Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Jakobus 1

Augsburger GenerativBibel mittel

1Jakobus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, grüßt die zwölf Stämme, die in der Zerstreuung leben.

2Erachtet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Prüfungen geratet,

3denn ihr wisst: Die Bewährung eures Glaubens bringt Ausdauer hervor.

4Das Ausharren aber soll zu einem vollendeten Werk führen, damit ihr vollkommen und unversehrt seid und es euch an nichts fehlt.

5Wenn es aber jemandem von euch an Weisheit fehlt, so soll er sie von Gott erbitten, der allen bereitwillig gibt und keinem Vorwürfe macht; dann wird sie ihm gegeben werden.

6Er soll aber im Glauben bitten und nicht zweifeln; denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswelle, die vom Wind getrieben und hin und her geworfen wird.

7Ein solcher Mensch soll nicht meinen, dass er etwas vom Herrn empfangen wird.

8Er ist ein Mann mit geteiltem Herzen, unbeständig in allem, was er tut.

9Der Bruder aber, der niedrig steht, rühme sich seiner Höhe,

10der Reiche aber rühme sich seiner Niedrigkeit, denn wie die Blume des Grases wird er vergehen.

11Denn die Sonne ging auf mit ihrer Glut und ließ das Gras verdorren; seine Blüte fiel ab, und seine schöne Gestalt verging. So wird auch der Reiche bei allem, was er unternimmt, dahinwelken.

12Selig ist der Mann, der die Prüfung erträgt; denn wenn er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, die er denen verheißen hat, die ihn lieben.

13Niemand soll, wenn er versucht wird, sagen: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht vom Bösen versucht werden, und er selbst versucht niemand.

14Vielmehr wird jeder versucht, indem er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und geködert wird.

15Wenn dann die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; und ist die Sünde vollendet, bringt sie den Tod hervor.

16Lasst euch nicht irreführen, meine geliebten Brüder.

17Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, vom Vater der Lichter, bei dem es keine Veränderung gibt und keinen Schatten infolge von Wechsel.

18Aus seinem eigenen Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit ins Leben gerufen, damit wir gleichsam ein Erstling unter seinen Geschöpfen seien.

19Das wisst ihr, meine geliebten Brüder. Jeder Mensch aber sei schnell zum Hören, langsam zum Reden und langsam zum Zorn.

20Denn der Zorn eines Mannes bewirkt nicht die Gerechtigkeit Gottes.

21Legt darum allen Schmutz und allen Auswuchs der Bosheit ab und nehmt mit Sanftmut das eingepflanzte Wort auf, das eure Seelen retten kann.

22Werdet aber Täter des Wortes und nicht nur Hörer, die sich selbst betrügen.

23Denn wenn jemand das Wort nur hört und nicht danach handelt, gleicht er einem Mann, der sein natürliches Gesicht im Spiegel betrachtet.

24Er betrachtet sich, geht weg und hat sogleich vergessen, wie er aussah.

25Wer aber hineinschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und dabei bleibt, wer nicht ein vergesslicher Hörer ist, sondern ein Täter des Werkes, der wird glücklich sein in dem, was er tut.

26Wenn jemand meint, fromm zu sein, und dabei seine Zunge nicht im Zaum hält, sondern sein Herz betrügt, dessen Frömmigkeit ist wertlos.

27Eine reine und makellose Frömmigkeit vor Gott, dem Vater, ist diese: Waisen und Witwen in ihrer Not beizustehen und sich selbst von der Welt unbefleckt zu bewahren.