Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Hebräer 11

Augsburger GenerativBibel mittel

1Der Glaube aber ist eine feste Zuversicht auf das, was man erhofft, ein Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.

2Denn aufgrund dieses Glaubens haben die Vorfahren ihr gutes Zeugnis erhalten.

3Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welten durch das Wort Gottes geschaffen wurden, sodass das Sichtbare nicht aus dem Erscheinenden entstanden ist.

4Durch den Glauben brachte Abel Gott ein wertvolleres Opfer dar als Kain. Dadurch wurde ihm bezeugt, dass er gerecht war, denn Gott selbst legte Zeugnis ab über seine Gaben. Und durch den Glauben redet er noch, obwohl er gestorben ist.

5Durch den Glauben wurde Henoch entrückt, sodass er den Tod nicht sehen musste, und er war nicht mehr zu finden, weil Gott ihn entrückt hatte. Denn vor seiner Entrückung war ihm bezeugt worden, dass er Gott gefiel.

6Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Denn wer zu Gott kommt, muss glauben, dass er existiert und dass er die belohnt, die ihn suchen.

7Durch den Glauben baute Noah voll Ehrfurcht eine Arche zur Rettung seiner Familie, nachdem er eine Warnung über Dinge erhalten hatte, die noch nicht sichtbar waren. Durch diesen Glauben sprach er der Welt das Urteil und wurde Erbe der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt.

8Durch den Glauben gehorchte Abraham, als er gerufen wurde, in ein Land zu ziehen, das er als Erbe empfangen sollte. Und er zog aus, ohne zu wissen, wohin er kommen würde.

9Durch den Glauben ließ er sich als Fremder im Land der Verheißung nieder wie in einem fremden Land und wohnte in Zelten, zusammen mit Isaak und Jakob, den Miterben derselben Verheißung.

10Denn er wartete auf die Stadt mit den festen Fundamenten, deren Baumeister und Schöpfer Gott selbst ist.

11Durch den Glauben empfing auch Sara selbst die Kraft, Nachkommen zu zeugen, obwohl die Zeit dafür längst vorbei war, weil sie den für treu hielt, der es ihr verheißen hatte.

12Darum stammen auch von einem Einzigen, dessen Kraft schon erstorben war, so viele ab wie die Sterne am Himmel und wie der unzählbare Sand am Ufer des Meeres.

13Im Glauben sind diese alle gestorben, ohne das Verheißene empfangen zu haben. Sie sahen es nur von Ferne und begrüßten es und bekannten, dass sie Fremde und Gäste auf der Erde seien.

14Denn wer so etwas sagt, zeigt damit, dass er eine Heimat sucht.

15Hätten sie dabei an jenes Land gedacht, aus dem sie ausgezogen waren, so hätten sie genug Gelegenheit gehabt, dorthin zurückzukehren.

16Nun aber sehnen sie sich nach einer besseren Heimat, nämlich nach der himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden; denn er hat ihnen eine Stadt bereitet.

17Durch den Glauben hat Abraham den Isaak als Opfer dargebracht, als er auf die Probe gestellt wurde. Er, der die Verheißungen empfangen hatte, war bereit, seinen einzigen Sohn zu opfern,

18obwohl zu ihm gesagt worden war: „Nach Isaak werden deine Nachkommen benannt werden.“

19Denn er rechnete damit, dass Gott die Macht hat, sogar Tote aufzuerwecken. Darum erhielt er ihn auch wieder zurück, gleichnishaft betrachtet.

20Durch den Glauben segnete Isaak den Jakob und den Esau im Hinblick auf das, was kommen sollte.

21Durch den Glauben segnete Jakob, als er im Sterben lag, beide Söhne Josefs und betete an, auf die Spitze seines Stabes gestützt.

22Durch den Glauben dachte Josef, als sein Ende nahte, an den Auszug der Israeliten und gab Anweisungen über seine Gebeine.

23Durch den Glauben wurde Mose nach seiner Geburt drei Monate lang von seinen Eltern versteckt, weil sie sahen, dass das Kind schön war, und sie fürchteten sich nicht vor dem Befehl des Königs.

24Durch den Glauben weigerte sich Mose, als er erwachsen geworden war, sich Sohn der Tochter des Pharao nennen zu lassen.

25Lieber wollte er gemeinsam mit dem Volk Gottes Schweres erleiden, als für kurze Zeit den Genuss der Sünde zu haben.

26Denn er hielt die Schmach für Christus für einen größeren Reichtum als alle Schätze Ägyptens, weil er auf die Belohnung blickte.

27Durch den Glauben verließ er Ägypten und fürchtete sich nicht vor dem Zorn des Königs; denn er hielt durch, als sähe er den Unsichtbaren vor Augen.

28Durch den Glauben hat er das Passa gefeiert und das Blut an die Türen streichen lassen, damit der Verderber die Erstgeborenen nicht anrührte.

29Durch den Glauben durchzogen sie das Rote Meer wie trockenes Land; als die Ägypter es ebenfalls versuchten, wurden sie verschlungen.

30Durch den Glauben fielen die Mauern von Jericho, nachdem man sie sieben Tage lang umzogen hatte.

31Durch den Glauben kam die Dirne Rahab nicht zusammen mit den Ungehorsamen um, weil sie die Kundschafter friedlich aufgenommen hatte.

32Und was soll ich noch sagen? Die Zeit würde mir fehlen, wollte ich von Gideon, Barak, Simson, Jeftah, David, Samuel und den Propheten erzählen.

33Sie haben durch den Glauben Königreiche besiegt, Gerechtigkeit geübt, Verheißungen erlangt und Löwen das Maul gestopft.

34Sie haben die Gewalt des Feuers gelöscht, sind der Schärfe des Schwertes entkommen, wurden aus Schwachheit stark, mächtig im Krieg und schlugen feindliche Heere in die Flucht.

35Frauen erhielten ihre verstorbenen Angehörigen durch Auferstehung zurück. Andere aber wurden zu Tode gefoltert und nahmen die Freilassung nicht an, um eine bessere Auferstehung zu erlangen.

36Wieder andere mussten Spott und Geißelung ertragen, dazu auch Fesseln und Gefängnis.

37Sie wurden gesteinigt, auf die Probe gestellt, zersägt und durch das Schwert getötet. Sie zogen umher in Schaf- und Ziegenfellen, litten Mangel, wurden bedrängt und misshandelt.

38Sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Bergen, in Höhlen und den Klüften der Erde.

39Und sie alle, die durch ihren Glauben ein gutes Zeugnis erhielten, haben das Verheißene nicht erlangt,

40weil Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hatte, damit sie nicht ohne uns zur Vollendung gelangen sollten.