er sagte zu ihnen: Warum seid ihr so erschrocken, und warum kommen euch solche Zweifel in den Sinn?

39Seht meine Hände und meine Füße: Ich bin es selbst. Fasst mich an und seht: Ein Geist hat doch nicht Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht.

40[ausgelassen] Vers 40 („Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße“) fehlt in frühen Zeugen (westliche Nicht-Interpolation); im Tischendorf-Text ausgelassen.

41Als sie aber vor Freude noch immer nicht glauben konnten und sich verwunderten, sagte er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen?

42Sie reichten ihm ein Stück gebratenen Fisch,

43und er nahm es und aß es vor ihren Augen.

44Dann sagte er zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesprochen habe, als ich noch bei euch war: Es muss alles in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht.

45Dann öffnete er ihnen den Verstand, damit sie die Schrift verstehen konnten,

46und sagte zu ihnen: So steht es geschrieben: Der Christus muss leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen,

47und in seinem Namen soll allen Völkern Umkehr zur Vergebung der Sünden verkündet werden, angefangen in Jerusalem.

48Ihr seid Zeugen dafür.

49Und seht, ich sende auf euch herab, was mein Vater verheißen hat. Ihr aber bleibt in der Stadt, bis ihr mit Kraft aus der Höhe ausgestattet werdet.

50Dann führte er sie hinaus bis in die Nähe von Betanien, erhob seine Hände und segnete sie.

51Und es geschah, während er sie segnete, da entfernte er sich von ihnen und wurde in den Himmel emporgehoben.

52Und sie kehrten mit großer Freude nach Jerusalem zurück

53und waren ständig im Tempel und priesen Gott.