Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 20

Augsburger GenerativBibel mittel

1Und es geschah an einem der Tage, als er das Volk im Tempel lehrte und die gute Botschaft verkündete, da traten die Priester und die Schriftgelehrten samt den Ältesten heran

2und sie sagten zu ihm: Sag uns, mit welchem Recht du das tust, oder wer es ist, der dir dieses Recht gegeben hat.

3Er aber antwortete und sagte zu ihnen: Auch ich will euch eine Frage stellen; sagt mir:

4Die Taufe des Johannes — kam sie vom Himmel oder von den Menschen?

5Sie aber überlegten miteinander und sagten: Wenn wir sagen: Vom Himmel, wird er sagen: Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?

6Wenn wir aber sagen: Von den Menschen, wird das ganze Volk uns steinigen; denn es ist überzeugt, dass Johannes ein Prophet ist.

7Und sie antworteten, sie wüssten nicht, woher sie sei.

8Da sagte Jesus zu ihnen: Dann sage auch ich euch nicht, mit welchem Recht ich das tue.

9Dann begann er, dem Volk dieses Gleichnis zu erzählen: Ein Mann pflanzte einen Weinberg, verpachtete ihn an Weingärtner und ging für längere Zeit außer Landes.

10Zur gegebenen Zeit sandte er einen Knecht zu den Weingärtnern, damit sie ihm vom Ertrag des Weinbergs geben sollten; die Weingärtner aber schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen weg.

11Daraufhin sandte er noch einen anderen Knecht; doch auch den schlugen und beschimpften sie und schickten ihn mit leeren Händen weg.

12Daraufhin sandte er noch einen dritten; doch auch den verletzten sie und warfen ihn hinaus.

13Da sagte der Herr des Weinbergs: Was soll ich tun? Ich will meinen geliebten Sohn senden; vielleicht werden sie vor ihm Achtung haben.

14Als die Weingärtner ihn aber sahen, überlegten sie miteinander und sagten: Das ist der Erbe; lasst uns ihn töten, damit das Erbe uns gehört.

15Und sie warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten ihn. Was wird nun der Herr des Weinbergs mit ihnen tun?

16Er wird kommen, diese Weingärtner umbringen und den Weinberg anderen geben. Als sie das hörten, sagten sie: Das sei ferne!

17Er aber sah sie an und sagte: Was bedeutet dann dieses Schriftwort: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden“?

18Jeder, der auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert; auf wen er aber fällt, den wird er zermalmen.

19Die Schriftgelehrten und die Hohenpriester versuchten noch in derselben Stunde, Hand an ihn zu legen, fürchteten aber das Volk; denn sie hatten erkannt, dass er dieses Gleichnis gegen sie gesagt hatte.

20So lauerten sie ihm auf und sandten Spitzel, die sich als Gerechte ausgaben, um ihn bei einem Wort zu fangen und ihn so der Obrigkeit und der Gewalt des Statthalters auszuliefern.

21Sie fragten ihn: Lehrer, wir wissen, dass du richtig redest und lehrst und niemanden nach dem Ansehen beurteilst, sondern den Weg Gottes wahrhaftig lehrst.

22Ist es uns erlaubt, dem Kaiser Steuern zu zahlen oder nicht?

23Er aber durchschaute ihre Hinterlist und sagte zu ihnen:

24Zeigt mir einen Denar. Wessen Bild und Aufschrift trägt er? Sie antworteten: Des Kaisers.

25Da sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört.

26Und sie konnten ihn vor dem Volk bei keinem Wort fangen, und über seine Antwort erstaunt, verstummten sie.

27Dann traten einige der Sadduzäer heran, die bestreiten, dass es eine Auferstehung gibt, und fragten ihn:

28Lehrer, Mose hat uns vorgeschrieben: Wenn jemandes Bruder stirbt, der eine Frau hat, und dieser kinderlos bleibt, dann soll sein Bruder die Frau heiraten und seinem Bruder Nachkommen verschaffen.

29Nun waren da sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau und starb kinderlos.

30Dann nahm sie der zweite,

31und ebenso der dritte; und so alle sieben: Sie hinterließen keine Kinder und starben.

32Zuletzt starb auch die Frau.

33Wessen Frau von ihnen wird sie nun bei der Auferstehung sein? Denn alle sieben hatten sie zur Frau.

34Da sagte Jesus zu ihnen: Die Menschen dieser Weltzeit heiraten und werden verheiratet.

35Diejenigen aber, die für würdig befunden werden, an jener Weltzeit und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, heiraten nicht und werden nicht verheiratet.

36Denn sie können auch nicht mehr sterben, denn sie sind den Engeln gleich; und sie sind Söhne Gottes, weil sie Söhne der Auferstehung sind.

37Dass aber die Toten auferweckt werden, hat sogar Mose beim Dornbusch deutlich gemacht, wo er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt.

38Gott aber ist nicht ein Gott von Toten, sondern von Lebenden; denn für ihn leben alle.

39Da antworteten einige der Schriftgelehrten: Lehrer, das hast du gut gesagt.

40Denn sie wagten nicht mehr, ihn irgendetwas zu fragen.

41Dann sagte er zu ihnen: Wieso sagt man, der Christus sei Davids Sohn?

42Denn David selbst sagt im Buch der Psalmen: „Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten,

43bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße mache.“

44David nennt ihn also Herr; wie kann er dann sein Sohn sein?

45Während das ganze Volk zuhörte, sagte er zu seinen Jüngern:

46Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die gern in langen Gewändern umhergehen und die es lieben, auf den Märkten gegrüßt zu werden, die besten Sitze in den Synagogen und die Ehrenplätze bei den Festessen zu haben.

47Sie bringen die Witwen um ihre Häuser und sprechen zum Schein lange Gebete. Diese werden ein umso härteres Urteil empfangen.