Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Galater 4

Augsburger GenerativBibel mittel

1Ich meine aber dies: Solange der Erbe unmündig ist, unterscheidet er sich in nichts von einem Sklaven, obwohl er der Herr über alles ist.

2Vielmehr steht er unter Vormündern und Verwaltern bis zu dem Zeitpunkt, den der Vater festgesetzt hat.

3So waren auch wir, als wir unmündig waren, den Grundkräften der Welt versklavt.

4Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, gestellt unter das Gesetz,

5damit er die loskaufe, die unter dem Gesetz standen, damit wir als Söhne angenommen würden.

6Weil ihr nun Söhne seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesandt, der ruft: Abba, Vater!

7Also bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn; bist du aber Sohn, dann auch Erbe durch Gott.

8Doch damals, als ihr Gott noch nicht kanntet, dientet ihr Wesen, die in Wirklichkeit gar keine Götter sind.

9Jetzt aber, da ihr Gott erkannt habt, oder vielmehr von Gott erkannt worden seid - wie könnt ihr euch da wieder den schwachen und armseligen Grundkräften zuwenden, denen ihr von Neuem dienen wollt?

10Ihr achtet ängstlich auf bestimmte Tage und Monate, Festzeiten und Jahre.

11Ich fürchte um euch, dass ich mich vielleicht vergeblich um euch gemüht habe.

12Werdet wie ich, denn auch ich bin wie ihr, Brüder, ich bitte euch darum. Ihr habt mir kein Unrecht getan.

13Ihr wisst ja, dass ich euch das erste Mal wegen einer Krankheit die gute Botschaft verkündigt habe.

14Und obwohl mein körperlicher Zustand eine Prüfung für euch war, habt ihr mich nicht verachtet und nicht abgewiesen, sondern mich aufgenommen wie einen Engel Gottes, ja wie Christus Jesus selbst.

15Wo ist nun euer Glück geblieben? Denn ich bezeuge euch: Wenn es möglich gewesen wäre, hättet ihr euch die Augen ausgerissen und sie mir gegeben.

16Bin ich nun etwa euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage?

17Jene bemühen sich eifrig um euch, aber nicht in guter Absicht; sie wollen euch vielmehr ausschließen, damit ihr euch eifrig um sie bemüht.

18Es ist ja gut, wenn man sich für eine gute Sache eifrig umwerben lässt, und das jederzeit, nicht nur dann, wenn ich bei euch bin.

19Meine Kinder, um die ich noch einmal in Geburtswehen liege, bis Christus in euch Gestalt gewinnt -

20Ich wünschte, ich könnte jetzt bei euch sein und einen anderen Ton anschlagen, denn ich weiß mir keinen Rat mit euch.

21Sagt mir, die ihr unter dem Gesetz stehen wollt: Hört ihr denn nicht, was das Gesetz sagt?

22Denn es steht geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte: einen von der Sklavin und einen von der freien Frau.

23Doch der Sohn der Sklavin wurde auf natürliche Weise gezeugt, der Sohn der freien Frau aber aufgrund der Verheißung.

24Das ist bildlich zu verstehen: Diese beiden Frauen stehen für zwei Bündnisse. Das eine kommt vom Berg Sinai und bringt Kinder zur Sklaverei hervor - das ist Hagar.

25Der Sinai ist nämlich ein Berg in Arabien und entspricht dem heutigen Jerusalem; denn dieses lebt mit seinen Kindern in Sklaverei.

26Das obere Jerusalem aber ist frei, und dieses ist unsere Mutter.

27Denn es steht geschrieben: „Freue dich, du Unfruchtbare, die du keine Kinder bekommst! Brich in Jubel aus und juble laut, die du keine Wehen kennst! Denn die Verlassene wird mehr Kinder haben als die, die einen Mann hat.“

28Ihr aber, Brüder, seid wie Isaak Kinder der Verheißung.

29Doch wie damals der auf natürliche Weise Gezeugte den verfolgte, der durch den Geist geboren war, so ist es auch jetzt.

30Doch was sagt die Schrift? „Jage die Sklavin und ihren Sohn fort! Denn der Sohn der Sklavin soll nicht zusammen mit dem Sohn der freien Frau erben.“

31Darum, Brüder, sind wir nicht Kinder der Sklavin, sondern der freien Frau.